Gerichtsgebäude zum Verfahren der AML-Geldstrafe gegen Betsson.

Die AML-Geldstrafe gegen Betsson Nordic Ltd., Snabbare und Spooniker hat Bestand. Die Unternehmen müssen die Sanktionen der Glücksspielbehörde in Schweden begleichen. (Bildquelle: Sebastian Pichler auf Unsplash)

Die schwedische Glücksspielbehörde Spelinspektionen, nahm im Jahr 2023 rund 50 Kunden zwischen 18 und 29 Jahren mit höheren Online Casino Einzahlungen ins Visier. Etwa zehn Fälle wurden genauer geprüft, worauf es nun zu einer AML-Geldstrafe gegen Betsson  kommt.

Die AML Geldstrafe gegen Betsson betrifft dabei die schwedische Tochtergesellschaft Betsson Nordic Ltd.

Betsson gehört mit zu den größeren Glücksspielkonzernen innerhalb Europas und ist mit der Betsson AB an der Nasdaq Stockholm notiert. Das Unternehmen führt Online Casinos und Sportwetten-Angebote und betreibt die Marken Betsson, Betsafe und NordicBet.

Das Urteil gegen die Betsson Nordic Ltd. erging am 2. Juli 2026. Insgesamt geht es um Geldbußen in Höhe von 22 Millionen Schwedischen Kronen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand aber nicht nur Betsson, sondern auch Snabbare, eine Marke von ComeOn Group und Spooniker, welches zur Kindred Group gehört.

AML-Geldstrafen gegen Betsson, Snabbare und Spooniker: Unzureichende Prüfung der Geldherkunft

Wie konnte es zu einem Verfahren gegen gleich drei große Unternehmen im Online Glücksspiel kommen? Die schwedische Glücksspielbehörde Spelinspektionen begann mit ihrer Prüfung im Mai 2024 und kontrollierte überwiegend frühere Kundentransaktionen. Dabei fokussierte sich die Behörde vor allem auf Zeitraum Januar bis Dezember 2023.

Im ersten Schritt suchten sich die Kontrolleure dafür 50 Kunden heraus, die einen hohe Einzahlung in den Online Casinos tätigten. Schlussendlich folgte am 30. Mai 2024 eine intensivere Betrachtung von zehn Fällen. Der Vorwurf lautete schnell, die unzureichende Prüfung der Geldherkünfte, dieser zehn Spieler.

Betsson, Snabbare und Spooniker nutzten bei Ihren Online Casinos und den Sportwetten geschlossene Zahlungsmethoden und Wege. Kunden zahlten über dasselbe Bankkonto ein, auf das auch ihre Auszahlungen überwiesen wurden. In der Branche wird dieses Verfahren häufig als Closed Loop bezeichnet.

Ein solches System kann das Risiko, dass Gelder zwischen verschiedenen Konten oder Personen verschoben wird, senken. Für die schwedische Glücksspielbehörde und auch das Gericht reicht dieses Verfahren jedoch nicht aus. Denn es belegt nicht, dass eine spätere Einzahlung tatsächlich aus einem früher ausgezahlten Gewinn stammt. Sobald Geld vom Spielkonto auf das Bankkonto des Kunden überwiesen wurde, kann der Anbieter nicht mehr nachvollziehen, was mit dem Betrag geschieht. Wird zu einem späten Zeitpunkt erneut Geld in einem Online Casino eingezahlt, reicht der identische Zahlungsweg daher nicht als Nachweis der Herkunft.

Gerade bei hohen Einzahlungsbeträgen müssen Anbieter wie Betsson prüfen, ob die Einzahlungen zu den bekannten wirtschaftlichen Verhältnissen des Spielers passen. Falls Zweifel bestehen, können weitere Unterlagen erforderlich sein. Diese Pflicht wurde nicht eingehalten, weshalb es zu einer AML-Geldstrafe gegen Betsson Nordic Ltd., Snabbare und Spooniker kam.

