Zukunft der CASAG

Die Zukunft der CASAG ist wohl entschieden. Ein Syndikatsvertrag zwischen der ÖBAG und der Sazka Gruppe soll für Einstimmigkeit unter Aktionären sorgen. (Bildquelle: pixabay by epicioci)

Laut übereinstimmenden Medienberichten in Österreich soll die Zukunft der CASAG entschieden sein und am heutigen Freitag offiziell bekannt gegeben werden. Wie bereits zuvor mehrfach spekuliert wurde, wird ein Syndikatsvertrag zwischen der ÖBAG, der Beteiligungsgesellschaft des Staates Österreich und der tschechischen Sazka Gruppe abgeschlossen. Damit der Staat auf sein Vorkaufsrecht der Novomatic-Anteile an der CASAG verzichtet und somit den Weg für die alleinige Kontrolle der Tschechen freimacht, wird Österreich diverse Zusicherungen der Sazka Gruppe erhalten.

Die Zukunft der CASAG soll weiterhin in Österreich geschrieben werden

Wie der „Standard“ nun bekannt gab, soll es tatsächlichen einen Syndikatsvertrag zwischen der staatlichen ÖBAG und der tschechischen Sazka Gruppe geben. Dieser wird, so die Tageszeitung, noch an diesem Freitag offiziell bekannt gegeben. Dieser wird dem Casinomnopolisten endlich wieder eine einheitliche Führungsstruktur geben und ebenso wieder in ein ruhigeres Fahrwasser nach dem Skandal um die Bestellung von Peter Sidlo in den Vorstand führen. Der Syndikatsvertrag sieht vor, dass beide großen Aktionäre die Zukunft der CASAG in allen wichtigen Entscheidungen gemeinsam mit einer Stimme gestalten wollen. Damit es jedoch zu einer gütigen Einigung zwischen den Tschechen und den Österreichern kam, musste beide Parteien sich aufeinander zubewegen.

Die Beteiligungsgesellschaft des Staates Österreich soll nach Informationen des „Standard“ auf ihr Vorkaufsrecht verzichten. Mit rund 33 Prozent der Anteile an der CASAG hätte die ÖBAG eigentlich sich rund ein Drittel der Novomatic-Anteile sichern und damit der vollen Kontrolle durch die Sazka Gruppe einen Strich durch die Rechnung machen können. Allerdings, und dies ist der Knackpunkt, hätte der Staat Österreich hierdurch ebenfalls nicht die Kontrolle über die CASAG erlangen können. An der verworrenen Situation aus unterschiedlichen Interessen unter den Aktionären hätte sich somit kaum etwas geändert und Konflikte in der Zukunft wären wohl vorprogrammiert.

Mit dem Vorkaufsrecht in Höhe der eigenen prozentualen Anteile an der CASAG, hätte die ÖBAG rund 33 Prozent der Novomatic-Anteile erwerben können. Dies wären rund 5,6 Prozent an den insgesamt 17 Prozent, die der Novoline Spielautomatenhersteller unbedingt loswerden will. Die dann rund 38,6 Prozent hätten jedoch kaum einen großen Unterschied zur jetzigen Situation gemacht.

Die Sazka Gruppe ist für den Syndikatsvertrag zu großen Zugeständnissen bereit

Damit die ÖBAG auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet, ist die Sazka Gruppe nach Informationen des „Standard“ zu sehr großen Zugeständnissen bereit. Zum einen verlangt der Staat Österreich gleich mehrere Garantien, die sich aufgrund des geplanten Einvernehmens bei wichtigen Entscheidungen auch durchsetzen lassen werden. Zum einen wäre dies die Zusicherung, dass die Zukunft der CASAG weiterhin in Österreich geschrieben wird. So soll der Hauptsitz auch unter der Kontrolle der Sazka Gruppe in der Alpenrepublik verbleiben. Zum anderen wird der Syndikatsvertrag vorsehen, dass ebenso eine Garantie für die Jobs der Mitarbeiter abgegeben wird und es ebenso nicht zu Kürzungen beim Gehalt kommt. Dies dürfte für die Tschechen kein Problem darstellen, immerhin hat die Sazka Gruppe noch viel mit der CASAG vor und geht von großem Wachstumspotenzial aus. Die Chancen stehen somit nicht schlecht, dass in den nächsten Jahren der Bestand an Mitarbeitern wohl noch deutlich zulegen könnte.

Deutlich schwerer im Magen der Tschechen dürften hingegen andere Zugeständnisse liegen, die der Staat Österreich über die ÖBAG der Sazka Gruppe abgerungen hat. So soll die Beteiligungsgesellschaft über den Syndikatsvertrag das Recht erhalten, in der Zukunft sowohl den Generaldirektor sowie den Aufsichtsratspräsidenten der CASAG bestimmen zu dürfen. Eine gewaltige Macht, die der kleinere Aktionär durch die Tschechen zugesprochen bekommt. Für Bettina Glatz-Kremsner, die Alexander Laback auf den Posten des Generaldirektors folgte, dürften dies positive Nachrichten sein, denn dadurch besitzt sie nun für ihren Job an der Spitze der Geschäftsleitung eine Art Jobgarantie. Für den derzeitigen Aufsichtsratspräsidenten Walter Rothensteiner hingegen stehen die Zeichen wohl auf Abschied. Zum einen laufen weiterhin Ermittlungen gegen ihn wegen seiner Rolle in der Affäre rund um Peter Sidlo. Zum anderen scheint laut dem ORF bereits die Entscheidung für seinen Nachfolger gefallen zu sein. Andreas Treichl heißt der gute Mann, der sich über viele Jahre vor allem in großen Banken als Vorstandsvorsitzender sowie Aufsichtsratspräsident einen Namen machte.

Laut dem ORF, der sich in seinem Artikel auf den „Kurier“ bezieht, soll der Syndikatsvertrag zwischen der ÖBAG und der Sazka Gruppe über die Zukunft der CASAG eine Laufzeit von 15 Jahren besitzen. Allerdings kann dieser bei bestimmten Ereignissen auch vorzeitig gekündigt werden. Dies wäre beispielsweise möglich bei einer nicht erfolgenden Verlängerung der Lizenz für das lukrative Lotto oder auch bei eventuellen Steuererhöhungen. Die Bekanntgabe des Syndikatsvertrags ist für den heutigen Freitag nach Beendigung der Aufsichtsratssitzung der ÖBAG geplant.