Novomatic-Übernahme von Ainsworth

Novomatic-Übernahme von Ainsworth Game Technology ist grandios gefloppt. Österreichische Konzern scheiterte an der 75-Prozent-Grenze für die Übernahme. (Bildquelle: NOVOMATIC auf Facebook und Ainsworth Game Technology auf Facebook )

Die Novomatic-Übernahme von Ainsworth Game Technology ist offiziell gescheitert. Obwohl der österreichische Konzern Novomatic sich für die Komplettübernahme schwer ins Zeug legte, kam es am Ende zu keiner Einigung. Was sehr lange wie eine Formsache wirkte, entwickelte sich zu einem zähen Ringen um Stimmen, Bewertungen und am Ende Machteinfluss.

Doch wie genau kam es eigentlich zu dem Wunsch, Ainsworth Game Technology vollständig in die Novomatic-Familie einbinden zu wollen? Novomatic ist seit längerer Zeit Großaktionär von Ainsworth. Der Konzern hält eine Mehrheitsbeteiligung von über 50 Prozent und wollte nun auch die restlichen Prozente abgreifen.

Novomatic ist international vor allem durch die Marke Novoline bekannt, die in zahlreichen europäischen Spielhallen und Online Casinos präsent ist. Eine vollständige Integration von Ainsworth hätte das bestehende Portfolio ergänzt. Der Plan ging aber leider nach hinten los.

Novomatic-Übernahme von Ainsworth: Von der Zuversicht zum gescheiterten Deal

Wie konnte es so weit kommen, dass ein vermeintlich sicherer Deal, am Ende scheiterte? Die Verbindung zwischen den beiden Unternehmen bestand seit Jahren. Strategisch lag eine Übernahme durch Novomatic auf der Hand.

Also folgte daraufhin das offizielle Angebot. Das Ausgangsangebot lag bei A$ 1,00 (Australische Dollar) pro Ainsworth-Aktie. Dieses Angebot war ohne weitere Bedingungen aufgesetzt worden. Auf Basis des A$ 1,00-Preises würde Ainsworth einen Betrag von A$ 336,8 Millionen erhalten.

Das Angebot sorgte allerdings auch dafür, dass Novomatic seine Anteile an Ainsworth Game Technology erweitern konnte. Anfänglich hielt der österreichische Konzern rund 52 Prozent der Aktien. Es kam zu einer Steigerung der Anteile auf etwa 66 Prozent. Damit blieb Novomatic allerdings unter der 75-Prozent-Schwelle. Damit war die formale Bedingung an einer vollständigen Übernahme nicht erfüllt.

Aber nicht nur Novomatic hat Interesse an Ainsworth Game Technology gezeigt. Auch Kjerulf David Hastings Ainsworth Sohn des Ainsworth-Gründers, zeigte Interesse und bot A$ 1,30 pro Aktie für bis zu 2,9 % der Aktien jedes Aktionärs. Damit wollte Kjerulf David Hastings Ainsworth nicht das gesamte Unternehmen erwerben, sondern nur einen kleinen Anteil. Warum platzte der Deal zwischen Novomatic und Ainsworth nun wirklich? Das große Problem war die 75-Prozent-Grenze. Diese Schwelle ist in Australien notwendig, um ein Unternehmen von der Börse zu nehmen und vollständig zu integrieren.

Ainsworth Game Technology wird nicht von Novomatic übernommen.

Ainsworth hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit Herausforderungen und Wettbewerbsdruck zu kämpfen. Vermutlich auch ein Grund, warum die Übernahme durch die Novomatic Gruppe als realistisch galt. (Bildquelle: Ainsworth Game Technology auf Facebook)

Strategischer Widerstand aus dem Gründerumfeld

Ainsworth Game Technology ist ein etablierter Hersteller von Echtgeldautomaten und Gaming-Technologie mit internationaler Präsenz. Damit steht das Unternehmen dem Konzern Novomatic in nichts nach.

Ainsworth hat sich insbesondere in Australien und Nordamerika eine starke Marktstellung aufgebaut. Vor allem in Australien, dem Gründungsland, ist das Unternehmen eine bekannte Marke. Genau diese Bekanntheit könnte der Grund gewesen sein, warum Novomatic Ainsworth übernehmen wollte.

Am Ende scheiterte die Novomatic-Übernahme nicht nur an der 75-Prozent-Grenze, sondern auch an dem Widerstand aus dem Gründerumfeld. Aus diesem Umfeld kam ein höheres Angebot, was ein deutliches Signal an die Aktionäre sendete.

Das Teilangebot über 2,9 Prozent war dabei strategisch clever. Es reichte aus, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und Zweifel zu streuen. Denn eines wollte das Umfeld der Gründerfamilie definitiv verhindern. Eine vollständige Übernahme hätte bedeutet, dass strategische Entscheidungen künftig vollständig in Wien getroffen werden.