
Trotz der dicken Krise bei den Sportwetten konnten die Online Casinos Unibet und Roxy Palace die Halbjahresbilanz der Kindred Group ordentlich beflügeln. (Bildquelle: kindredgroup.com)
Mit der Kindred Group, dem Besitzer des bekannten Unibet Casinos, folgte nun der nächste große Betreiber mit der Veröffentlichung der Finanzkennzahlen für das zweite Quartal sowie für das erste Halbjahr. Wie schon bei anderen Glücksspielunternehmen zuvor zu sehen war, die seit Langem auf eine breite Diversifizierung beim eigenen Portfolio setzen, konnte auch der schwedische Konzern erfolgreich dem Einbruch bei den Sportwetten trotzen. Das gut laufende Geschäft in den eigenen Online Casinos beflügelte die Halbjahresbilanz der Kindred Group trotz der Coronakrise.
Das zweite Quartal lief stark für die Schweden
Trotz des nahezu komplett lahmgelegten Sports im April und Mai, konnte die Kindred Group vor allem dank ihrer Online Casinos starke Zahlen für das zweite Quartal in ihrer Halbjahresbilanz präsentieren. So ging es beim Umsatz um gute 4 Prozent von zuvor 226,2 Millionen Pfund auf nun 235,1 Millionen Pfund nach oben. Im Schlepptau des gestiegenen Umsatzes zog ebenfalls das EBITDA kräftig an. Hier kam zudem positiv hinzu, dass durch den Ausfall fast aller relevanten Sportereignisse und Ligen die Marketingkosten in diesem Bereich massiv zurückgefahren wurden. Unterm Strich bedeutet dies eine gehörigen Anstieg von zuvor 30,4 Millionen Pfund auf jetzt 51,6 Millionen Pfund. Dies waren starke 70 Prozent mehr als noch im Vergleichszeitraum in 2019. Sogar deutlich besser lief es beim Gewinn nach Steuern für den Zeitraum zwischen Anfang April und Ende Juni und dieser konnte sogar mehr als verdoppelt werden. Um unglaubliche 114 Prozent schoss hier der Profit raketengleich von zuvor 12,5 Millionen Pfund auf jetzt 26,8 Millionen Pfund nach oben.
So schön wie die deutlich reduzierten Marketingkosten Gewinn und EBITDA positiv beeinflussten, so liegt doch ebenso hierbei ein gewisses Gefahrenpotenzial in der Situation. Je länger eine solche Phase anhält, umso negativer können Auswirkungen auf die eigene Marktposition sein. Hier hofft die Kindred Group laut den eigenen Aussagen in der Halbjahresbilanz auf eine zügige Revitalisierung des gesamten Sportwettenmarktes, um schließlich wieder voll in die Werbung einsteigen zu können.
In der Halbjahresbilanz musste die Kindred Group noch das erste Quartal beim Gewinn verdauen
Bis auf den Gewinn nach Steuern sah auch die nun vorgestellte Halbjahresbilanz nicht weniger schlecht als das zweite Quartal aus. So konnte auch hier der Umsatz um rund 8 Prozent ordentlich gesteigert werden. Vor allem die Online Casinos von Unibet und Roxy Palace kompensierten die Ausfälle bei den Sportwetten, unter denen auch die Hauptmarke Unibet in diesem Bereich zu leiden hatte. Diese gute Entwicklung verhalf dem EBITDA zu einem Anstieg von vormals 61 Millionen Pfund auf nun 84,1 Millionen Pfund. Damit konnte die Kindred Group in ihrer Halbjahresbilanz bei dieser so wichtigen Kennzahl einen Zuwachs in Höhe von starken 38 Prozent vermelden. Anders als jedoch beim zweiten Quartal gab es beim Gewinn nach Steuern nur eine minimale Verbesserung zu vermelden. Mit nun 27,8 Millionen Pfund fiel dieser nicht nur kaum größer als der Gewinn im zweiten Quartal allein aus, sondern fiel ebenfalls nicht besonders besser gegenüber dem Vorjahr aus. Gerade einmal um mickrige rund 1 Prozent ging es von den 27,6 Millionen Pfund aus dem Vorjahr nach oben.
Weitere interessante Zahlen in der Halbjahresbilanz der Kindred Group:
- Gegenüber dem Vorjahr stieg die Anzahl der registrierten Kunden von 26,2 auf nun 28,4 Millionen
- Die Zahl der aktiven Kunden sank im zweiten Quartal von zuvor rund 1,5 auf jetzt 1,3 Millionen
- Gegenüber dem ersten Quartal sank die Zahl der Mitarbeiter im zweiten Quartal von 1.697 auf nur noch 1.633
Die Online Casinos gaben wieder einmal den Wachstumsmotor
Während sich der Markt der Sportwetten und viele Buchmacher, die keine Spielautomaten und Live Casino Spiele anbieten, in der Krise befinden, beweisen sich die Online Casinos wieder einmal als regelrechter Wachstumsmotor. Überdeutlich wird dies in der Halbjahresbilanz der Kindred Group und den darin befindlichen Zahlen für das zweite Quartal. So brachen Umsätze bei den Sportwetten bei Unibet sowie 32Red um gehörige 38 Prozent gegenüber den drei Monaten April bis Juni in 2019 ein. In Zahlen ausgedrückt bedeutete dies einen Rückgang von zuvor 108,9 Millionen Pfund auf jetzt nur noch gerade einmal 67,5 Millionen Pfund. Demgegenüber entwickelten sich die Online Casinos von Unibet sowie von Roxy Palace hervorragend. Gleich um starke 42 Prozent konnten hier die Umsätze mit den Echtgeld Spielen gesteigert werden. Standen hier noch ein Jahr zuvor für diesen Geschäftsbereich 105,6 Millionen Pfund in den Büchern, waren es nun bereits 150,4 Millionen Pfund. Trotz der starken Leistung langte es jedoch für die Online Casinos der Kindred Group in der Halbjahresbilanz nicht für die Krone, denn diese setze sich Poker auf, welches um extreme 111 Prozent zulegen konnte. Allerdings von einem recht geringen Niveau im Vorjahr von gerade einmal 4,6 Millionen Pfund auf nun 9,7 Millionen Pfund aus.
Über alle Geschäftsbereiche hinweg, Online Casino, Sportwetten und Poker, konnte vor allem der Bereich „Rest der Welt“ inklusive der USA besonders stark im zweiten Quartal bei den Umsätzen zulegen. Hier ging es 257 Prozent nach oben, wovon allein in den USA ein Anstieg vom ersten zum zweiten Quartal in Höhe von 131 Prozent gelang. Die Silbermedaille wiederum ging an Zentral-, Ost- und Südeuropa. Hier gab es ein Wachstum in Höhe von 11 Prozent. Westeuropa folgte schließlich mit 4 Prozent im Plus auf dem dritten Platz. Einziger Wermutstropfen in der Kindred Group Halbjahresbilanz war allerdings das heimischen Skandinavien und musste als einzige Region ein Minus von rund 11 Prozent hinnehmen.





























