Deckblatt des GGL Tätigkeitsbericht 2025.

Der GGL Tätigkeitsbericht 2025 ist endlich veröffentlicht und zeigt, dass sich die Behörde aus der Entwicklungsphase rausbewegt und seinen Tätigkeiten nachgeht. (Bildquelle: Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder)

Der GGL Tätigkeitsbericht 2025 ist veröffentlicht und im neuen Bericht geht es weniger um den Aufbau der Behörde. In den ersten Jahren musste die GGL erst Strukturen schaffen, Zuständigkeiten übernehmen und Erlaubnisse bearbeiten. Nun steht häufiger die Frage im Raum, was nach einer Lizenz passiert.

Für Glücksspielanbieter aus Deutschland ist vor allem dieser Teil wichtig. Die GGL führte im vergangenen Jahr 621 Aufsichten bei legalen Anbietern durch. Dazu kamen 148 bearbeitete Anträge auf Grunderlaubnis oder Änderungen. Nur acht davon betrafen neue Lizenzen, wohingegen es bei 140 um reine Änderungen ging.

Bei den virtuellen Automatenspielen wird die Arbeit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder besonders deutlich. Die Behörde prüfte im vergangenen Jahr rund 956 Einzelspiele. Über alle Anbieter hinweg waren es sogar mehr als 28.000 geprüfte Slot-Games.

GGL Tätigkeitsbericht 2025 unterscheidet sich von den ersten Jahren

Ein Blick auf die früheren Berichte zeigt, wie sehr sich die Arbeit der GGL verschoben hat. In den Tätigkeitsberichten 2021 und 2022 ging es noch stark um den Start der Behörde. Damals standen neue Zuständigkeiten, Personal, Abläufe und die Übernahme einzelner Aufgaben im Mittelpunkt. Beim Bericht für 2023 war die GGL dann erstmals ein komplettes Jahr für ihre Aufgaben zuständig. Im Tätigkeitsbericht 2024 rückten dann endlich die Erlaubnisverfahren, Änderungsanträge und Vollzug stärker in den Fokus der Aussichtsbehörde.

Im aktuellen Bericht merkt man nun deutlich, dass die GGL endlich ihre volle Aufmerksamkeit auf die Kernthemen lenken konnte. Konkrete Aufsichtszahlen, Whitelist-Daten und technische Systeme stärker im Mittelpunkt. Doch was heißt das nun konkret? Was hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in 2025 wirklich erreicht?

In den ersten Jahren nach Gründung der Behörde stand vor allem Erlaubnisarbeit auf der Tagesordnung. Mittlerweile konnte die GGL auf die laufende Aufsicht der Anbieter konzentrieren. Die GGL überprüfte 2.662 Websites illegaler Anbieter oder Werbetreibender. 1.843 illegale Websites waren wegen Untersagungsverfügungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Bei 178 illegalen Websites waren außerdem Zahlungen über gängige Zahlungsdienstleister nicht mehr möglich.

Auch die Marktdaten sind interessant. Wie aus dem GGL Tätigkeitsbericht 2025 zu entnehmen ist, konnte in der Branche ein Bruttospielertrag von 14,4 Milliarden Euro erzielt werden. Das liegt ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres. Der Online-Anteil kommt auf 25 Prozent. Virtuelle Automatenspiele und Online Poker liegen zusammen bei rund 0,6 Milliarden Euro. Online Casino Angebote sind damit ein fester Teil des Marktes geworden, liegen aber deutlich hinter anderen Bereichen.

Vorsitz im Verwaltungsrat der GGL wechselt pünktlich.

Zum 1. Juli 2026 wechselt der Vorsitz im Verwaltungsrat der GGL turnusgemäß von Sandro Kirchner zu Christian Hochgrebe aus Berlin. Hochgrebe übernimmt nun in einer Phase, in der es besonders um die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrages geht. (Bildquelle: Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder)

LUGAS und Safe Server werden zum Alltag der Aufsicht

LUGAS und Safe Server gehören inzwischen fest zur Kontrolle der Online Anbieter. Wer Online Glücksspiel in Deutschland anbietet, muss an die Zentraldateien und an das Auswertesystem der Safe Server angeschlossen sein.

Zur Zentraldatei gehören die Limit- und die Aktivitätsdatei. Über die Limitdatei werden monatliche Einzahlungen über Anbieter hinweg erfasst. Die Aktivitätsdatei hingegen soll verhindern, dass parallel bei mehreren Anbietern gespielt wird. In den Zentraldateien waren 2025 rund 5,3 Millionen registrierte Spielende erfasst. Die Zahl fiel niedriger aus als im Vorjahr, weil die Daten bereinigt wurden und doppelte oder ungenaue Einträge stärker herausfielen.

Auch die Safe Server bleiben für die GGL ein fester Teil der Arbeit. Sie liefern Daten aus dem legalen Markt und helfen dabei, Vorgaben zu prüfen. Für Anbieter wird das spätestens dann relevant, wenn Daten fehlen oder Schnittstellen nicht sauber laufen. Dann betrifft Technik nicht mehr nur die interne IT, sondern auch die Aufsicht.

Der Vorfall vom 15. März 2025 passt genau in dieses Bild. Wegen eines technischen Zertifikatsproblems waren Neuanmeldungen und Einzahlungen bei Online Glücksspielanbietern mehrere Stunden lang nicht möglich. Der Fall zeigt recht gut, dass Glücksspielaufsicht heute auch von funktionierenden IT-Systemen abhängt. Im Jahr 2026 wird die GGL fünf Jahre alt, gleichzeitig läuft die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 weiter.