Kindred Group Quartalszahlen 2022

Mit den nun vorgestellten ersten Quartalszahlen in 2022 setzt der Online Casino Anbieter Kindred Group seinen Negativtrend weiter fort. (Bildquelle: kindredgroup.com)

Das erst vor wenigen Wochen veröffentlichte Trading Update der Kindred Group kündigte bereits einen schlechten Start ins neue Jahr 2022 an und tatsächlich bestätigen die nun vorgelegten Quartalszahlen die miserable Prognose. Gleich um 30 Prozent sackte der Umsatz des Online Casino Betreibers und Besitzers von Unibet gegenüber dem Vorjahr ab. Obwohl die Kindred Group den erzwungenen Rückzug aus den Niederlanden hauptverantwortlich für das desaströse Abschneiden in den ersten drei Monaten machte, scheinen die Probleme doch wohl etwas tiefgreifender zu sein.

Gravierender Einbruch in den ersten Quartalszahlen der Kindred Group für 2022

Schon Ende letzten Jahres zeichnet sich ab, dass dieses Geschäftsjahr für die Kindred Group alles andere als wie gewohnt ablaufen wird. Der Ende September 2021 erzwungene Rückzug aus dem niederländischen Glücksspielmarkt führte bereits in den letzten drei Monaten im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Rückgang beim Gesamtumsatz. Dieser negative Trend setze sich für die Kindred Group nun ebenso in den ersten Quartalszahlen für 2022 fort. Um insgesamt 30 Prozent fiel der Gesamtumsatz aus Sportwetten, Spielautomaten, Live Casino Spielen, Poker und Bingo gegenüber dem Vergleichszeitraum im vergangenen Jahr. In Zahlen bedeutete diese einen Rückgang von zuvor noch 352,6 Millionen Pfund auf jetzt nur noch 246,7 Millionen Pfund. Betroffen von dem schlechten Ergebnis waren nicht nur die Sportwetten, sondern ebenso das Geschäft mit Glücksspielen in den eigenen Online Casinos. Schuld allein an dieser Misere war allerdings nicht allein die Situation in den Niederlanden, denn auch wenn dieser Markt herausgerechnet wird, sackte der Gesamtumsatz des Glücksspielbetreibers immer noch um gut 7 Prozent ab. Dies deutet auf ein generelles Problem hin, denn zu den schlechte laufenden Glücksspielmärkten gehörten neben der Niederlande auch Deutschland, Großbritannien und der Zukunftsmarkt USA. All dies führte natürlich auch zu einem herben Einbruch beim bereinigten EBITDA sowie beim Gewinn nach Steuern. Ersteres sackte mit einem Minus in Höhe von rund 77 Prozent noch deutlich stärker ab als der Gesamtumsatz. Hier ging es von ehemals noch 106 Millionen Pfund auf nun nur noch 24,5 Millionen Pfund kräftig nach unten. Bei diesen Voraussetzungen überrascht es wenig, dass bei der Vorstellung des Gewinns nach Steuern in den ersten Quartalszahlen für 2022 für die Anleger der Kindred Group wenig Grund zur Freude aufgekommen sein dürfte. Dieser brach von 72,6 Millionen auf jetzt 6,4 Millionen Pfund ein, was einen heftigen Schwund in Höhe von 91 Prozent bedeutete.

Die Kundenentwicklung der Kindred laut den ersten Quartalszahlen für 2022:

  • Registrierte Kunden: +6 Prozent auf 32,2 Millionen
  • Aktive Kunden: -24 Prozent auf 1,377 Millionen

Ende des Jahres könnte es wieder besser werden

Aufgrund der üblichen Sperrfrist in den Niederlanden für Online Casino Betreiber die vor Inkrafttreten des neuen Glücksspielgesetzes bereits Spielautomaten im Land anboten, ist nicht mit einer Lizenz vor der zweiten Jahreshälfte zu rechnen. Deshalb werden wohl auch die nächsten Quartalszahlen in 2022 der Kindred Group wenig Freude bringen und es bleibt abzuwarten, wie hoch der Kundenschwund im Land durch die Auszeit am Markt letztendlich ausfallen wird. Allerdings ist die Niederlande bei Weitem nicht das einzige Problem für die Kindred Group, wie ein tieferer Blick in die nun vorgelegten Quartalszahlen für 2022 aufzeigen. Auch in Deutschland und in Großbritannien, zwei weitere wichtige Märkte für die Region Westeuropa läuft das Geschäft alles andere als gut. Während in letzterem Markt die Verschärfung des Spielerschutzes für weniger Umsatz sorgt, wachsen in der Bundesrepublik die Sorgen. Noch immer wartet der Glücksspielkonzern auf die notwendigen Lizenzen für Sportwetten, virtuelle Automatenspiele sowie für Poker im Internet, und dies bereits erfolglos seit fast einem Jahr. Zuletzt hatte sogar der Partner Borussia Mönchengladbach das Marketing für Unibet wegen dem Problem mit der fehlenden Konzession eingestellt und damit die Werbemöglichkeiten in der Bundesliga für den Konzern drastisch reduziert. All diese Probleme sorgten schließlich dafür, dass der Umsatz in der Region Westeuropa innerhalb der ersten drei Monate dieses Jahres um fast die Hälfte einbrach. Um 47 Prozent von zuvor noch 240,9 Millionen Pfund in 2021 ging es nun auf nur noch gerade einmal 127,1 Millionen Pfund nach unten. Ein weiteres Problemkind für die Kindred Group stellt in den Quartalszahlen für 2022 die USA und Nordamerika im Allgemeinen dar. Der milliardenschwere Zukunftsmarkt, in dem die Konkurrenz hohe zweistellige bis sogar dreistellige Wachstumsraten erzielt, hielt für den Online Casino Betreiber bislang wenig Positives bereit. Die bereits wenig überzeugenden 14,9 Millionen Pfund aus den ersten drei Monaten im vergangenen Jahr wurden noch einmal deutlich unterboten und so lag der Gesamtumsatz in 2022 bei nur noch 13,7 Millionen Pfund. Dies waren rund 8 Prozent weniger als noch 12 Monate zuvor. Etwas besser, aber nicht wirklich gut, lief es hingegen in der Region Zentral-, Süd- und Osteuropa, die mit einem Minus in Höhe von 4 Prozent noch recht glimpflich davonkam. Hier verhagelte vor allem Rumänien die Geschäfte und so sackte auch hier der Umsatz von ehemals 29 Millionen Pfund auf jetzt nur noch 27,8 Millionen Pfund ab.

Die Umsatzentwicklung der einzelnen Glücksspielgenre:

Kindred Group Glücksspiele 400
  • Online Casino: -27 Prozent
  • Sportwetten: -22 Prozent
  • Internetpoker: -34 Prozent

Einziger Lichtblick für die Kindred Group in den nun vorgelegten ersten Quartalszahlen für 2022 war eindeutig die Region Skandinavien. Diese konnte als einzige Region mit einem Plus in Höhe von 9 Prozent beim Umsatz zulegen, was vor allem dem Wiederaufleben des Glücksspiels in Schweden zu verdanken war. Während der Coronakrise hatte die Politik strenge Regeln beim Casino Bonus und beim Marketing erlassen, was sich über viele Monate erheblich negativ auf die Umsätze auswirkte.

Hier finden Sie die kompletten ersten Quartalszahlen in 2022 der Kindred Group!