Mann verlässt mit einem Karton seinen Arbeitsplatz aufgrund von Entlassung.

Trifft es jetzt auch bet365? Der bet365 Stellenabbau scheint realistisch zu sein. Das Unternehmen plant den Abbau von 340 Stellen aufgrund höherer Glücksspielsteuern. (Bildquelle: Vitaly Gariev auf Unsplash)

Schock für bet365-Mitarbeiter! Der Glücksspielkonzern plant den Wegfall von rund 340 Stellen. Der größte Teil betrifft den Hauptsitz in Stoke-on-Trent, wo etwa 300 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Die restlichen 40 Stellen sollen in den Standorten Malta und Gibraltar gestrichen werden. Mit rund 340 Stellen entspricht der bet365 Stellenabbau ungefähr drei Prozent der weltweiten Belegschaft von mehr als 10.000 Mitarbeitern. Bevor es zu Kündigungen kommt, will das Unternehmen zunächst freiwillige Abgänge ermöglichen und damit versuchen, die Zahl der tatsächlichen Entlassungen so gering wie möglich zu halten.

Als Gründe nennt bet365 neben dem starken Wettbewerb vor allem höhere regulatorische und steuerliche Kosten. Gerade in Großbritannien hat sich bei der Besteuerung von Online-Glücksspiel einiges verändert. Eine der größten Änderungen betrifft die Remote Gaming Duty, die seit April 2026 deutlich höher ausfällt.

bet365 Stellenabbau wegen höherer Glücksspielsteuern?

Für Online-Casino-Spiele wurde die Remote Gaming Duty von 21 auf 40 Prozent angehoben. Besteuert werden dabei die Gewinne, die Anbieter mit britischen Kunden im Remote Gaming erzielen. Für bet365 betrifft das unter anderem das Online Casino, das neben Sportwetten zum Geschäft des Unternehmens gehört. Die Erhöhung fällt deutlich aus, denn statt 21 Prozent werden inzwischen 40 Prozent fällig. Gleichzeitig ist bereits die nächste Änderung beschlossen, diesmal für Online Sportwetten.

Ab April 2027 steigt die Steuer auf einen großen Teil der online abgeschlossenen Wetten von 15 auf 25 Prozent. Wetten auf britische Pferderennen bleiben bei 15 Prozent, während für viele andere Online Sportwetten künftig der höhere Satz gilt. Für bet365 ist diese Änderung besonders relevant, weil Sportwetten einen großen Teil des Angebots ausmachen.

Neben den Glücksspielsteuern werden auch die Gebühren der britischen Gambling Commission teurer. Ab Oktober 2026 steigt das Gebührenaufkommen insgesamt um 25 Prozent, wobei sich die tatsächlichen Kosten je nach Lizenzart und Größe des Unternehmens unterscheiden. Gleichzeitig werden für zahlreiche Lizenzen neue Gebührenklassen eingeführt.

Für bet365 kommen damit mehrere Veränderungen innerhalb relativ kurzer Zeit zusammen. Die höhere Remote Gaming Duty gilt bereits für das Casino-Geschäft, im Herbst ändern sich die Lizenzgebühren und ab 2027 wird ein großer Teil der Online-Sportwetten höher besteuert. Das Unternehmen verweist bei den geplanten Kürzungen neben den höheren Steuern auch auf zusätzliche regulatorische Kosten und den starken Wettbewerb im Markt.

bet365 Stellenabbau betrifft vor allem Mitarbeiter in Stoke-on-Trent.

Bet365 ist nicht der erste größere Anbieter, der in diesem Jahr eine Kürzung ankündigt. Entain kündigt beispielsweise im Juli 2026 eine Streichung von 500 Stellen an. Und auch Flutter Entertainment bestätigt. Dass bis zu 100 Paddy Power Filialen schließen. Ob es beim bet365 Stellenabbau am Ende wirklich zur Entlassung von 340 Mitarbeitern kommt, ist noch nicht klar. (Bildquelle: bet365 Deutschland auf Facebook)

Umsatz wächst, operativer Gewinn geht zurück

Ein Blick auf die zuletzt veröffentlichten Geschäftszahlen zeigt, dass bet365 vor den aktuellen Kürzungen noch deutlich gewachsen war. Im Geschäftsjahr bis Ende März 2025 stieg der Umsatz im Sport- und Gaming-Geschäft auf rund 4,04 Milliarden Pfund, gleichzeitig sank der operative Gewinn von 396,6 auf 227,6 Millionen Pfund.

Ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Geschäftszahlen und dem aktuellen bet365 Stellenabbau ist nicht belegt. Klar ist aber, dass sich die Rahmenbedingungen für das britische Online-Geschäft seitdem weiter verändert haben und zusätzliche Kosten hinzugekommen sind.

Rund 300 Stellen sollen in Stoke wegfallen

Am stärksten betroffen ist der Hauptsitz in Stoke-on-Trent. Die übrigen Arbeitsplätze verteilen sich auf Malta und Gibraltar, wobei eine genaue Aufteilung zwischen den beiden Standorten bisher nicht genannt wurde.

Der bet365 Stellenabbau soll zunächst über freiwillige Abgänge abgefedert werden. Wie viele Beschäftigte am Ende tatsächlich vom bet365 Stellenabbau betroffen sein werden, steht deshalb noch nicht fest. Bet365 will zunächst prüfen, wie viele Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen wegfallen können. Erst danach dürfte klar sein, wie groß der tatsächliche Personalabbau an den einzelnen Standorten ausfällt.