Erwin van Lambaart Generaldirektor CASAG

Erwin van Lambaart wird ab Anfang April 2022 neuer Generaldirektor der CASAG und folgt damit der ausscheidenden Chefin Bettin-Glatz-Kremsner. (Bildquelle: casinos.at)

Seit März dieses Jahres war bereits klar, dass die Casinos Austria im kommenden Frühling einen neuen Chef benötigen, nachdem Generaldirektorin Bettina Galtz-Kremsner im Strudel des Ibiza-Skandals ankündige, ihren Vertrag nicht verlängern zu wollen. Nun, gut sieben Monate später, ist die Suche nach ihrem Nachfolger abgeschlossen und Erwin van Lambaart wird in Zukunft als neue Generaldirektor die Geschicke der CASAG führen. Mit der Berufung des Niederländers zeigt die Casinos Austria nach den zahlreichen Skandalen, dass in Zukunft wohl nicht mehr das richtige Parteibuch oder eine gute Verbindung zur österreichischen Politik für einen Spitzenposten ausschlaggebend sein werden.

Erwin van Lambaart als neuer Generaldirektor der CASAG ist ein erster richtiger Schritt

In der Vergangenheit war bei der teilstaatlichen Casinos Austria häufig zu beobachten, wie fast jeder Wechsel an der Regierung zwangsläufig zu Änderungen im Management führte. Diese in Österreich so oft als Postenschacher beschriebene Besetzung wichtiger Posten in staatlichen oder staatsnahen Unternehmen hat eine lange Tradition und gehört seit Jahrzehnten irgendwie zur Kultur dieses Landes. Mit dem Ibiza-Skandal sowie der Berufung von FPÖ-Politiker Peter Sidlo, dem der Personalberater die Eignung für diesen wichtigen Posten absprach, geriet jedoch die CASAG plötzlich zu diesem Thema ins Rampenlicht. Nicht nur musste im Zuge der Skandal Walter Rothensteiner seinen Posten als Aufsichtsratspräsident räumen, auch Generaldirektorin Bettina Glatz-Kremsner sah sich Anschuldigungen und Ermittlungen ausgesetzt. All dies führte schließlich dazu, dass sie bereits März dieses Jahres wenig überraschend erklärte, für eine weitere Amtszeit ab 2022 nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen. Wie die CASAG nun mitteilte, ist ihr Nachfolger gefunden und Erwin van Lambaart wird ab Anfang April offiziell zum neuen Generaldirektor des Glücksspielkonzerns. Das Bemerkenswerte an dieser Personalie ist, dass nicht nur der Bewerbungsprozess völlig transparent ablief, wie die Casinos Austria gleich mehrfach in der Pressemeldung betonte. Vielmehr wird erstmals mit dem Niederländer ein Mann an die Spitze beordert, der außerhalb des österreichischen Systems steht. Dies mutet in der Alpenrepublik schon wie eine kleine Revolution an und zeigt, dass Skandale eben doch manchmal zu positiven Veränderungen führen können, selbst in Österreich.

Für Erwin van Lambaart als neuen Generaldirektor und Nachfolger fand die noch amtierende Chefin Bettina Glatz-Kremsner nur positive Worte. Sie erklärte hierzu: „Ich bin froh, dass die Wahl mit Erwin van Lambaart auf einen international erfahrenen Casino-Manager gefallen ist. Nach über 30 Jahren im Unternehmen war und ist es mir ein besonderes Anliegen, meine Funktion in gute Hände übergeben zu können und ich werde für die bestmögliche Übergabe sorgen.“

Der Neue ist der Wunschkandidat

Erwin van Lambaart wurde jedoch nicht nur zum neuen Generaldirektor der CASAG wegen seinen fehlenden Verbindungen in die österreichische Politik ernannt. Seine fachliche Qualifikation für den Posten ist über jeden Zweifel erhaben, schließlich führte er seit 2016 sehr erfolgreich den staatlichen Glücksspielkonzern Holland Casino und spricht fließend Deutsch und Englisch. Mit einer geglückten Umstrukturierung des Unternehmens sowie dem gelungen Start ins Internet mit eigenem Online Casino bewies er bereits eindrucksvoll, dass ihm beide Glücksspielwelten, die moderne und die terrestrische, nicht fremd sind. Auch wenn Holland Casino immerhin 14 Spielbanken in den Niederlanden betreibt, ist die CASAG jedoch noch einmal eine ganz andere Hausnummer, in der sich Erwin van Lambaart als neuer Generaldirektor seine Sporen verdienen muss. Neben den heimischen Casinos verantwortet er nämlich erstmals auch ein komplettes Lottogeschäft sowie Standorte auf der ganzen Welt. Seine dringlichste Aufgabe wird jedoch wohl zuerst die Aufpolierung des deutlich ramponierten Images der Casinos Austria sein. Nach dem Ibiza-Skandal wurde in den letzten Wochen und Monaten vermehrt Kritik an mangelndem Spielerschutz laut, die sowohl die Spielbanken wie auch das eigene Online Casino betreffen. Hier heil aus der Affäre zu kommen ist für die CASAG von essenzieller Bedeutung, denn schließlich ist ein hoher Spielerschutz das Lieblingsargument des Glücksspielkonzerns zu Aufrechterhaltung des eigenen Monopols. In den nächsten Jahren stehen wichtige Entscheidungen über verschiedene Konzessionen an, darunter das attraktive Lotto. Ebenfalls ist politisch noch immer nicht entschieden, ob bei den Online Casinos das Monopol des Konzerns mit Netzsperren gestützt werden soll. Ein mangelhafter Spielerschutz im eigenen Online Casino, wie ihn das Institut für Glücksspiel und Abhängigkeit aus Salzburg offenlegte, ist hierfür sicherlich nicht gerade förderlich.

Erwin van Lambaart ließ es sich natürlich nicht nehmen, als kommender Generaldirektor der CASAG selbst ein paar Worte über seine Berufung nach Österreich zu verlieren. Er äußerte sich wie folgt: „Ich bedanke mich für das Vertrauen, das mir durch den Aufsichtsrat und den Eigentümern entgegengebracht wird. Casinos Austria genießt in der internationalen Glücksspielbranche einen hervorragenden Ruf, den wir gemeinsam mit den Führungskräften und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den kommenden Jahren noch weiter ausbauen werden. Daher freue ich mich sehr auf die kommenden Aufgaben. Gemeinsam werden wir unseren Gästen und Spielern das beste Spielerlebnis, Gastfreundschaft und Unterhaltung ermöglichen, mit dem Fokus auf die höchsten Sicherheitsstandards und verantwortungsvollem Spiel. Ich werde all meine Erfahrungen einbringen, um gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in diesen herausfordernden Zeiten einen nachhaltigen Beitrag zum Wohl der Unternehmensgruppe zu leisten. Es wird mir eine große Freude sein, in Österreich zu leben und zu arbeiten.“