
Beinahe alle online Casino Aktien notieren im Plus. Fokus auf Betfair und William Hill mit einer Menge an positiven Singalen. Bild von Michael Schwarzenberger (Pixabay)
Die Feiertage sind vorüber und die Aktionäre sind auf der Suche nach lohnenden Investments. Die Schäfchen werden dementsprechend aus dem Stall geholt und neue Aktien gekauft. Dass die Nachfrage gestiegen ist, sieht man in unserer Watchlist sehr gut. Negative Performances waren in der letzten Woche die Regel. In dieser sind sie eine kleine Ausnahme. Fast alle unsere Glücksspielaktien notieren nach den letzten fünf Handelstagen im Plus. Nur zwei gaben leicht nach – allerdings in einem Rahmen, der geübten Aktienanlegern kaum Schweißperlen auf die Stirn treiben dürfte.
Flutter gibt den Vorwochengewinn wieder her
Falls Ihnen Flutter Entertainment unbekannt ist, ist das nicht verwunderlich. Das Unternehmen firmiert erst seit einem Monat unter diesem Namen. Zuvor nannten sich die Briten Paddy Power Betfair – was geläufiger sein sollte. Durch die Umbenennung wollte das Management seinen Fokus weg von den etablierten Marken wie Betfair lenken. Vielmehr sollen die breit gefächerte Produktpalette und die künftige Entwicklung im Vordergrund stehen.
Seit der letzten Hauptversammlung Anfang Mai sind kaum Neuigkeiten vonseiten des Unternehmens veröffentlicht worden. Auch der Aktienkurs zeigte sich unentschlossen. Mal ging es wenige Prozentpunkte nach oben, dann wieder entsprechend nach unten. Die Ergebnisse sind eine Seitwärtsbewegung über den Monat hinweg. Im Vergleich zur Vorwoche verlor Flutter 3,8 % an Wert und notiert nun bei 63,06 Euro.
An dem letzten Kursverlust ist eine Meldung des irischen Independent nicht ganz unbeteiligt. Am Freitag veröffentliche die Tageszeitung einen Artikel, der kaum ein gutes Haar an Flutter ließ. Das Unternehmen sei unter allen britischen Glücksspielanbietern, die für das Geschäftsjahr 2018/2019 Strafen zahlen mussten, auf dem zweiten Platz. Die Glücksspielaufsicht führte in 160 Fällen Ermittlungen durch. Das Online-Casino Daub Alderney führt die Liste mit einer Gesamtstrafe in Höhe von 7,9 Millionen Euro an. An zweiter Stelle folgt Flutter, das zu Strafzahlungen von insgesamt 2,5 Millionen Euro erhielt. Hauptanlass für Strafzahlungen waren Verstöße gegen Auflagen zur Vermeidung von Geldwäsche sowie gegen den Spielerschutz.
Der CEO der britischen Spieleaufsicht Neil McArthur äußerte sich zu der Veröffentlichung: „Ich möchte, dass Glücksspiel-Kunden in Großbritannien das fairste und sicherste Spiel der Welt genießen können. Außerdem möchte ich, dass Glücksspielunternehmen mit uns zusammenarbeiten, um Kundennutzen und -sicherheit auf die Spitze ihrer Agenda zu setzen. Wie der Bericht zeigt, werden wir hart durchgreifen, wenn wir auf Anbieter stoßen, die die Regeln beugen oder unsere Erwartungen nicht erfüllen.“
William Hill berappelt sich – oder?
Unser Wochensieger in der KW 26/2019 ist William Hill. Besonders erfreulich ist, dass die positive Entwicklung um 7,5 % auf 1,74 Euro fundamentale Gründe hat. Gleich zu Wochenbeginn gab es zwei Meldung zur weiteren Expansion.
So wird William Hill zukünftig sieben spanische Fußball-Zweitligisten sponsern. Der britische Buchmacher wird somit zum Hauptsponsor der Zweiten Liga in Spanien, teilten das Management der UD Las Palmas und UD Almería unisono mit. Zum Kreis der künftig unter anderem von William Hill gesponserten Fußballklubs gehören Real Zaragoza, Extremadura UD, AD Alcorcon, Elche CF und Albacete Balompie.
Angesichts der anstehenden Wahlen in Spanien war der neue Sponsoringvertrag ein gewagter Schachzug. Nahezu alle Parteien werben mit strikteren Gesetzen rund um das Glücksspiel. Des Weiteren haben mehrere spanische Regionen bereits heute striktere Regeln für Glücksspiel umgesetzt. Sie sehen den Schutz vor Spielsucht als ihre „zivile Pflicht“ an.
Ebenfalls am Montag vermeldete William Hill Positives von jenseits des Atlantiks. Dem Wettanbieter gelang ein Deal in New Mexico mit dem dort ansässigen Stamm der Apachen. Dieser hält die Glücksspiellizenzen und betreibt das State’s Inn im Mountain Gods Resort & Casino. William Hill sicherte sich den Auftrag, als Buchmacher innerhalb des laufenden Betriebs tätig zu werden. Das ist der erste Auftrag für William Hill in New Mexico und auch der erste Vertrag mit einem indigenen Stamm außerhalb von Nevada.
Frizzell Frizzell Jr., COO des Inn of the Mountain Gods, zeigt sich zufrieden mit der Wahl von William Hill: „Über die Jahre haben sich unsere Kunden an ein hohes Servicelevel und die besten Casinoangebote gewöhnt. Unser Wettbuch wird hier keine Ausnahme sein. Gemeinsam mit William Hill werden wir moderne Wetttechnologie mit innovativen Hebel-Optionen und Live-Wett-Optionen anbieten. Wir wissen, dass unsere Kunden sich darauf gefreut haben. Wir sind begeistert, das Angebot gemeinsam mit dem Marktführer umsetzen zu können.“
Beide Meldungen, sowohl die neuen Sponsorenverträge, als auch der neue Auftrag in New Mexico freuten die Analysten. So hob Stifel das William Hill-Kursziel auf 1,75 britische Pfund an und setzte die Aktie auf „Kaufen“.
Möglicherweise noch nicht im Schlusskurs vom Freitag eingepreist, ist ein Dämpfer: Der britische Guardian und wir berichteten, dass William Hill bis auf Weiteres keine Geschäfte mehr mit Kunden aus der Schweiz abwickelt. Betroffene Kunden erhielten eine E-Mail, die sie über diese Maßnahme informierte. Bereits gesetzte Wetten werden rückabgewickelt. Neue Wetten werden nicht angenommen. Damit folgt William Hill Glücksspielkonzernen wie BetBright and 188BET. Das Management begründete diesen Schritt mit „regulatorischen Anforderungen“. Tatsächlich könnte das Unternehmen jedoch versuchen, sich mit diesem Schritt vor allzu hohen Auszahlungen zu schützen. Dafür spricht auch, dass die Wetten rückabgewickelt und nicht zum aktuellen Kurs ausbezahlt werden.





























