Rich List 2021

Die Sunday Times Rich List 2021 hat in ihrer Top 50 drei milliardenschwere britische Unternehmer aufgelistet: Bet365 Eigner Familie Coates, PokerStars Gründer Scheinberg und die Evolution-Brothers Livingstone! (Bildquelle: TheDigitalArtist auf Pixabay)

Zwischen Hedgefonds, der Pharmaindustrie und Chelsea Besitzer sowie Oligarchen Roman Abramovich taucht in der Top 20 der Sunday Times Rich List 2021 die Bet365 Familie Coates auf. Die Großaktionäre um Denise, John und Peter landen immerhin auf Platz 17 mit ihrem Nettovermögen und mussten dabei sogar gegenüber dem Vorjahr einen Platz nach unten rücken. In die Top 50 der Liste hat es auch wieder der israelisch-kanadische Investor Mark Scheinberg geschafft, der einst mit seinem Vater und Softwareentwicklern die führende Marke PokerStars ins Leben gerufen hat. Den größten Sprung haben Ian und Richard Livingstone gemacht, die mit ihren Evolution Aktien über 5.000 % Rendite eingefahren haben, seit sie an dem Live Casino Projekt als Großaktionäre beteiligt sind.

Sunday Times Rich List mit den 1.000 reichsten Briten

Erst letzten Monat wurde enthüllt, dass die Gründerin und Mehrheitsaktionärin von Bet365, Denise Coates, für das abgelaufene Geschäftsjahr, welches am 29. März zu Ende ging, ein Gehalt – wahrhaftig 421 Mio. £ von Bet365 erhalten hat. Darüber hinaus erhielt die Unternehmerin Dividenden in Höhe von 48 Mio. £ aus ihrem Aktienpaket des Bet365 Casinos und Wettportals, was ihr mit insgesamt 469 Mio. £ beinahe eine halbe Milliarde an Jahresgehalt eingebracht hat. Dieser Betrag gilt im Vereinigten Königreich als der größte Gehaltsscheck in der britischen Unternehmensgeschichte. Gleichwohl andere Superreiche in der Sunday Times Rich List noch mehr verdienten, so handelt es sich um Gewinne aus Aktien und diversen Investitionen, die Bet365 Eigner bekommen hingegen ein erfolgsabhängiges Gehalt und zusätzlich Dividendenzahlungen aus ihren Aktienanteilen.

Das Nettovermögen von Denise, John und Peter Coates hat den Eigentümern des Glücksspielunternehmens Bet365 den Platz 17 in der Sunday Times Rich List 2021 beschert. Das ist natürlich kein Vergleich mit Unternehmern wie Amazon-Gründer Jeff Bezos, der alle pro Sekunde rund 3.600 US-Dollar verdient, hochgerechnet sind das etwa 9,5 Mrd. US-Dollar im Monat. Demgegenüber erscheint die Steuereinnahme in Deutschland von rund 23.000 € pro Minute fast schon ein wenig lächerlich, wohlgemerkt es handelt sich um eine der größten Volkswirtschaften der Welt! Der reichste Brite ist laut den Erhebungen der Sunday Times Rich List Sir Leonard Blavatnik, der es mit seiner Beteiligungsgesellschaft Access Industries erstmals auf Platz 1 geschafft hat, mit einem geschätzten Jahresgehalt von über 7,2 Mrd. £.

Denise Coates gründete Bet365 vor zwei Jahrzehnten und ist seit einigen Jahren die bestbezahlte Chefin Großbritanniens. Dabei hat ihr Gehalt sich von 277 Mio. £ im Jahr 2019, im Jahr 2020 fast verdoppelt mit einem Tagesgehalt von beinahe 1,2 Mio. £. Das wiederum ist laut Angaben des High Pay Centre mehr als jeder Konzernchef eines FTSE 100-Unternehmens in diesem Zeitraum verdient hat. Zudem ist Bet365 der zahlungskräftigste Steuerzahler im Vereinigten Königreich.

