
Für Paul Gauselmann liegt die Zukunft des Glücksspiels in den Online Casinos. Wäre diese in Deutschland legal, wären die Merkur Casinos die klare Nummer 1. (Bild von meneya auf Pixabay)
In seinen nunmehr 85 Jahren hat Paul Gauselmann mit seinem Glücksspielkonzern, der seinen Namen trägt, bereits viel erreicht. Doch trotz der Eroberung immer neuer Märkte gibt es immer noch Bereiche, die in einer zukünftigen Expansion eine große Rolle spielen können. Für das heimische Deutschland wäre die der Eintritt in das Geschäftsfeld mit Online Casinos, sofern die Politik sich endlich auf eine modernes, EU-konformes Glücksspielgesetz einigen könnte. Paul Gauselmann selbst glaubt dabei, dass seine eigenen Merkur Casino in solch einem Fall sehr schnell die klare Nummer 1 in der Bundesrepublik würden.
Eigene Merkur Casinos würden große Chancen für Gauselmann bieten
Momentan ist Paul Gauselmann in den Medien ein gefragter Mann, immerhin feierte der Unternehmen erst vor Kurzem seinen 85. Geburtstag. Abseits der eigenen Feierlichkeiten zu seinem Jubiläum fand der Gründer des größten Glücksspielkonzern der Bundesrepublik sogar noch Zeit, dem Handelsblatt ein spannendes Interview zu geben. Besonders interessant waren hierbei seine Ausführungen zu der momentanen Situation rund um die Legalität der Online Casinos. Recht eindeutig bezog er hierzu Stellung und machte deutlich, dass seiner Meinung nach Deutschland moderne Entwicklungen zu verschlafen scheint. Online Casinos werden die Zukunft sein, da ist sich der Erfinder der bekannten Merkur Spielautomaten sicher, was die Erfolge in Spanien oder Großbritannien zu bestätigen scheinen. Während jedoch immer mehr europäische Länder und selbst die USA sich in Sachen Glücksspiel der Zukunft öffnen, hinkt die Bundesrepublik noch immer meilenweit hinterher. Als Beispiel nannte hier Paul Gauselmann im Interview ebenso den extrem schleppend vorankommenden Breitbandausbau. Für das Versagen in den Zukunftsfeldern machte er vor allem falsche Gesetze verantwortlich. Sollte es jedoch zu einer Legalisierung der virtuellen Spielhallen mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag kommen, so ist sich Paul Gauselmann sich, würden die eigenen Merkur Casinos sofort zur klaren Nummer 1 in Deutschland werden. Dies begründet er durch die ungeheure Bekannt- und Beliebtheit der eigenen Automatenspiele, immerhin ist deren Anzahl in Deutschland mit rund 140.000 Stück gewaltig.
Um Asien wird sich wohl die nächste Generation der Gauselmanns kümmern
Nicht nur im Internet mit eigenen Merkur Casinos sieht Paul Gauselmann große Zukunftspotenzial, denn noch immer gibt es auch beim stationären Spiel Regionen in der Welt, in denen der Glücksspielkonzern wachsen kann. Für die nähere Zukunft liegt der Fokus klar auf dem amerikanischen Kontinent und hier vor allem die USA. Hier gelang bislang fast überall mit den Merkur Spielautomaten bereits ein erfolgreicher Markteintritt, was jedoch nicht bedeutet, dass die Grenzen des Wachstums bereits erreicht wären. In Lateinamerika rollt eine große Welle der Regulierung, die enorme Chancen bietet. Hier möchte Gauselmann von der Entwicklung selbstverständlich profitieren. In den USA wiederum betreibt der Glücksspielkonzern mittlerweile bereits eine eigene Entwicklungsabteilung, die für den speziell auf den amerikanischen Kontinent konzipierte Automatenspiele produziert. Wie sollte es anders sein, hat diese natürlich ihren Sitz im Glücksspielmekka Las Vegas. Mit seinen nunmehr 85 Jahren wird Paul Gauselmann diese geplante Expansion noch selbst kräftig mit vorantreiben, doch fernere Glücksspielmärkte allerdings der nächsten Generation innerhalb der Familie überlassen. Der wohl Wichtigste ist hierbei Asien, mit seinen Milliarden potenziellen Kunden. Bislang, so räumt Paul Gauselmann freimütig im Interview ein, hat er und sein Konzern hier bisher noch wenig angeschoben.
Paul Gauselmann kritisiert die deutsche Politik
Nach vielen Jahren des stetigen Wachstums im heimischen Deutschland sind zum ersten Mal die Umsätze mit den eigenen, stationären Merkur Casinos rückläufig. Schuld daran ist die Politik, die Abstandsregeln für Spielhallen sowie das Verbot von Mehrfachkonzessionen durchdrückte. Viele kleine Casinos müssen deshalb schließen, auch wenn sich die gesamte Branche und auch Gauselmann dagegen mit allen rechtlichen Mitteln wehren. Ihn ärgert hierbei, dass ohne Rücksicht auf Verluste eine gesamte Branche nahezu ausgelöscht wird, wie er im Interview die Situation selbst beschreibt. Viele der insgesamt 70.000 Arbeitsplätze sind gefährdet und schon jetzt kämpfen die Aufsteller wie die Merkur Casinos mit einem Umsatzrückgang von rund 20 Prozent. Ein großer Konzern wie Gauselmann kann dies durchaus über den Verkauf der eigenen Merkur Spielautomaten im Ausland kompensieren, für kleinere Unternehmen hingegen ist die Entwicklung in Deutschland existenzbedrohend. Heute kommt Gauselmann der immer stärkere Fokus auf den Export zugute, der mittlerweile fast 60 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht.
Im vergangenen Jahr konnte die Gauselmann Gruppe ihre Bilanz enorm verbessern. Der Umsatz kletterte von vormals rund 2,9 Milliarden Euro auf nun circa 3,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg die Zahl der Mitarbeiter von 12.480 auf mittlerweile 13.395.
Paul Gauselmann spricht auch über den Tod und die Nachfolge
Abseits von Zukunftsmärkten und der schwieriger gewordenen Situation für die Automatenaufsteller im heimischen Deutschland, sprach Paul Gauselmann im Interview auch über den Tod. Mit 85 Jahren ein Thema, welches gerade in der Frage der Nachfolge im Glücksspielkonzern mehr und mehr Bedeutung erlangt. Für einen reibungslosen Übergang, falls der Fall eines Tages eintreten sollte, wurde bereits mit der Gründung einer Stiftung vorgesorgt. Laut dem Testament von Paul und Karin Gauselmann würde mehr als die Hälfte des gesamten privaten Vermögens an die Stiftung fallen. Hierin sind bereits mehrere Generationen der Unternehmerfamilie involviert und bringen sich zudem auch bereits in das Tagesgeschäft ein. Gleichzeitig ist sein Bestreben weiterhin, seinen Kindern und Enkeln einen gut aufgestellten Konzern zu überlassen, in dem diese später neue Ziele in Angriff nehmen können. Wie er dabei selbst sagt, will er jedoch den Tod durch viel Sport und Schiffsreisen zur Erholung noch möglichst lange von der Schippe springen.





























