Kindred Group Corvex Management

Nach den desaströsen ersten Quartalszahlen der Kindred Group in diesem Jahr plädiert Großinvestor Corvex Management für einen Verkauf. (Bildquelle: pixabay by nosheep)

Nach vielen Jahren des Erfolgs sieht sich momentan die Kindred Group seit einigen Monaten erheblichen Schwierigkeiten gegenüber, die wohl noch mindestens bis Ende des Jahres anhalten dürften. Der erzwungene temporäre Rückzug aus den Niederlanden und die Neuregulierung in Deutschland führen noch immer zu massiven Einbrüchen bei Umsatz, EBITDA und Gewinn nach Steuern. Im Zuge dieser Entwicklung scheint zumindest nun mit Corvex Management ein Großinvestor so langsam den Glauben in den derzeitigen Geschäftsplan der Kindred Group zu verlieren. Der Hedgefonds forderte den Vorstand des Online Casino Betreibers auf, ebenfalls einen alternativen Weg wie einen Verkauf oder eine Fusion mit einem Konkurrenten in Betracht zu ziehen.

Corvex Management übt Druck auf den Vorstand der Kindred Group aus und erhöht Beteiligung

Kurz nach Vorstellung der desaströsen ersten Quartalszahlen für 2022 ging eine weitere Nachricht zur Kindred Group fast unter, nämlich dass Corvex Management seinen Anteil am Online Casino Betreiber verdoppelt hat. Der in New York ansässige Hedgefonds erhöhte seine Beteiligung auf nun 10,12 Prozent und ist somit zweitgrößter Anteilseigner nach der PA-Fonds Capital Group, die insgesamt rund 15,2 der Wertpapiere hält. Mit dieser gestärkten Position innerhalb der Eigentümerstruktur ließ ein Statement des neuen Großinvestors nicht lange auf sich warten. Hierin forderte Corvex Management den Vorstand der Kindred Group auf, Alternativen zum bisherigen Geschäftsplan zu entwickeln. Diese sollten nach Meinung des Hedgefonds vor allem einen Verkauf des Glücksspielkonzerns mit sämtlichen Online Casinos wie Unibet oder des mittlerweile zum Konzern zugehörigen Spielautomatenherstellers Relax Gaming abbilden. Des Weiteren soll der Vorstand ebenso über eine mögliche Fusion mit einem Konkurrenten nachdenken, um gemeinsam bessere Marktchancen zu besitzen, langfristig schneller expandieren zu können sowie die Kosten zu reduzieren. Für all dies erwartet Corvex Management vom Vorstand der Kindred Group eine Analyse, welche Werte mit solchen Schritten für die Aktionäre erzielt werden können. Mittlerweile hat sich das oberste Management des Online Casino Betreibers zu Wort gemeldet und lediglich davon gesprochen, das Statement des Hedgefonds zur Kenntnis genommen zu haben. Gleichzeitig betonte Evert Carlsson, der Vorstandsvorsitzender der Kindred Group: „Wir sind von den langfristigen Chancen für das Unternehmen und dem Wertschöpfungspotenzial für alle unsere Aktionäre überzeugt. Wir begrüßen und freuen uns darauf, den konstruktiven Dialog mit all unseren Aktionären auch in Zukunft fortzusetzen.“ Dies deutet wenig darauf hin, dass der Wunsch nach einem Verkauf des Online Casino Betreibers bei den Managern besonders hoch ausgeprägt zu sein scheint. Sollte jedoch Corvex Management weiterhin seine Anteile am Glücksspielkonzern erhöhen und womöglich weitere Unterstützer für die eigenen Pläne gewinnen, könnten für die Kindred Group die Unabhängigkeit langfristig vorbei sein.

Der Investor Corvex Management würde nur allzu gern die Kindred Group verkaufen, um das bestmögliche Ergebnis für ihre Kunden herauszuholen. Hierzu erklärte der Hedgefonds: „Wir freuen uns, Großaktionäre von Kindred zu sein. Bisher haben wir konstruktive Gespräche sowohl mit dem Vorstandsvorsitzenden als auch mit der Geschäftsleitung von Kindred geführt. Wir glauben, dass Kindred eine gute strategische Position im schnell wachsenden globalen Online-Gaming-Bereich aufgebaut hat. Angesichts der jüngsten Entwicklungen glauben wir jedoch, dass der Vorstand von Kindred sofort einen führenden, globalen Finanzberater beauftragen sollte, um strategische Alternativen zu bewerten, einschließlich des potenziellen Werts, der durch einen Verkauf oder Unternehmenszusammenschluss erzielt werden könnte. Ein umfassend informierter Vorstand ist am besten in der Lage, strategische Alternativen im Vergleich zu Kindreds eigenständigem Geschäftsplan abzuwägen. Obwohl wir keinen Weg für Kindred vorgeben, glauben wir, dass der Vorstand über alle relevanten Marktinformationen verfügen und die Daten den Entscheidungsprozess bestimmen lassen sollte. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Kindred-Team.“