37,25 Millionen Euro Rekordstrafe gegen Online Casinos

37,25 Millionen Euro Rekordstrafe gegen Online Casinos. (Bildquelle: KI-generierte Illustration nach Angaben der Kansspelautoriteit)

Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (Ksa) hat eine Rekordstrafe gegen den Betreiber mehrerer Online Casinos verhängt. EOD Code SRL soll 37,25 Millionen Euro zahlen, weil das Unternehmen Glücksspiele ohne die erforderliche Lizenz auf dem niederländischen Markt angeboten hat. Zu den betroffenen Seiten gehören Instantcasino und Skyhills. Die am 22. Oktober 2026 veröffentlichte Entscheidung zeigt auch, welche Mängel die Aufsichtsbehörde bei den Kontrollen festgestellt hat – und warum die Strafe so ungewöhnlich hoch ausfällt.

Warum die Strafe gegen EOD Code so hoch ausfällt

Der Fall beschäftigt die niederländischen Aufseher bereits seit längerer Zeit. Schon im November 2024 konnten Prüfer von den Niederlanden aus auf Instantcasino ein Spielerkonto eröffnen, Geld einzahlen und an Glücksspielen teilnehmen. Eine technische Sperre für niederländische Nutzer war nicht vorhanden. Weitere Kontrollen zeigten, dass der Zugang weiterhin möglich war.

Im Juli 2025 forderte die Ksa den Betreiber deshalb mit einer Zwangsgeldandrohung auf, sein unerlaubtes Angebot einzustellen. Die Maßnahme blieb nach Feststellung der Behörde ohne die gewünschte Wirkung. Insgesamt wurden bereits 840.000 Euro an Zwangsgeldern fällig, die laut einem früheren Beschluss nicht bezahlt wurden.

Für die neue Geldbuße griff die Ksa zu einer umsatzbezogenen Berechnung. Sie schätzt den Bruttospielertrag des Unternehmens auf dem niederländischen Markt für 2025 auf rund 108,4 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung mehrerer erschwerender Umstände ergab sich rechnerisch zunächst ein Betrag von 292,6 Millionen Euro. Wegen der gesetzlichen Obergrenze, die an den geschätzten weltweiten Umsatz anknüpft, setzte die Behörde die Strafe letztlich auf 37,25 Millionen Euro fest. Für illegales Glücksspielangebot ist das ihr bisheriger Höchstwert.

Zwölf Glücksspielseiten und erhebliche Mängel beim Spielerschutz

Die Ermittlungen beschränkten sich nicht auf Instantcasino. Nach Angaben der Ksa betrieb EOD Code insgesamt zwölf untersuchte Glücksspielseiten, die ohne Genehmigung der Niederlande erreichbar waren. Neben Skyhills nennt die Behörde unter anderem Slotmonster, Betiro, Betblast, Fastslots, Golden Panda und Samba Slots. Auf diesen Seiten konnten Prüfer aus den Niederlanden Konten eröffnen, Einzahlungen vornehmen und spielen.

Dabei ging es nicht nur um eine fehlende Lizenz. Laut dem veröffentlichten Bußgeldbescheid gab es auch erhebliche Probleme bei der Altersprüfung. Auf Instantcasino wurde das Alter neuer Nutzer bei der Registrierung nicht sichtbar überprüft. Zudem bemängelte die Behörde unter anderem bestimmte automatische Spielfunktionen, unzureichende beziehungsweise vorab ausgefüllte Spiellimits und Gebühren bei Inaktivität.

Auch die Zahlungsmethoden spielten eine Rolle. Auf mehreren Seiten waren Einzahlungen mit Kryptowährungen wie Bitcoin möglich. Aus Sicht der Aufsicht können anonyme Zahlungswege die Kontrolle von Geldflüssen erschweren und Risiken der Geldwäsche erhöhen.

Die Angebote waren außerdem erkennbar auf niederländische Kunden ausgerichtet. So fanden Prüfer niederländische Zahlungsoptionen und teilweise niederländischsprachige Anleitungen. Für Skyhills wurde zudem Werbung über Influencer und soziale Netzwerke dokumentiert. Eine bloß zufällige Erreichbarkeit aus den Niederlanden war damit aus Sicht der Ksa nicht die einzige Verbindung zu diesem Markt.

12 Online-Casino-Websites im Fokus der niederländischen Glücksspielaufsicht

(Bildquelle: Eigene Infografik nach Angaben der Kansspelautoriteit)

Die Kansspelautoriteit untersuchte zwölf Glücksspielseiten des Betreibers EOD Code. Die Angebote waren aus den Niederlanden ohne die erforderliche Lizenz erreichbar.

Was die Rekordstrafe für Casino-Spieler bedeutet

Mit der Strafe sendet die Kansspelautoriteit ein deutliches Signal an Betreiber, die ihre Angebote ohne nationale Erlaubnis zugänglich machen. Die Behörde setzt dabei nicht allein auf Bußgelder. Sie arbeitet nach eigenen Angaben auch mit Zahlungsdienstleistern, Banken, Hosting-Unternehmen und großen Technologieplattformen zusammen, um gegen illegale Glücksspielseiten vorzugehen.

Für Spieler ist der Fall vor allem eine Erinnerung daran, dass eine ansprechend gestaltete Website oder die Möglichkeit, mit bekannten Zahlungsmethoden einzuzahlen, nichts über eine gültige Lizenz aussagt. Wer in den Niederlanden online spielen möchte, kann zugelassene Anbieter über das offizielle Lizenzregister der Ksa überprüfen.

Eine fehlende Zulassung bedeutet außerdem, dass die für den regulierten Markt vorgesehenen Schutzvorgaben nicht entsprechend durchgesetzt werden können. Gerade bei Fragen zu Alterskontrollen, Einzahlungslimits und dem Umgang mit Spielerguthaben kann das relevant werden.

Ob EOD Code die Geldbuße zahlt oder rechtlich dagegen vorgeht, ist mit der Veröffentlichung noch nicht geklärt. Der Bescheid ist anfechtbar. Fest steht bereits: Die niederländische Aufsicht will illegale Casino-Angebote auch über technische und finanzielle Partner unter Druck setzen.

Auch in anderen Ländern geraten Online-Casino-Netzwerke zunehmend ins Visier der Glücksspielbehörden. So beschäftigen sich die Aufsichtsbehörden in Irland und Kanada mit den Vorwürfen rund um die Soft2bet Files, bei denen zahlreiche Glücksspielseiten und mögliche Verbindungen zwischen Betreibern untersucht werden.