
Der französische Konzern Banijay Gaming verkauft seine Anteile an bet-at-home, nach der Übernahme von Tipico im Jahr 2025. (Bildquelle: Romain Dancre auf Unsplash)
Jetzt ist Schluss mit Banijay Gaming und bet-at-home! Das dachte sich Banijay Gaming vermutlich, als es dem Verkauf seiner Mehrheitsbeteiligung an bet-at-home zustimmte. Der französische Konzern hielt rund 53,9 % der Anteile an der bet-at-home AG.
Damit endet nun offiziell die Beteiligung des Konzerns an dem Wettanbieter, der seit Jahren vor allem im europäischen Markt aktiv ist. Dieser Schritt ist Teil einer Neuordnung im Glücksspielgeschäft von Banijay Gaming.
Der Grund für den Verkauf ist klar, Banijay Gaming benötigt nach der Übernahme der Tipico Group nicht zwei Wettanbieter, die sich auf den europäischen Markt fokussieren.
Banijay Gaming und bet-at-home Aus: Warum man jetzt auf Tipico setzt
Bei Banijay hat sich der Fokus im Glücksspielgeschäft in den letzten Jahren deutlich verschoben. Statt mehrere kleinere Marken parallel zu führen, setzt der Konzern zunehmend auf wenige Anbieter, die in mehreren Ländern gut funktionieren. Eine davon ist Betclic, die in verschiedenen europäischen Märkten aktiv ist und für Banijay eine wichtige Rolle spielt.
In dieses Bild passt auch die geplante Übernahme der Tipico Group. Tipico ist im deutschsprachigen Raum deutlich stärker positioniert als bet-at-home und erreicht eine größere Zielgruppe. Mit Tipico hätte Banijay einen zentralen Anbieter für Deutschland und Österreich und müsste nicht zusätzlich einen zweiten Wettanbieter im gleichen Markt halten.
Für bet-at-home bedeutet das, dass die Marke für Banijay an Bedeutung verliert. Zwar ist der Anbieter vielen Spielern bekannt, doch die Märkte in Deutschland und Österreich gelten inzwischen als schwierig. Hohe Steuern, strenge Werbevorgaben und eingeschränkte Angebote lassen kaum Raum für Wachstum.
Das zeigt sich auch in den Zahlen. In den ersten neun Monaten des Jahres setzte bet-at-home 27,3 Millionen Euro mit Wetten und Spielen um. Im Vorjahr waren es noch 29,6 Millionen Euro. Das Geschäft läuft weiter, entwickelt sich aber kaum noch nach oben.

Bereits im Oktober 2025 hatte die französische Banijay Group eine verbindliche Vereinbarung getroffen die Mehrheitsanteile an der Tipico Groupe zu übernehmen. Die Transaktion sieht vor, dass Banijay nach der Übernahme zunächst 65 % der Anteile an Tipico erhält. (Bildquelle: Rock Staar auf Unsplash)
Konsequenzen für bet-at-home und den Markt
Für Kunden von bet-at-home ändert sich durch den Verkauf zunächst nichts. Der laufende Betrieb bleibt unverändert, ebenso bestehende Konten, Ein- und Auszahlungen sowie laufende Wetten. Auch an den geltenden Lizenzen ändert sich kurzfristig nichts. Bet-at-home wird also im europäischen Markt mobile Wetten und Online Casino Spiele anbieten. Sowohl in Österreich als auch in Deutschland oder auf Malta bietet der Glücksspielanbieter Slots bekannter Studios, darunter NetEnt und Greentube.
Auf Unternehmensebene ist der Einschnitt deutlicher. Mit Abschluss der Transaktion sind François Riahi, CEO der Banijay Group, sowie Véronique Giraudon, Finanzchefin von Betclic, aus dem Aufsichtsrat von bet-at-home ausgeschieden. Damit endet der direkte Einfluss von Banijay auf strategische Entscheidungen des Unternehmens.
Für bet-at-home beginnt damit eine Phase größerer Eigenständigkeit. Gleichzeitig wächst der Druck, sich in einem schwierigen Marktumfeld klar zu positionieren und effizient zu arbeiten. Große Wachstumsschritte sind unter den aktuellen regulatorischen Bedingungen kaum zu erwarten, Stabilität dürfte zunächst im Vordergrund stehen.
Der Verkauf fügt sich in eine breitere Entwicklung im europäischen Glücksspielmarkt ein. Anbieter konzentrieren sich zunehmend auf Kernmärkte und skalierbare Plattformen, während Beteiligungen ohne langfristige Perspektive abgegeben werden.





























