Norwegen: Industrieverband für Online-Spiele entzürnt

In Norwegen läuft der Industrieverband für Online-Spiele Sturm gegen das geplante Verbot der Regierung für ausländische Werbung zu Glücksspielen. (Bild von Pixabay auf pexels.com)

Nachdem in Norwegen nun Meldungen öffentlich wurden, dass die Regierung daran arbeite die gesetzlichen Lücken zu schließen, die es nach wie vor ausländischen Glücksspielunternehmen erlauben in Norwegen zu werben, brachte das den norwegischen Industrieverband für Glücksspiel, Norsk Bransjeforening for Onlinespill (NBO) auf den Plan. Unter dem Verband sammeln sich alle Glücksspielunternehmen in Norwegen, die ihre Services auch im Internet zur Verfügung stellen. Zurzeit sind dort namhafte Unternehmen wie zum Beispiel (aber nicht ausschließlich) Betsson, Kindred Group, Cherry's ComeOn und die Gaming Innovation Group als Mitglieder zu finden. Der NBO ist nicht einverstanden mit den Plänen der Regierung und sei „enttäuscht“, laut NBO-Generalsekretär Carl Fredrik Stenstrøm und einem Bericht bei iGaming Business.

Momentan noch freie Bahn für Glücksspielwerbung in Norwegen

Die Gesetze in Norwegen bzgl. Fernsehübertragungen regulieren aktuell nur inländische TV-Sender. Was von außen nach Norwegen gelangt und dort ausgestrahlt werden kann ist unreguliert. Diesen Umstand machten sich in Norwegen nicht lizenzierte Glücksspielunternehmen seit Jahren zum Vorteil. Damit soll bald Schluss sein, zumindest liegt ein entsprechender Gesetzesentwurf zur Abstimmung im norwegischen Parlament bereit. Der norwegische Industrieverband für Online-Spiele NBO reagiert entzürnt, laut iGaming Business. So soll NBO-Generalsekretär Carl Fredrik Stenstrøm gesagt haben:

Es ist enttäuschend, dass die Behörden nicht die Entwicklungen in anderen Ländern sehen, die ein lizenziertes Programm zu dieser Problematik ins Leben gerufen haben. Basierend auf den Angaben der Lotteri-og stiftelsestilsynet nutzen rund 250,000 Norweger*Innen die Dienste der Mitglieder unseres Verbandes außerhalb von Norwegen.

Stenstrøm bemängelt zeitgleich, dass es an Regulierung an anderen Stellen fehle und der Ansatz der Regierung in die falsche Richtung ginge. Es wäre laut ihm zum Beispiel „sinnvoller“, ein „Selbstsperrsystem“ einzuführen, das es Spielerinnen und Spielern erlaubt sich selbst für eine gewisse Zeit vom Zocken zu sperren. Zudem würde Norwegen ein „Monopol-Modell“ aufrechterhalten wollen, das es so in der EU nur noch in Finnland gäbe. Die staatlichen Anbieter würden bevorzugt werden und die privaten Anbieter zunehmend vom Markt gedrängt, so befürchtet Stenstrøm.

Industrieverband für Online-Spiele in Norwegen für mehr Rechte von privaten Glücksspielunternehmen

Glücksspiel und zunehmend auch Online-Glücksspiel sind immer wieder in der Debatte. Fakt ist, dass sich Rahmenbedingungen für Glücksspielunternehmen in vielen Ländern als positiv erwiesen haben, sofern diese auch durchgesetzt werden. Der NBO will in Norwegen keinen unregulierten Markt, sondern einen Weggang vom Monopol von staatlichen Lotterieunternehmen hin zu einem offenen Wettbewerbsmarkt für private Glücksspielunternehmen. Natürlich müsse ein solcher Markt dann auch reguliert werden. Beispiele gäbe es ja genug, meint Carl Fredrik Stenstrøm. Dagegen hält ein Bericht von Oslo Economics im Auftrag des norwegischen Sportverbandes und der Suchtvereinigung ExtraStiftelsen Health and Rehabilitation. Dieser wurd im August letzten Jahres veröffentlicht und warnte ausdrücklich vor der Öffnung des Marktes für private Anbieter.

Der Bericht behauptete, dass eine Öffnung des Marktes für private Glücksspielunternehmen eine Art „Massenwanderung“ von Spielerinnen und Spielern weg von staatlich-geführten, risikoarmen Lotterieprodukten, hin zu „höchst risikoreichen“ Produkten wie Online Casinos zur Folge haben würde.