Wesley Sneijder Online Casino

Wegen angeblicher Spielschulden im illegalen Online Casino Edobet des Paten von Den Haag, wurde die Familie von Wesley Sneijder bedroht. (Bildquelle: pixabay by tomekwalecki)

Momentan werfen die niederländischen Medien ihre Scheinwerfer auf Wesley Sneijder und Dirk Kuyt, die in der Vergangenheit in einem illegalen Online Casino gespielt haben sollen, welches mit dem Paten von Den Haag verbunden war. Bereits Anfang des Jahres sollen die beiden ehemaligen Fußballnationalspieler zu diesem Sachverhalt von der Polizei als Zeugen vernommen worden sein. Die Ermittler stießen auf die Namen von Wesley Sneijder und Dirk Kuyt aufgrund von Chatverläufen zwischen Kriminellen aus der Organisation von Piet S., dem Paten von Den Haag. Hierin wurde sogar überlegt, ein Familienmitglied von Wesley Sneijder ins Krankenhaus zu prügeln, da dieser seine angeblichen Spielschulden aus dem illegalen Online Casino nicht bezahlt hätte.

Wesley Sneijder hält die Spielschulden im illegalen Online Casino für einen Irrtum

Im vergangenen Jahr gelang es der französischen Polizei die eigentlich als unknackbare Kommunikation zwischen den Krypto-Handys des Dienstleisters EncroChat zu infiltrieren und sämtliche Gespräche mitzulesen. Da hauptsächlich die als absolut sicher geltenden Smartphones von Kriminellen genutzt wurden, war dies eine Goldgrube für Ermittlungsbehörden rund um die Welt. Einer dieser Nutzer von EncroChat war Piet S. der auch als Pate von Den Haag bekannt ist und dem Auftragsmorde und Drogenhandel vorgeworfen werden. Seit September 2020 sitzt er in Untersuchungshaft aufgrund der sichergestellten Chats. Neben dem Drogenhandel im großen Stil verdiente seine Organisation ebenfalls jede Menge Geld mit dem Glücksspiel, genauer mit dem mittlerweile abgeschalteten Online Casino Edobet, in dem Dirk Kuyt und Wesley Sneijder spielten. Diese mit einer Lizenz aus Curacao ausgestattete Plattform dient nicht nur der Geldwäsche, sondern bot auch für die Branche äußerst ungewöhnliche Auszahlungsmethoden an. Wie Dirk Kuyt gegenüber der Polizei in einer Befragung mitteilte, erhielt er ab und an seine Auszahlung in Bar an einer Tankstelle und schätzte diese Form der Anonymität. In den Chats der sichergestellten EncroChat-Kommunikation unterhielten sich Piet S. und andere Kriminelle über den Fußballer. So soll er in der Vergangenheit oftmals rund 5.000 Euro eingesetzt haben, bis der Sohn des Bosses, Freddy S., sein Limit gar auf 25.000 Euro erhöhte. Der 104-malige Nationalspieler bestätigte mittlerweile seine Spielleidenschaft auf Edobet und gab an, dass ihn das Geld weniger interessierte. Vielmehr hätte er aus Spaß an der Freude die Walzen bei Edobet kreisen lassen.

Während die Anekdote rund um Dirk Kuyt bis auf die Barauszahlung an Tankstellen recht glimpflich ablief, hätte die Verbindung von Wesley Sneijder zum Online Casino des Paten von Den Haag fast weitaus schlimmere Konsequenzen gehabt. Über die Krypto-Handys unterhielten sich Piet S. und seine Schergen auch über den zweiten Nationalspieler aus den Niederlanden und über seine angeblichen Spielschulden, die dieser nicht bezahlen würde. Der Frust war bereits so stark gestiegen, dass über Körperverletzungen gegen Familienmitglieder des ehemaligen Profi-Fußballers nachgedacht wurde. Ins Krankenhaus hätte jemand müssen und dabei wäre es egal, ob es sich dabei um seine Frau, Mutter, Tante oder Oma gehandelt hätte, zitiert die Zeitung NOS aus den Chats. Wesley Sneijder auf diesen Sachverhalt angesprochen, bestreitet jedoch, jemals Spielschulden bei Edobet gehabt noch in diesem illegalen Online Casino jemals gespielt zu haben. Vielmehr hätte der Cousin seines Vaters, den er als Meister des Betrugs beschreibt, ihn als Bürge ohne sein Wissen angegeben. Des Weiteren erklärte der 134-malige Nationalspieler, dass ihn tatsächlich in der Vergangenheit Bedrohungen zu dem Thema erreicht hätten. Diese hätte er jedoch aus der Welt schaffen können und konnte den Sachverhalt aufklären. Daraufhin entschuldigten sich die Kriminellen angeblich mehrfach bei ihm und er hätte nie wieder etwas von ihnen gehört.

Im Zuge der geknackten Kommunikation von EncroChat kam es weltweit zu zahlreichen Festnahmen hochrangiger Mitglieder vieler krimineller Organisationen. Allein bis Juli 2020 wurde mehr als 1.000 Personen festgenommen und 8 Tonnen Kokain sichergestellt. Die mitgeschnittene Kommunikation ist so umfangreich, dass noch immer Ermittlungen laufen, darunter gegen 3.000 Personen allein in Deutschland.