Glücksspielmarkt Österreich

Glücksspielmarkt in Österreich gerät in Schieflage. Der Schwarzmarkt nimmt neue Dimensionen an. Experten machen sich über die Entwicklung sorgen. (Bildquelle: Mayya666 auf Pixabay)

Der illegale Glücksspielmarkt in Österreich wächst seit Jahren. In der Branche wächst deshalb die Sorge, dass sich der Schwarzmarkt weiter der Kontrolle der Behörden entziehen könnte. Das geht aus der Analyse des Beratungsunternehmens Regulus hervor, die im Auftrag von Tipico erstellt wurde.

Demnach soll der Schwarzmarkt ein Volumen von rund einer halben Milliarde Euro erreicht haben. Damit würde der Schwarzmarkt inzwischen rund 71 Prozent des Gesamtmarkts ausmachen.

Konkret schätzen die Autoren der Analyse den Umfang des Schwarzmarktes auf zwischen 435 und 616 Millionen Euro. Demnach würde nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Nachfrage tatsächlich über das regulierte Angebot abgewickelt.

Glücksspielmarkt in Österreich: Monopol und Steuerlast als Treiber

Die Ursachen für das Wachstum des Schwarzmarktes sind seit Jahren bekannt. Als einen der Hauptgründe nennt die neue Studie das österreichische Glücksspielmonopol. Seit Monaten steht der Monopolstatus politisch unter Druck. Aktuell gibt es dazu einen Gesetzesentwurf im Parlament. Dort verlangen Parteien, dass der Monopolstatus in Österreich abgeschafft wird, um den Markt auch für internationale Online Casinos zu öffnen. Das Finanzministerium möchte jedoch am bestehenden System festhalten.

Nach Einschätzung von Lottoland würde ein Festhalten am Monopol in Verbindung mit Sperrmaßnahmen dazu führen, dass international lizenzierte Anbieter den österreichischen Markt verlassen. Damit gingen unter anderem bestehende Steuerbeiträge verloren. Der Markt wird damit zunehmend unattraktiv.

Neben dem Monopol in Österreich spielt auch die hohe Steuerlast eine zentrale Rolle. Spieler müssen in Österreich in der Regel keine Steuern auf die Spielgewinne zahlen. Dahingegen zahlt der Betreiber erhebliche Abgaben, die je nach Spielart unterschiedlich hoch sind. Laut mehrerer Quellen liegt die Steuerlast bei 40 Prozent des Bruttospielertrags (GGR). Laut Regulus gelingt es dem aktuellen System lediglich, rund 29 bis 37 Prozent der Nachfrage zu kanalisieren.

Viele Anbieter wie Tipico sehen darin ein ernstes Problem. Monika Racek, Managerin bei Admiral, sieht den Spielerschutz in Gefahr. Ihrer Einschätzung nach sind bereits deutlich mehr als die Hälfte der Spieler im unregulierten Markt aktiv.

Finnland läutet 2027 Glücksspielreform ein.

Nicht nur in Österreich wird über das Monopol diskutiert. Sondern auch in Finnland zeigt sich eine Glücksspielreform. Jahrzehntelang dominierte der staatliche Betreiber Veikkaus. Dadurch war es für internationale Online Casino Betreiber nahezu unmöglich, den Markt zu nutzen. (Bildquelle: jorono auf Pixabay)

Uneinigkeit über die tatsächliche Größe

Um den Schwarzmarkt in Österreich einzudämmen, setzt die Politik aktuell auf technische Maßnahmen. Dazu gehören auch das IP-Blocking sowie das Sperren von Zahlungswegen. Experten blicken diesen Maßnahmen kritisch entgegen, da Erfahrungen aus anderen Ländern gezeigt haben, dass diese Maßnahmen nur begrenzt wirken. Lottoland weist darauf hin, dass insbesondere Anbieter mit EU-Lizenz (Malta) von solchen Handlungen betroffen wären. Das könnte dazu führen, dass zahlreiche internationale Anbieter den Markt verlassen.

Nicht alle Casino Betreiber teilen die Einschätzung von Regulus. Der Monopolist Casinos Austria verweist darauf, dass sein Online-Angebot Win2Day deutlich mehr als 50 Prozent der Nachfrage abdecke. Wie groß der Schwarzmarkt tatsächlich ist, bleibt damit umstritten. Regulus stützt seine Schätzungen unter anderem auf Gesamtausgaben, internationale Vergleichsdaten, Analysen des Internetverkehrs sowie Erfahrungen aus anderen Monopolmärkten.

Jedoch zeigt sich bei der aktuellen Analyse und der Diskussion in der Branche, dass die Erfassung des illegalen Glücksspielmarkts schwierig ist. Für die Branche bleibt die zentrale Frage offen, wie sich Regulierung, Wettbewerb und Spielerschutz künftig in Einklang bringen lassen und ob das bestehende System dieser Herausforderung noch gewachsen ist.