Casinos in Macau

Das abgelaufene zweite Quartal wird für die Casinos in Macau mit einem Verlust beim EBITDA von rund 1 Milliarden Dollar in die Geschichte eingehen! (Bildquelle: pixabay by psirivimolsattaya)

Das Jahr 2020 wird in vielerlei Hinsicht als eines der schlimmsten in der neueren Geschichte der Menschheit nach dem Zweiten Weltkrieg eingehen. Nicht nur die Wirtschaft ist in fast allen Gegenden der Welt in die Knie gegangen, auch das persönliche Leben von Milliarden von Menschen hat sich radikal aufgrund des Coronavirus und den Maßnahmen zur Eindämmung verändert. Besonders hart von dieser Entwicklung ist auch die „alte“ Glücksspielbranche betroffen, die normalerweise gutes Geld mit Casino und Spielhallen verdient. Wie schlimm es tatsächlich ist, zeigt nun eine Prognose von Morgan Stanley für die Casinos in Macau, dem größten Glücksspielmekka der Welt. Nach den Schätzungen der Bank werden sich die Verluste im zweiten Quartal allein beim EBITDA auf rund 1 Milliarden Dollar belaufen.

In den Casinos in Macau ging im zweiten Quartal nichts mehr

Noch zu Beginn des Jahres hätte wohl kaum jemand geahnt, welch verheerende Auswirkungen der Ausbruch eines neuen Erregers in Wuhan für die ganze Welt haben wird. Doch bereits im Frühjahr dämmerte es vielen Epidemiologen, Virologen und Politikern, dass die Pandemie wohl noch lange Zeit das Leben der Menschen auf der ganzen Welt bestimmen wird. In der Glücksspielbranche traf es zuerst die Casinos in Macau, die als erste ihre Pforten schließen mussten. War das erste Quartal für die Betreiber wirtschaftlich schon der Horror, wurde das zweite schließlich endgültig zum Desaster. Schätzungen gehen in den drei Monaten von Anfang April bis Ende Juni von einem Einbruch bei den Bruttospielerträgen von bis zu 97 Prozent aus. Wenn überhaupt noch Umsätze generiert werden konnten, dann sporadisch bei der Gastronomie sowie im Einzelhandel bei den angegliederten Geschäften in den Casinos in Macau.

Dieser Einbruch wird sich ebenfalls massiv auf das EBITDA auswirken und die Bank Morgen Stanley geht hierbei von einem Verlust in Höhe von rund 1.04 Milliarden Dollar für die sechs konzessionierten Betreiber aus. Zum Vergleich konnten alle Konzerne nur ein Jahr zuvor im selben Quartal noch beim EBITDA ein starkes Plus in Höhe von 2,4 Milliarden Dollar vorweisen. Da bislang noch nicht alle Unternehmen mit Casinos in Macau ihre Finanzkennzahlen für das zweite Quartal vorgelegt haben, ist noch unklar, wer wie stark betroffen sein wird. Einige könnten durch große Einsparungen bei den Fixkosten durchaus etwas besser weggekommen sein als andere. Bislang ist nur bekannt, dass beispielsweise die Las Vegas Sands Cooperation beim EBITDA ein Minus von 286 Millionen Dollar und Melco Resorts & Entertainment ein Minus in Höhe von 205 Millionen Dollar eingefahren hat. Bei diesen Zahlen ist es kein Wunder, dass viele Analysten schon jetzt vom schlimmsten Quartal n der Geschichte der Casinos in Macau sprechen.

Das dritte Quartal wird sicherlich deutlich besser ausfallen, da bereits einige Casinos in Macau wieder öffnen konnten. Allerdings geschieht dies bislang nur unter begrenzten Möglichkeiten bei der Gästezahl und vor allem halten die strikten Reisebeschränkungen viele VIP-Kunden fern, die für einen Großteil der Umsätze sorgen. Einige Casinos haben sogar bislang mit der Wiedereröffnung abgewartet, da die möglichen Betriebskosten die Einnahmen übersteigen würden. Womöglich wird es sogar noch einige Jahre dauern, bevor Macau überhaupt wieder in die Nähe der Zahlen kommen, die vor der Coronapandemie als normal betrachtet wurden.