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Stefan Sulzbacher ist bet-at-home CEO geworden. Der Wechsel an der Spitze im Vorstand ist jedoch nicht die einzige Neuerung. (Bildquelle: AidanHowe auf Pixabay)

Bei bet-at-home ist der Wechsel im Vorstand jetzt offiziell. Das Unternehmen hat am 20. April 2026 bekanntgegeben, dass Stefan Sulzbacher in den Vorstand einzieht und zugleich den Vorsitz übernimmt. Claus Retschitzegger scheidet dagegen wie geplant mit Ablauf seiner auf ein Jahr befristeten Bestellung aus dem Vorstand aus. Ganz weg ist er aber nicht, denn er bleibt laut Mitteilung Teil des Führungsteams. Damit steht fest, Stefan Sulzbacher ist bei bet-at-home neuer CEO und übernimmt die Führung des Glücksspielanbieters in einer Phase, in der sich im Unternehmen an mehreren Stellen etwas verändert.

Für bet-at-home ist diese Entwicklung besonders interessant, weil der Anbieter nicht nur im Bereich Sportwetten aktiv ist. Das Unternehmen gehört auch zu den bekannten Marken im europäischen Online Glücksspiel und ist in regulierten Märkten zudem mit Online Casino Angeboten und virtuellen Echtgeldautomaten vertreten. Genau deshalb ist die Nachricht, dass Stefan Sulzbacher ist bet-at-home CEO, mehr als nur ein normaler Chefwechsel. Es geht auch um die künftige Ausrichtung eines Unternehmens, das sich in einem schwierigen Markt behaupten muss.

Neuer CEO: Stefan Sulzbacher wird bet-at-home führen

Spannend ist vor allem, dass die Ernennung nicht überraschend kommt. Bereits im Februar 2026 hatte bet-at-home eine erwartete Veränderung in der Aktionärsstruktur gemeldet. Damals wurde bekannt, dass Stefan Sulzbacher und Franz Ömer signifikante Stimmrechtspositionen aufgebaut haben beziehungsweise über Instrumente abgesichert hatten. Gleichzeitig war die Transaktion an eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder gekoppelt. Der Hintergrund ist klar, denn es geht dabei auch um die deutschen Lizenzen für Sportwetten und virtuelle Automatenspiele.

Noch deutlicher wurde die Entwicklung dann im Geschäftsbericht 2025. Dort steht, dass die Gruppe um Franz Ömer und Stefan Sulzbacher dem Unternehmen Ende März ihre Absicht mitgeteilt hat, künftig mit zwei Mitgliedern im Aufsichtsrat vertreten zu sein und die Bestellung Sulzbachers zum Vorstandsvorsitzenden anzustreben. Die jetzige Ernennung wirkt deshalb eher wie die Umsetzung eines bereits vorbereiteten Plans. Stefan Sulzbacher bet-at-home ist damit Teil eines größeren Führungswechsels.

Bet-at-home führt Echtgeldautomaten vieler bekannter Marken.

Bet-at-home bietet in seinem Online Casino unter anderem Slot-Titel von bekannten Anbietern wie Merkur, NetEnt und Pragmatic Play an. (Bildquelle:bet-at-home)

Bet-at-home stellt sich an mehreren Stellen neu auf

Auch auf Eigentümerseite hat sich bei bet-at-home zuletzt viel bewegt. Der bisherige Mehrheitsaktionär Betclic Everest Group hat seine Beteiligung abgegeben. Danach kam es zu Rücktritten im Aufsichtsrat und zu gerichtlichen Übergangsbestellungen. Später folgten weitere Veränderungen im Kontrollgremium. Das zeigt recht klar, dass sich bet-at-home nicht nur im Vorstand neu sortiert, sondern an mehreren Stellen gleichzeitig.

Das ist für einen Anbieter wie bet-at-home besonders wichtig. Der Konzern bewegt sich in einem Markt, in dem Sportwetten und Online Casinos nicht nur wirtschaftlich, sondern auch regulatorisch unter Druck stehen können. Fragen rund um Lizenzen, Marktpositionierung und Aufstellung des Unternehmens haben deshalb ein größeres Gewicht als bei manch anderem Anbieter.

Neuer CEO übernimmt in keiner leichten Phase

Die wirtschaftliche Lage ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Laut Geschäftsbericht sank der Brutto-Wett- und Gamingertrag 2025 von 52,3 Mio. Euro auf 48,0 Mio. Euro. Auch der Netto-Wett- und Gamingertrag ging zurück. Gleichzeitig verbesserte sich das EBITDA von minus 3,3 Mio. Euro auf plus 3,1 Mio. Euro. Bet-at-home ist damit profitabler geworden, steht aber beim Umsatz weiter unter Druck. Als Gründe nennt das Unternehmen die höhere österreichische Wettsteuer und das Fehlen eines großen Sportevents wie EM oder WM im Vergleich zum Vorjahr. Für 2026 bleibt der Ausblick deshalb vorsichtig.

Stefan Sulzbacher übernimmt bet-at-home nicht in einer ruhigen Wachstumsphase, sondern in einer Zeit, in der sich der Anbieter neu aufstellen muss. Gerade für die Bereiche Sportwetten, Online Casino und virtuelle Echtgeldautomaten könnte diese neue Aufstellung noch wichtig werden.