Evolution-Brüder schwimmen im Geld

Die beiden Brüder Ian und Richard Livingstone haben sich ohne großes Aufsehen ein 7,2-Milliarden-Dollar-Vermögen aufgebaut und dabei einen Großteil mit Evolution Aktien verdient. Als 20-Jährige begannen die Livingstones, billige Londoner Immobilien aufzukaufen und dabei hat ihnen ihr Gespür für vielversprechende, aber unterbewertete Objekte gute Renditen beschert. Auf diese Weise haben die Brüder in den letzten drei Jahrzehnten m Stillen ein milliardenschweres Immobilienportfolio mit einigen der besten Hotels der Welt zusammengestellt. Die Königswette war allerdings eine andere Art von Investition!

Der Aktienanteil der Livingstone-Brüder an Evolution Gaming – dem weltweit führenden Live Dealer Casino Anbieter aus Schweden, hat vor allem während der Corona-Pandemie ordentlich zulegen können. Mit einem Plus von 200 % im Jahr 2020 hat das ohnehin schon wertvolle Portfolio an Wertpapieren noch einmal kräftig zulegt. Insgesamt hat das Investment laut Angaben der Zeitung „The Daily Telegraph“ bereits eine Rendite von gut 5.000 % gebracht, seit die Livingstones Aktionäre geworden sind.

Im Jahr 2021 liegt der Anteil an der Unternehmensgruppe bei stolzen 8,6 % und ist fast 3 Mrd. € wert. Dabei konnte der Kursgewinn von Evolution maßgeblich dazu beitragen, die Verluste auszugleichen, die durch Schließungen der Hotels im Zuge der Corona-Krise in der Region London dem Immobilienimperium zugesetzt haben.

Die Rendite der Investition ist erst am Anfang

Eine ganze Reihe der reichsten Menschen der Welt haben in den Tech-Bereich investiert. Doch die Livingstones erkannten das Potenzial der in Stockholm notierten Evolution Gaming AB schon viel früher. Seit die Brüder vor 15 Jahren mit einer Anfangsfinanzierung eingestiegen sind, hat sich das Start-up-Unternehmen zu einer unsichtbaren Präsenz hinter den Live Dealer Spielen entwickelt, die von mehr als 300 Casino-Betreibern weltweit in Anspruch genommen wird. Hierbei ist die Tendenz steigend, denn durch die weltweite Krisensituation und damit einhergehenden Schließungen terrestrischer Spielbanken boomt das Geschäft mit Live Streams wie nie zuvor. Von 888casino über Betsson bis hin zu Mr Bet, keiner kann auf Evolution Spiele verzichten.

Das Unternehmen steht jedoch erst am Anfang seiner Erfolgsstory und wird Ian und Richard Livingstone in der Sunday Times Rich List bis 2030 weiter nach oben spülen. Mit Ezugi, NetEnt, Red Tiger Gaming und zuletzt MegaWays-Erfinder Big Time Gaming hat die Unternehmensgruppe enorm an Umfang gewinnen können. Damit gehören angesagte Online-Spielautomaten fortan zum Repertoire, was hinsichtlich des expandieren US-Geschäfts sehr interessant ist. Evolution ist nach den kürzlich 2021 unterzeichneten Abkommen mit Caesars Entertainment und Wynn Resorts in der Lage, von der Marktöffnung auf dem riesigen US-Markt zu profitieren. Mit eigenen Studios in New Jersey und Pennsylvania ist die Basis bereits vorhanden.

Das Marktgespür der Brüder Livingstone scheint mit dem Riecher von Warren Buffett Gemeinsamkeiten aufzuweisen. Auf die Sunday Times Rich List schafften sie es nun über mehrere Jahre und das nicht nur mit Evolution, sondern mit Investments in florierende Geschäftsbereiche wie Pflegeheime und Luxushotels.