Glücksspielaufsichtssystem LUGAs wird von der GGL geführt.

GGL baut das System LUGAS weiter mit Dataport aus. In diesem Jahr sollen die Daten aus den Safe-Servern stärker ausgewertet werden. (Bildquelle: GGL)

Das Glücksspielaufsichtssystem LUGAS soll ab 2027 eine noch größere Rolle bei der Kontrolle des deutschen Glücksspielmarkts spielen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder möchte dafür vor allem die Daten der sogenannten Safe-Server stärker auswerten. Gemeinsam mit dem öffentlichen IT-Dienstleister Dataport soll das bestehende System weiterentwickelt werden.

Vollständig neu ist das Glücksspielaufsichtssystem LUGAS allerdings nicht. Die GGL nutzt es bereits seit mehreren Jahren, um erlaubte Anbieter und verschiedene Vorgaben aus dem Glücksspielstaatsvertrag zu kontrollieren. Im Jahr 2025 wurden über das System Daten von mehr als 60 lizenzierten Anbietern und rund fünf Millionen registrierten Spielern verarbeitet.

Welche technischen Funktionen bis 2027 hinzukommen, hat die Glücksspielbehörde bisher nicht bekannt gegeben. Die vorhandenen Daten sollen allerdings ausführlicher ausgewertet werden. Damit möchte die GGL besser erkennen, wie sich der legale Glücksspielmarkt entwickelt.

Glücksspielaufsichtssystem LUGAS kontrolliert Limits und paralleles Spielen

Doch welche Aufgaben übernimmt das Glücksspielaufsichtssystem LUGAS eigentlich? Das System besteht aus verschiedenen Bereichen. Dazu gehören die Limitdatei, die Aktivitätsdatei und das Auswertesystem der Safe-Server. Verwaltet werden diese Bereiche seit Januar 2023 von der GGL. Dataport kümmert sich dagegen um den technischen Betrieb.

Über die Limitdatei wird geprüft, ob Spieler das anbieterübergreifende Einzahlungslimit einhalten. Dieses liegt grundsätzlich bei 1.000 Euro im Monat. Das Limit gilt nicht nur bei einem Anbieter, sondern über alle lizenzierten Glücksspielplattformen hinweg. Welche Zahlungsmethoden die einzelnen Online Casinos anbieten, spielt dabei keine Rolle, denn entscheidend ist die Summe aller Einzahlungen bei lizenzierten Anbietern.

Die Aktivitätsdatei übernimmt eine andere Aufgabe. Sie soll verhindern, dass ein Spieler gleichzeitig bei mehreren Anbietern aktiv ist. Möchte eine Person zu einem anderen Online Casino wechseln, muss die bisherige Spielsitzung zunächst beendet werden. Hinzu kommen die Safe-Server. Dort müssen lizenzierte Glücksspielanbieter vorgeschriebene Daten aus ihrem laufenden Betrieb speichern. Das Auswertesystem kann auf diese Informationen zugreifen und sie für die Kontrollen der GGL bereitstellen.

Mit den Daten möchte die Behörde unter anderem erkennen, ob sich die Anbieter an die geltenden Regeln halten. Auch Manipulationen und andere Auffälligkeiten sollen dadurch schneller sichtbar werden. Zusätzlich kann die GGL prüfen, ob die Systeme zur Früherkennung von problematischem Spielverhalten richtig funktionieren.

Für Glücksspielanbieter bedeutet der Ausbau vermutlich, dass die Qualität der übermittelten Daten noch wichtiger wird. Neue Schnittstellen oder zusätzliche technische Pflichten hat die Behörde bisher allerdings nicht angekündigt. GGL-Vorstand Ronald Benter bezeichnete LUGAS als ein komplexes und sicherheitskritisches IT-System. Gerade bei großen Sportveranstaltungen muss die Technik zuverlässig arbeiten, denn in diesen Zeiträumen steigt die Zahl der Spieler und Transaktionen häufig deutlich an.

Aber nicht nur die Stabilität des Systems ist für die GGL wichtig, sondern auch die spätere Auswertung. Die Ergebnisse könnten unter anderem bei der weiteren Bewertung des Glücksspielstaatsvertrags eine Rolle spielen. Änderungen an den bestehenden Regeln sollen dadurch stärker auf tatsächlichen Marktdaten beruhen.

Spielautomat mit der OASIS Sperrdatei.

OASIS wird nicht von der GGL verwaltet. Verantwortlich ist das Regierungspräsidium Darmstadt. OASIS ist das das bundesweite und spielformübergreifende Spielersperrsystem. Auch bei OASIS gab es 2026 schon Neuerungen, darunter die digitale Sperrauskunft. Spieler können damit prüfen, welche Daten in dem System eingetragen sind. (Bildquelle: AidanHowe auf Pixabay)

OASIS gehört nicht zum Glücksspielaufsichtssystem LUGAS

LUGAS wird häufig gemeinsam mit dem Sperrsystem OASIS genannt. Dabei handelt es sich allerdings um zwei getrennte Systeme mit unterschiedlichen Aufgaben.

Während das Glücksspielaufsichtssystem LUGAS Einzahlungslimits, paralleles Spielen und Betriebsdaten kontrolliert, ist OASIS für Spielersperren zuständig. Bei der Registrierung und beim Einloggen müssen Glücksspielanbieter überprüfen, ob eine Person in der Sperrdatei eingetragen ist. Gesperrte Spieler dürfen an den Angeboten nicht teilnehmen. Zu den Kosten und dem genauen Zeitplan hält sich die Glücksspielbehörde zurück. Ein festes Budget oder einzelne technische Neuerungen wurden bisher nicht veröffentlicht. Klar ist nur, dass LUGAS künftig mehr Daten aus den Safe-Servern auswerten soll.

Wie sich die Veränderungen auf lizenzierte Anbieter und ihre Casino Software auswirken, dürfte von der genauen technischen Umsetzung abhängen. Dazu muss die GGL noch weitere Einzelheiten veröffentlichen.