
Flutter Entertainment muss sich mit einem Gewinnverlust im dritten Quartal 2026 abfinden. Höhere Kosten verursachen die starken Verluste. (Bildquelle: Flutter Entertainment)
Mehr Umsatz und trotzdem deutlich weniger Gewinn. Bei Flutter Entertainment fällt die Bilanz für das dritte Quartal 2026 alles andere als erfreulich aus. Zwar konnte der Glücksspielkonzern seinen Umsatz um zwei Prozent auf 3,87 Milliarden US-Dollar steigern, doch beim bereinigten EBITDA ging es um 25 Prozent auf 360 Millionen US-Dollar nach unten. Noch schlechter sieht es beim Nettoergebnis aus, denn hier verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 1,15 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahresquartal waren es noch 789 Millionen US-Dollar. Der Gewinneinbruch bei Flutter Entertainment hat gleich mehrere Gründe.
Neben hohen Ausgaben für Werbung und neue Angebote machten dem Konzern auch ungünstige Sportergebnisse und die Probleme auf dem brasilianischen Glücksspielmarkt zu schaffen. Inzwischen hat Flutter seine Jahresprognose gesenkt und einen neuen Sparplan angekündigt.
Gewinneinbruch bei Flutter Entertainment trifft besonders das US-Geschäft
Eigentlich lief es für FanDuel in den USA beim Umsatz gar nicht so schlecht. Die Einnahmen stiegen um sechs Prozent auf 1,46 Milliarden US-Dollar. Allein mit Sportwetten verdiente das Unternehmen vier Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Auch das Online Casino Geschäft legte um acht Prozent zu.
Wenn da nicht die hohen Kosten wären. Denn trotz der steigenden Einnahmen brach das bereinigte EBITDA in den USA um 94 Prozent ein und lag bei gerade einmal drei Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatte Flutter hier noch 51 Millionen US-Dollar erzielt. Besonders die Werbung und die Entwicklung neuer Angebote haben viel Geld gekostet. Dazu gehören FanDuel Predicts, der Markteintritt in der kanadischen Provinz Alberta und verschiedene Aktionen rund um die Fußball-Weltmeisterschaft.
Auch im internationalen Geschäft lief nicht alles nach Plan. Zwar konnte Flutter in Großbritannien und Irland seinen Umsatz um vier Prozent steigern, während Südeuropa und Afrika sogar ein Plus von 13 Prozent erreichten. Allerdings sorgten die für Spieler günstigen Fußballergebnisse dafür, dass der Konzern rund 131 Millionen US-Dollar weniger Umsatz erzielte als bei erwartungsgemäßen Ergebnissen.
Zum Gewinneinbruch bei Flutter Entertainment trug außerdem die Situation in Brasilien bei. Dort musste der Konzern nach einem vorläufigen Verbot von Online-Sportwetten und Casinospielen seinen Betrieb einstellen. Die unsichere Lage führte zu Wertminderungen von insgesamt 873 Millionen US-Dollar. Diese Abschreibungen belasteten das Nettoergebnis erheblich, ohne dass dafür unmittelbar Geld ausgegeben werden musste.

Dan Taylor, CEO von Flutter Entertainment, erklärte: „Die Online-Sportwetten- und Glücksspielbranche ist noch vergleichsweise jung und bietet weiterhin großes Wachstumspotenzial, da sich die Märkte weiterentwickeln und sich das Verhalten der Kunden verändert. Flutter geht aus einer starken Position heraus in die nächste Phase seiner Unternehmensentwicklung. Wir sind in vielen der weltweit attraktivsten Märkte führend, verfügen über bekannte Marken und haben durch unsere Größe Vorteile, mit denen nur wenige Wettbewerber mithalten können. Unsere Aufgabe besteht nun darin, diese Vorteile noch besser zu nutzen.“ (Bildquelle: Flutter Entertainment)
Flutter will bis 2029 weitere 500 Millionen US-Dollar einsparen
Nach dem Gewinneinbruch bei Flutter Entertainment hat der Konzern auch seine Jahresprognose nach unten korrigiert. Flutter rechnet nur noch mit einem Umsatz von rund 17,61 Milliarden US-Dollar. Das sind 300 Millionen US-Dollar weniger als bislang erwartet. Beim bereinigten EBITDA wurde die Prognose ebenfalls um 160 Millionen US-Dollar auf rund 2,50 Milliarden US-Dollar gesenkt.
Der neue Geschäftsführer Dan Taylor möchte deshalb die Ausgaben deutlich reduzieren. Bereits zuvor hatte Flutter angekündigt, dass im britischen und irischen Geschäft bis zu 1.400 Stellen wegfallen könnten. Bis 2029 sollen außerdem weitere 500 Millionen US-Dollar eingespart werden. Dafür will Flutter unter anderem künstliche Intelligenz einsetzen, interne Aufgaben zusammenlegen und die Unternehmensstruktur vereinfachen.
Auch das Aktienrückkaufprogramm wurde vorerst gestoppt. Hintergrund sind die hohen Schulden, die sich zuletzt auf 10,66 Milliarden US-Dollar beliefen. Die Verschuldungsquote stieg auf das 4,6-Fache des bereinigten EBITDA. Flutter möchte diesen Wert wieder senken und konzentriert sich deshalb stärker auf den Schuldenabbau. Der Gewinneinbruch bei Flutter Entertainment trifft den Konzern damit zu einem Zeitpunkt, an dem weiterhin viel Geld in neue Märkte und Angebote investiert wird. Besonders in den USA möchte Flutter sein Geschäft mit FanDuel weiter ausbauen. Gleichzeitig müssen die geplanten Einsparungen helfen, die zuletzt stark gesunkenen Gewinne wieder zu verbessern.





























