Play'n GO in Deutschland tritt DOCV bei.

Play'n GO in Deutschland tritt dem DOCV bei und setzt sich damit auch für Themen wie Spielerschutz und Suchtprävention ein. (Bildquelle: Play'n GO auf Facebook und DOCV)

Mit dem Beitritt zum Deutschen Online Casinoverband will sich Play'n GO in Deutschland nun auch direkt an der Verbandsarbeit beteiligen. Alle bisherigen Mitglieder stimmten der Aufnahme zu, vertreten wird der schwedische Spieleentwickler künftig von Melanie Hainzer, Market Owner DACH. Sie soll unter anderem die Erfahrungen einbringen, die das Unternehmen bereits in anderen regulierten Glücksspielmärkten gesammelt hat.

Neu ist der deutsche Markt für den Entwickler nicht. Spiele von Play'n GO sind bereits bei lizenzierten Online Casinos verfügbar, zudem arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Tipico zusammen. Für Play'n GO in Deutschland erweitert sich mit dem DOCV-Beitritt somit vor allem die Möglichkeit, bei regulatorischen Themen und Fragen rund um den legalen Markt direkt mitzureden.

Der Deutsche Online Casinoverband wurde 2017 gegründet und vertritt seine Mitglieder gegenüber Behörden, Gesetzgebern und anderen Organisationen. Neben Betreibern gehören auch Spieleentwickler und weitere Unternehmen aus dem Online-Glücksspiel zum Verband, der sich unter anderem mit Wettbewerbsbedingungen, Spielerschutz und Suchtprävention beschäftigt. Mit Play'n GO zählt der DOCV aktuell 20 Mitgliedsunternehmen.

Play'n GO in Deutschland kritisiert Wettbewerb mit illegalen Anbietern

Warum will sich der Entwickler gerade jetzt stärker in die Verbandsarbeit einbringen? Magnus Olsson, Chief Commercial Officer von Play'n GO, spricht vor allem den Wettbewerb zwischen lizenzierten Unternehmen und Anbietern ohne deutsche Erlaubnis an. Letztere müssen weder dieselben regulatorischen Vorgaben erfüllen noch unter vergleichbaren steuerlichen Bedingungen arbeiten.

Unterschiedlich fallen auch die Zahlen zur Kanalisierung aus. Gemeint ist damit der Anteil der Spieler, der tatsächlich bei legalen Anbietern spielt. Play'n GO verweist auf Branchenschätzungen zwischen 30 und 50 Prozent, während eine von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder veröffentlichte Untersuchung für 2024 auf 77,03 Prozent kommt. Auf unerlaubtes und nicht reguliertes Online-Glücksspiel entfielen demnach 22,97 Prozent des Marktvolumens.

Für Play'n GO liegen beide Einschätzungen weit auseinander, am grundsätzlichen Problem ändert sich aus Sicht des Unternehmens aber nichts. Olsson kritisiert, dass legale Angebote gegenüber nicht lizenzierten Plattformen konkurrenzfähig bleiben müssen, wenn Spieler im regulierten Markt gehalten werden sollen.

Der DOCV fordert ebenfalls ein konsequenteres Vorgehen gegen illegale Glücksspielanbieter. Im Jahr 2026 kommt noch ein weiterer Punkt hinzu, denn der Glücksspielstaatsvertrag 2021 wird umfassend evaluiert. Bis zum Jahresende sollen die Länder ihre bisherigen Erkenntnisse zusammenführen und unter anderem untersuchen, welchen Einfluss die geltenden Regeln auf Kanalisierung und Schwarzmarkt haben. Die GGL arbeitet parallel bereits am nächsten Erlaubniszyklus ab 2027.

Play'n GO in Deutschland wird Mitglied bei DOCV.

Magnus Olsson, Chief Commercial Officer bei Play'n GO , sagte: „Deutschland sollte einer der führenden regulierten Online-Glücksspielmärkte Europas sein, doch die aktuelle wirtschaftliche Situation ist unzureichend. Lizenzierte Anbieter müssen mit illegalen Unternehmen konkurrieren, die nicht dieselben Steuern zahlen, sich nicht an dieselben Regeln halten und nicht dieselben Standards beim Spielerschutz erfüllen.“ (Bildquelle: Play'n GO auf Facebook)

Der Entwickler arbeitet bereits mit lizenzierten Online Casinos

Wie Play'n GO in Deutschland bereits mit legalen Anbietern zusammenarbeitet, zeigt das Beispiel Tipico. Der Spieleentwickler wurde dort 2025 als Priority Partner aufgenommen, wodurch seine Titel auf der Plattform zusätzliche Sichtbarkeit und eigene Promotionsflächen erhielten. Play'n GO verwies damals außerdem darauf, dass Tipico Spiele von Entwicklern entfernte, die sowohl den regulierten als auch den nicht regulierten deutschen Markt beliefern.

Auch bei Wunderino gehören Spiele von Play'n GO zum Angebot. Der DOCV führt den lizenzierten Betreiber selbst als Mitglied und nennt Play'n GO ausdrücklich als einen der dort vertretenen Softwareentwickler. Shawn Fluharty, Head of Government Affairs bei Play'n GO, fordert von Branchenverbänden mehr als reine Interessenvertretung. Aus seiner Sicht müssen konkrete Probleme aus dem Markt angesprochen und Erfahrungen aus der Praxis auch in Gespräche mit Behörden und politischen Entscheidungsträgern eingebracht werden.

Play'n GO verweist zudem auf die eigene Ausrichtung auf regulierte Glücksspielmärkte und erklärt, sich dafür bereits aus umfangreichem nicht lizenziertem Geschäft zurückgezogen zu haben. Melanie Hainzer übernimmt nun die Arbeit im DOCV und vertritt dort die Position des Spieleentwicklers. Mit dem Verbandsbeitritt bekommt Play'n GO in Deutschland erstmals auch einen direkten Platz innerhalb des DOCV und kann sich dort an den Diskussionen über Schwarzmarkt, Kanalisierung und die Bedingungen für lizenzierte Anbieter beteiligen.