Gerichtsurteil zur AML-Geldstrafe gegen Betsson führte zur Bestätigung der Sanktion.

Zu einem gerichtlichen Verfahren kam es, weil Betsson Nordic, Snabbare und Spooniker die 2025 verhängten Sanktionen der schwedischen Glücksspielaufsicht angefochten hatten. Das Verwaltungsgericht in Linköping prüfte daraufhin, das Vorgehen der Behörde. (Bildquelle: Sasun Bughdaryan auf Unsplash)

Wie hoch fallen die Strafen wirklich aus?

Das Gericht hat entschieden, dass eine AML-Strafe von22 Millionen Schwedischen Kronen zu zahlen ist. Diese Summe wird jedoch nicht von Betsson alleine verlangt, sondern von allen drei Unternehmen.

Im Verfahren gegen Betsson hatte Spelinspektionen zehn jüngere Kunden untersucht. Bei acht von ihnen stellte die Behörde Mängel fest. Die betroffenen Personen waren zwischen 20 und 29 Jahre alt. Sie zahlten innerhalb weniger Monate Beträge zwischen 133.584 und 491.950 Kronen ein. Die AML-Geldstrafe gegen Betsson wurde von dem Unternehmen natürlich zurückgewiesen, denn das Unternehmen gab an Transaktionen geprüft zu haben.

Bei Snabbare lagen die geprüften Beträge deutlich höher. Zehn Kunden zahlten jeweils zwischen rund 950.000 und 3,2 Millionen Kronen ein. Das Unternehmen erklärte, 139 manuelle Kontrollen durchgeführt zu haben. Snabbare verwies zudem auf Einkommensprüfungen und eine Meldung an die schwedische Finanzpolizei. Das Gericht erkannte diese Schritte an, hielt sie aber teilweise für verspätet oder nicht gründlich genug. Die Frage ist nun, wie hoch sind die AML-Geldstrafe gegen Betsson und die beiden anderen Unternehmen?

Bei Betsson und Snabbare folgte das Gericht der Einschätzung von Spelinspektionen nicht in allen Punkten. Es stufte die Verstöße zwar als schwerwiegend ein, sah aber keine ausreichende Grundlage, sie als systematisch zu bezeichnen.

Bei Spooniker fiel die Beurteilung strenger aus. Hier untersuchte die Behörde zwar nur fünf Kunden. Das Unternehmen war jedoch bereits 2022 wegen vergleichbarer Mängel verwarnt worden. Das Gericht wertete die neuen Verstöße deshalb als wiederholt. Bei Spooniker fiel die Beurteilung strenger aus. Hier untersuchte die Behörde zwar nur fünf Kunden. Das Unternehmen war jedoch bereits 2022 wegen vergleichbarer Mängel verwarnt worden. Das Gericht wertete die neuen Verstöße deshalb als wiederholt.Bei Spooniker fiel die Beurteilung strenger aus. Hier untersuchte die Behörde zwar nur fünf Kunden. Das Unternehmen war jedoch bereits 2022 wegen vergleichbarer Mängel verwarnt worden. Das Gericht wertete die neuen Verstöße deshalb als wiederholt.

Betsson Nordic muss 6,5 Millionen Kronen zahlen. Gegen Snabbare bleibt eine Sanktion von 5,5 Millionen Kronen bestehen und Spooniker, das hinter Marken wie Unibet, Maria Casino und Bingo.com steht, muss 10 Millionen Kronen zahlen. Auch die Verwarnungen gegen die drei Anbieter wurden vom Gericht nicht aufgehoben.

Für das Online Glücksspiel in Schweden setzen die Entscheidungen einen klareren Maßstab. Geschlossene Zahlungsmethoden und interne Transaktionsanalysen können Teil der Risikoprüfung sein. Sie ersetzen aber keine vertiefte Kontrolle, wenn Einzahlungen und bekannte Einkommensverhältnisse deutlich auseinanderliegen.