
Laut dem nun vorgelegten Zwischenbericht der UKGC ist das Verbot von Kreditkarten in Online Casinos in Großbritannien ein voller Erfolg. (Bildquelle: pexels by Andrea Piacquadio)
Seit mehr als anderthalb Jahren ist es in Großbritannien für die Kunden in Online Casinos und bei Buchmachern nicht mehr möglich, mit Kreditkarten ihre Einzahlungen auf ein Spielerkonto zu tätigen. Die UKGC war der Meinung, dass ein Verbot von Kreditkarten vielen Kunden von Glücksspielen dabei helfen würde, ihre Ausgaben besser zu kontrollieren, wenn sie nicht mehr in der Lage wären einfach geliehenes Geld einzusetzen. In ihrem jetzigen Zwischenbericht zu dem Thema wertet die britische Glücksspielaufsichtsbehörde die Maßnahme als Erfolg. Zugleich konnte nämlich keine Ausweichbewegung der Kunden festgestellt werden, wie beispielsweise die Aufnahme von Krediten bei Banken fürs Glücksspiel.
Das Verbot von Kreditkarten führt laut UKGC zu einem besseren Umgang mit Geld
Im vergangenen Jahr überraschte die UKGC die Glücksspielbranche mit dem Verbot von Kreditkarten für Zahlungen in Online Casinos und auf Sportwettenplattformen. Die Glücksspielaufsichtsbehörde machte das Zahlungsmittel mitverantwortlich für den Kontrollverlust einiger Kunden, dem oftmals problematisches Spielverhalten oder gar eine Spielsucht zugrunde liegt. Im April 2020, als das Verbot von Kreditkarten für die meisten Glücksspiele in Großbritannien in Kraft trat, stützte sich die UKGC zu ihrer Begründung auf einige interessante Daten. Von den insgesamt 800.000 Kunden im Land, die im Internet in Online Casinos Kreditkarten verwendeten, wiesen rund 22 Prozent ein problematisches Spielverhalten auf. Ein erschreckend hoher Prozentsatz. Die Möglichkeit des Nutzers mit einer Kreditkarte mit geliehenem Geld zu spielen und erst am Ende des Monates den Betrag über das eigene Bankkonto zu begleichen, verleitete viele Kunden deutlich mehr auszugeben, als ihre finanzielle Situation es zulassen würde. Zusätzlich weisen Kreditkarten eine deutlich geringere Hemmschwelle auf als dies beispielsweise bei einem Gang zur nächsten Bank der Fall wäre, um dort für einen Termin für einen Kredit zu bitten. Zu guter Letzt verlieren Menschen recht schnell den Überblick über ihre tatsächlichen Ausgaben, die sie bereits über den Monat hinweg getätigt haben, vor allem wenn diese aus vielen kleineren Transaktionen bestehen. All diese Faktoren zusammengenommen, ließen der UKGC keine andere Wahl als ein Verbot von Kreditkarten für Online Casinos und Buchmacher im Internet auszusprechen. Nur so kann sie ihrer Meinung nach ihrer Hauptaufgabe, die Schäden des Glücksspiels auf die Bevölkerung möglichst gering zu halten, weiterhin gerecht werden.
Auch in anderen Länder steht ein mögliches Verbot von Kreditkarten für Glücksspiele immer wieder auf der Tagesordnung, weshalb der nun vorgestellte Zwischenbericht der UKGC auf großes Interesse stoßen dürfte. Gerade Deutschland, ein Land, welches ohnehin schon einen extrem restriktiven Ansatz beim Spielerschutz verfolgt, dürfte sich die Ergebnisse genaustens anschauen.
Keine Zunahme anderweitiger Kredite für Glücksspiele
Der wohl wichtigste Punkt für die UKGC in Bezug auf das Verbot von Kreditkarten war immer die Frage, ob die Kunden dieses annehmen und akzeptieren werden oder sie womöglich versuchen werden dieses zu umgehen. Die gute Nachricht für die Aufsichtsbehörde lautet, dass die Kunden sogar in der Mehrheit die Verbannung dieses Zahlungsmittels in den Online Casinos positiv gegenüberstehen. Aus diesem Grund überrascht es auch nicht, dass deshalb auch keine signifikante Ausweichbewegung seit April 2020 festgestellt werden konnte. Sowohl bei der anderweitigen legalen sowie illegalen Kreditaufnahme für Glücksspiele habe es keine spürbare Zunahme gegeben, so der Tenor der Zwischenbilanz. Ebenfalls fand die UKGC heraus, dass trotz der Möglichkeiten das Verbot der Kreditkarten anderweitig legal zu umgehen, nur wenige Kunden davon Gebrauch machen. Der überwiegende Teil der ehemaligen Kreditkartennutzer spielt nur noch mit dem Geld, welches ihnen zur Verfügung steht. Des Weiteren zeigte sich, dass selbst in den ersten drei Monaten nach der Verbannung, dass weder die Banküberweisungen der Kartennutzer zu den Online Casinos anstiegen noch sich die Abhebungen an Geldautomaten deutlich erhöhten. Auf der Seite der Finanzinstitute zeigte sich wiederum, dass auch hier das Verbot der Kreditkarten für die meisten Glücksspiele bis auf Lotto beachtet wird. Hierzu zählen ebenso die eWallets, die Transaktionen, die aus Kreditkarten stammen, seit April 2020 blockieren müssen. Da es sich um einen Zwischenbericht handelt, wird die Untersuchung noch bis Anfang 2023 weitergeführt. Hierfür hat die UKGC das NatCen Social Research beauftragt.
Andrew Rhodes, der vorübergehende Geschäftsführer der United Kingdom Gambling Commission, äußerte sich selbst noch einmal zum nun vorgelegten Zwischenbericht. Er erklärte: „Der Schutz der Verbraucher steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Wir haben diese Richtlinie als Teil unserer vielseitigen Arbeit zur Reduzierung von Glücksspielschäden eingeführt. Die erfolgreiche Umsetzung des Verbots in der gesamten Branche und die von uns bisher beobachteten Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten und die Finanzausgaben sind ein ermutigendes Zeichen dafür, dass das Verbot die Abhängigkeit der Verbraucher vom Glücksspiel mit geliehenem Geld verringert hat. Wir freuen uns bereits auf den Bericht von NatCen über die langfristigen Auswirkungen des Verbots und sind gespannt, wie dies in Zukunft unsere Richtlinien beeinflussen wird.“
Hier finden Sie den kompletten Zwischenbericht der UGKC zum Verbot von Kreditkarten!





























