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Ist das Glücksspielmonopol einer der Gründe, warum immer mehr österreichische Spieler abwandern. Glücksspielreform in Österreich erhält Gegenwind. (Bildquelle: Niek Doup auf Unsplash)

Die geplante Glücksspielreform in Österreich sorgt schon vor ihrer Umsetzung für scharfe Kritik. Vor allem aus der Branche kommt deutlicher Widerstand. Der Ton ist klar, der aktuelle Entwurf aus dem Finanzministerium könnte zentrale Probleme nicht lösen, sondern an mehreren Stellen sogar verschärfen. Genau das wirft die WKO-Branchensprecherin Monika Racek der Regierung vor.

Im Zentrum der Kritik steht einmal mehr das Glücksspielmonopol. Aus Sicht der Branche ist genau dieses Modell einer der Hauptgründe dafür, dass immer mehr Spieler auf internationale Online-Plattformen ausweichen. Das Problem daran ist offensichtlich. Wer dort spielt, bewegt sich oft außerhalb des regulierten österreichischen Marktes. Damit sinkt nicht nur die Kontrolle, sondern auch der Einfluss des Staates auf Spielerschutz und Abgaben.

Glücksspielreform in Österreich: Am Monopol entzündet sich die meiste Kritik

Laut Racek liegt ein großer Teil des Online-Glücksspiels schon heute außerhalb des regulierten Marktes. Dort greifen heimische Schutzmechanismen nicht in der Form, wie es innerhalb des legalen Systems der Fall wäre. Dazu kommt ein weiterer Punkt, der für den Staat kaum angenehmer ist. Wenn Spieler auf internationale Angebote ausweichen, fließen auch die entsprechenden Steuerabgaben nicht nach Österreich. Das ist aus Sicht der Kritiker einer der größten Schwachpunkte des aktuellen Systems.

Besonders deutlich wird die Kritik bei der sogenannten Kanalisierung. Laut Medien würden aktuell nur rund 29 bis 37 Prozent der Spieler in legale Angebote gelenkt. In Märkten mit mehreren Lizenzen sei das deutlich besser. Dort könnten laut Racek bis zu 90 Prozent der Spieler in regulierte Angebote gebracht werden. Genau hier liegt für die Branche der eigentliche Knackpunkt. Wenn der legale Markt zu eng bleibt, wächst der illegale automatisch mit.

Hinzu kommt, dass Österreich mit seinem Monopolsystem in Europa inzwischen eher die Ausnahme als die Regel ist. Laut Racek gibt es ein solches Modell EU-weit nur noch in zwei Ländern, in Polen und in Österreich. Die Branche warnt deshalb davor, dass der Online-Schwarzmarkt weiter zulegen könnte, wenn an dieser Grundstruktur festgehalten wird. Im Raum steht schon jetzt ein Schwarzmarktvolumen von bis zu 650 Millionen Euro. Langfristig könnte dieser Anteil laut Kritik sogar noch deutlich steigen.

Glücksspielreform in Österreich sorgt für Kritik

Monika Racek, Branchensprecherin des Fachverbandes Sport- und Freizeitbetriebe der WKO, sagt: „Immer mehr Konsumenten in Österreich finden kein attraktives Spielangebot und werden deshalb in den internationalen Online-Schwarzmarkt gedräng.“ (Bildquelle: Aidan Howe auf Unsplash)

Auch wirtschaftlich steht einiges auf dem Spiel

Die Kritik endet aber nicht beim Online Casino. Auch bei den sogenannten Landesausspielungen, also beim Automatenspiel außerhalb klassischer Casinos, sieht die Branche erhebliche Probleme. Die geplanten Verschärfungen könnten Betreiber laut Racek so stark unter Druck setzen, dass Konzessionen am Ende zurückgegeben werden. Das wäre kein kleines Detail, sondern ein massiver Einschnitt.

Auch wirtschaftlich hätte das spürbare Folgen. Laut der verschiedenen Medienberichte aus Österreich könnten Bund und Länder durch ausbleibende Abgaben mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr verlieren. Zusätzlich stehen rund 1.500 Arbeitsplätze im Raum. Die Kritik ist deshalb nicht nur politisch aufgeladen, sondern auch wirtschaftlich brisant. Racek geht sogar noch weiter und warnt, dass dem Staat insgesamt rund 250 Millionen Euro an jährlichen Steuereinnahmen entgehen könnten, wenn am Monopolsystem festgehalten wird.

Noch ist die Reform nicht beschlossen. Der Gesetzesentwurf wurde vom Finanzministerium ausgearbeitet und befindet sich derzeit in der politischen Abstimmung innerhalb der Regierung und mit den Bundesländern. Ziel ist es, die Novelle im Frühjahr 2026 ins Parlament zu bringen. Mehrere Glücksspielkonzessionen laufen 2027 aus. Genau deshalb gelten die kommenden Monate als entscheidend. Es geht also nicht nur um eine Gesetzesänderung, sondern um die Frage, wie der österreichische Glücksspielmarkt in den nächsten Jahren grundsätzlich aussehen soll.