
Merkur möchte die USA mit den eigenen Spielautomaten erobern. Dieses Jahr sollen die Echtgeldautomaten bereits von Deutschland in die USA verschickt werden. (Bildquelle: TechPhotoGal auf Pixabay und Merkur Group)
Merkur will die USA für sich erobern! Der deutsche Glücksspielkonzern wird mit seinen Echtgeldautomaten seine Präsenz in Nordamerika deutlich ausbauen. Ziel ist es, in den kommenden Jahren Tausende Spielautomaten aus Ostwestfalen in die USA und nach Kanada zu exportieren. Nach der Übernahme des US-Unternehmens Gaming Arts im vergangenen Jahr sieht sich Merkur dafür gut aufgestellt.
Wie Merkur der Presse mitteilte, will das Unternehmen im laufenden Jahr bereits zwischen 800 und 1000 Spielautomaten in den nordamerikanischen Markt bringen. In drei Jahren soll diese Zahl dann auf 5000 Geräte pro Jahr steigen.
Produziert werden die Spielautomaten vollständig im Werk in Lübbecke, bevor sie dann in die USA transportiert werden. Für das Unternehmen ist der Schritt von besonderer Bedeutung, weil der amerikanische Glücksspielmarkt als einer der größten weltweit gilt.
Merkur USA: Spielautomaten mit deutscher Technik
In den USA stehen Schätzungen zufolge rund eine Million Glücksspielautomaten. Ein erheblicher Teil davon befindet sich in Las Vegas. Genau dort sitzt auch Gaming Arts, die Firma, die Merkur 2025 übernommen hat. Das Unternehmen beschäftigt rund 60 Mitarbeitende und entwickelt unter anderem Geldspielgeräte, Bingo-Spiele und elektronische Tischspiele.
Künftig soll sich Gaming Arts vor allem auf Software konzentrieren. Die Hardware, also die eigentlichen Spielautomaten, kommt dagegen aus Ostwestfalen. Für Merkur ist das ein wichtiger Vorteil, weil sich so die bestehende Entwicklung in den USA mit der eigenen Produktion in Deutschland verbinden lässt.
Nach Einschätzung des Merkur-Vorstands sind die Marktchancen in den Vereinigten Staaten durchaus vorhanden, denn der Markt hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt, sodass immer mehr Anbieter die USA für sich entdecken. Früher gab es mehr Anbieter auf dem US-Markt , mittlerweile hat sich der Glücksspielmarkt stark verdichtet. Vor allem die drei große Unternehmen Aristocrat Gaming, IGT und Light & Wonder dominieren aktuell den Markt.
Genau darin sieht Merkur eine Möglichkeit. Viele Casino-Betreiber seien auf der Suche nach Alternativen, um nicht dauerhaft von wenigen großen Herstellern abhängig zu bleiben. Der Konzern aus Espelkamp will deshalb bewusst als neuer Anbieter auftreten und sich über mehr Vielfalt im Markt positionieren.

Robert Ziems, CEO von Gaming Arts, sagt zum Aufkauf durch Merkur: „Gestärkt durch die internationale Präsenz und die enormen Ressourcen von Merkur werden wir wegweisende Innovationen entwickeln und in erstklassige Produkte umsetzen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind hochmotiviert, gemeinsam ein weiteres Kapitel in der erfolgreichen Unternehmensgeschichte zu schreiben.“ (Bildquelle: Merkur Group)
Umsatz steigt, Auslandsanteil soll weiter wachsen
Auch wirtschaftlich lief es für die Merkur Group zuletzt ordentlich. Nach eigenen Angaben erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Konzernumsatz von 2,1 Milliarden Euro. Das entsprach einem Umsatzplus von 7,5 Prozent. Für 2026 peilt das Unternehmen einen weiteren Anstieg auf rund 2,3 Milliarden Euro an.
Merkur beschäftigt derzeit rund 15.300 Menschen. Hinter Deutschland ist bisher Großbritannien der wichtigste Markt für den Glücksspielanbieter. Gleichzeitig arbeitet Merkur daran den internationalen Anteil am Geschäft weiter auszubaue. Lag der Auslandsumsatz 2019 noch bei 40 Prozent, waren es im vergangenen Jahr bereits 45 Prozent.
Zudem will Merkur den Bereich Online Casinos weiter ausbauen. Der Anteil des Online-Geschäfts am Gesamtumsatz liegt derzeit bei elf Prozent und soll in Zukunft steigen.
Auch virtuelle Echtgeldautomaten sollen in Zukunft eine größere Rolle spielen
Merkur will in den USA aber nicht nur mit klassischen Spielautomaten wachsen. Das Unternehmen plant außerdem, den Verkauf und die Vermietung virtueller Spiele auszubauen. Dabei geht es sowohl um Inhalte für Online-Plattformen als auch um Spiele, die in stationären Casinos auf Automaten laufen.
Weltweit sind nach Unternehmensangaben derzeit mehr als 100.000 Spielautomaten von Merkur in Betrieb, für die der Konzern Mietzahlungen oder Umsatzanteile erhält. Durch die Expansion in Nordamerika soll diese Zahl in den kommenden Jahren deutlich steigen.
Ganz neu ist der Vorstoß in den US-Markt allerdings nicht. Schon 1998 erhielt eine amerikanische Tochtergesellschaft von Merkur eine Herstellerlizenz in Nevada. Der damalige Erfolg blieb jedoch begrenzt. 2008 wurde die Tochterfirma schließlich an einen US-Konkurrenten verkauft. Mit der Übernahme von Gaming Arts startet das Unternehmen nun einen neuen Anlauf.





























