
Tritt Bragg Gaming CEO Matevž Mazij wirklich in diesem Jahr zurück? Von den Aktionären erhielt Mazij keine absolute Mehrheit. (Bildquelle: Bragg Gaming)
Bei Bragg Gaming dreht sich nach der Hauptversammlung vieles um Matevž Mazij. Bragg Gaming CEO Matevž Mazij hat ein Rücktrittsangebot eingereicht, aber nicht für seine operative Rolle. Es geht um seinen Sitz im Board of Directors. Einen Rücktritt als CEO wurde bislang nicht gemeldet.
Auslöser war die Aktionärsabstimmung am 18. Juni 2026. Mazij bekam bei der Wiederwahl in den Verwaltungsrat keine Mehrheit. Für ihn stimmten 44,33 Prozent, dagegen jedoch 55,67 Prozent. Bei den anderen Kandidaten sah es etwas anders aus. Holly Gagnon, Mark Clayton, Thomas Winter, Donald Robertson und Aaron Baryoseph wurden als Directors bestätigt. Mark Clayton und Thomas Winter kamen sogar auf mehr als 99 Prozent Zustimmung.
Nach der Majority Voting Policy von Bragg musste Mazij deshalb ein Rücktrittsangebot für sein Board-Mandat abgeben. Das heißt aber nicht, dass er sofort aus dem Verwaltungsrat ausscheidet. Er bleibt zunächst Director. Das gilt, bis das Angebot angenommen wird, ein Nachfolger gewählt oder ernannt ist oder die 90-Tage-Frist abläuft.
Was das für Bragg Gaming CEO Matevž Mazij bedeutet
Bragg Gaming CEO Matevž Mazij bleibt nach aktuellem Stand im operativen Geschäft. Eine offizielle CEO-Nachfolge ist in der aktuellen Mitteilung zur Hauptversammlung nicht erwähnt und auch ein Rückzug aus der Geschäftsführung wurde nicht angekündigt. Die offene Frage lautet daher zuerst, ob Mazij seinen Platz im Board verliert.
Ganz losgelöst von seiner CEO-Rolle ist das Thema trotzdem nicht. Mazij ist nicht irgendein Manager im Unternehmen. Er gründete 2010 Oryx Gaming, das 2018 von Bragg übernommen wurde. Später wechselte er in den Verwaltungsrat, wurde im Juni 2023 Chair des Boards und übernahm im August 2023 den CEO-Posten. Wenn ausgerechnet er bei der Wiederwahl durchfällt, sorgt das in der iGaming-Branche für Gesprächsstoff.
Bragg Gaming selbst ist im Online Casino Geschäft aktiv und liefert Inhalte sowie Technik für Betreiber. Zum Angebot gehören Casinospiele, Inhalte von Partnerstudios wie Gamomat, digitale Spielautomaten, Aggregation, Analysefunktionen und Plattformlösungen. Die Produkte richten sich also vor allem an Unternehmen, die ihr Online Casino Angebot ausbauen oder technisch besser steuern wollen.
Die Abstimmung fällt in eine Phase, in der Bragg Gaming ohnehin viel sortieren muss. Das Unternehmen hatte strategische Optionen geprüft, darunter auch einen möglichen Verkauf oder eine Fusion. Am Ende wurde diese Prüfung ohne eine solche Maßnahme beendet. Dazu kam im März die Ernennung von Morten Tonnesen zum Chief Operating Officer. Er soll die Abläufe verbessern und die AI-First-Ausrichtung des Unternehmens weiterbringen. Als Hinweis auf eine direkte CEO-Nachfolge wurde dieser Schritt aber nicht dargestellt.

Bei Bragg Gaming gibt es allerdings auch gute Nachrichten. Im Mai 2026 kündigte das Unternehmen eine geplante Übernahme von Drayton International an. Damit möchte Bragg Gaming seine „Games-First“-Strategie stärken. (Bildquelle: Bragg Gaming)
Warum der Zeitpunkt für Bragg Gaming heikel ist
Auch die Zahlen machen die Lage nicht einfacher. Im ersten Quartal 2026 erzielte Bragg einen Umsatz von 25,7 Millionen Euro, was nur ein kleines Plus gegenüber dem Vorjahr darstellt. Der Nettoverlust lag bei 1,2 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA bei 4,0 Millionen Euro. Gleichzeitig kündigte Bragg an, die weltweite Belegschaft, um rund 12 Prozent zu reduzieren. Daraus sollen jährliche Einsparungen von etwa 4,5 Millionen Euro entstehen.
Anfang 2026 gab es außerdem einen größeren Aktienverkauf durch Bragg Gaming CEO Matevž Mazij. Über seine Holding wurden mehr als eine Million Bragg-Aktien verkauft. Das Unternehmen erklärte damals, der Verkauf sei wegen dringender persönlicher finanzieller Umstände während einer Blackout-Periode genehmigt worden. Sein Anteil am Unternehmen sank dadurch deutlich.
Für Bragg geht es nun darum, wie der Verwaltungsrat mit dem Rücktrittsangebot umgeht. Möglich ist eine Annahme, eine Übergangslösung oder ein neuer Director. Sicher ist bisher nur: Der CEO-Rücktritt ist nicht bestätigt. Die Frage, ob Bragg Gaming CEO Matevž Mazij 2026 zurücktritt, lässt sich deshalb noch nicht mit Ja beantworten.





























