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AML-Mängel bei Unibet. Das Online Casino wird von der niederländischen Glücksspielbehörde unter die Lupe genommen. Anzeichen und Kontrollen waren eindeutig. Nun muss Unibet handeln und nachbessern. (Bildquelle: KSA auf Facebook)

AML-Mängel bei Unibet haben die niederländische Glücksspielbehörde (KSA) auf den Plan gerufen. Die Aufsichtsbehörde hat Optdeck Service Limited, welche die Marke Unibet führt, angewiesen, seine Prozesse zur Geldwäscheprävention und Kundenprüfung zu optimieren.

Laut den Angaben der Behörde geht es bei der Kontrolle nicht um einen einzelnen spektakulären Geldwäschefall beim Online Glücksspiel, sondern um mehrere strukturelle Schwächen in den internen Kontrollen des Anbieters. Betroffen sind vor allem das Risikomodell, das Transaktionsmonitoring und die laufende Überprüfung von Kundenbeziehungen. Optdeck Service Limited sitzt in Malta und verfügt in den Niederlanden über eine Remote-Gaming-Lizenz, die vom 8. Juni 2022 bis zum 7. Juni 2027 läuft.

Das Verfahren rund um Unibet läuft bereits seit dem 25. Januar 2024. In der Zeit zwischen 2024 und April 2026 folgten Dokumentenanforderungen, ein virtuelles Audit, weitere Nachfragen und die Prüfung von zwölf Kundenakten. Am Ende der Prüfung kam die niederländische Glücksspielbehörde zu dem Schluss, dass Unibet gegen Artikel 2c Absatz 1 Wwft sowie gegen Artikel 3 Wwft verstoßen hat.

AML-Mängel bei Unibet: KSA sieht Schwächen bei Schwellenwerten und Überwachung

Ein zentraler Punkt bei den AML-Mängeln bei Unibet (Geldwäschebekämpfung) sind die finanziellen Schwellenwerte. Die KSA kritisiert, dass Unibet bei manchen Kunden erst sehr spät ein hohes Geldwäscherisiko angenommen hat und erst dann eine vertiefte Prüfung zur Herkunft der Gelder einleitete.

Als Beispiel nennt die Behörde einen Schwellenwert von 15.000 Pfund Verlust in 90 Tagen. Nach Auffassung der KSK konnten Kunden dadurch bereits hohe Summen einzahlen oder verlieren, bevor überhaupt eine intensivere Prüfung erfolgte. Außerdem bemängelte die Behörde, dass mehrere Schwellenwerte bei Unibet in britischen Pfund statt in Euro definiert waren. Diese Währungsunterschiede passen nicht zum niederländischen Markt, auf dem mit Euro gespielt wird.

Die niederländische Glücksspielbehörde bemängelt außerdem, dass Unibet seine Prüfverfahren eher daran festgemacht hat, wie viel ein Spieler im Online Casino verloren hat, statt wie hoch die Einzahlungssumme war. Das hält die KSA für problematisch, weil das Geld dann bereits eingezahlt oder verspielt sein kann, bevor eine vertiefte Kontrolle beginnt.

Auch junge Erwachsene seien nach Ansicht der Aufsicht nicht ausreichend gesondert betrachtet worden. In den geprüften Kundendateien fanden sich laut Behörde Fälle, in denen bei jüngeren Spielern auffällige Netto-Einzahlungen vorlagen, ohne dass rechtzeitig eine Prüfung zur Mittelherkunft eingeleitet wurde.

Unibet muss aktuell keine Geldbuße der niederländischen Glücksspielbehörde befürchten.

Eine Geldbuße hat die niederländische Glücksspielbehörde in diesem Verfahren nicht veröffentlicht. Sie macht aber deutlich, dass weitere Maßnahmen wie ein Zwangsgeld oder eine Geldbuße möglich sind, falls Unibet die festgestellten Mängel nicht fristgerecht abstellt. (Bildquelle: Sasun Bughdaryan auf Unsplash)

Unibet muss Prozesse im Online Casino nachschärfen

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Umgang mit laufenden Prüfungen. Nach Darstellung der niederländischen Glücksspielbehörde gab Unibet Kunden teilweise 28 Tage Zeit, Unterlagen zur Herkunft ihrer Mittel einzureichen. Während dieser Zeit wurden die Risiken aus Sicht der KSA nicht ausreichend begrenzt. Kunden konnten wohl trotz laufender Anfrage weiter Ein- und Auszahlungen tätigen. Gerade das Auszahlen stand laut KSA sogar im Widerspruch zu Unibet seinem eigenem Regelwerk. Zusätzlich bemängelt die Behörde, dass Maßnahmen wie Verlustlimits in mehreren Fällen nicht nachvollziehbar dokumentiert wurden.

Was bedeutete das nun für das Online Casino Unibet? Die niederländische Glücksspielbehörde verlangt, dass Unibet innerhalb von zwei Monaten seine Regeln, Verfahren und Risikomodelle überarbeitet. Innerhalb von sechs Monaten muss der Anbieter außerdem die laufende Kontrolle bestehender Kundenbeziehungen und Transaktionen verbessern.