Gespräch zwischen Mitarbeitern im Büro.

Flutter Stellenstreichung scheint real zu werden. Das Unternehmen muss Einsparungen vornehmen, weil die Glücksspielsteuer in Großbritannien zu hoch sind. (Bildquelle Vitaly Gariev auf Unsplash)

Wer bei Paddy Power, Betfair oder Sky Bet wettet und spielt, hat automatisch mit Flutter Entertainment zu tun, denn alle drei Marken gehören zum internationalen Glücksspielkonzern. Bisher hatten alle drei Marken einen recht großen Erfolg und waren bei Spielern beliebt, auch aufgrund ihrer vielseitigen Angebote. Mittlerweile ziehen über das Unternehmen dunkle Wolken auf, denn Flutter wird 1.400 Stellen streichen. Ganz überraschend kommt die Flutter Stellenstreichung nicht, denn das Unternehmen kämpft seit Monaten mit den erhöhten Glücksspielsteuern in Großbritannien.

Diese stieg Anfang 2026 von 21 Prozent auf 40 Prozent, was zahlreiche Glücksspielunternehmen enorm belastet. Besonders hart hat es die Geschäft mit Online Casinos und Online Glücksspiel getroffen. Nun folgen die ersten Konsequenzen, die vor allem die Mitarbeitenden des Konzern zu spüren bekommen.

Von der Flutter Stellenstreichung sind vor allem die Standorte in Dublin und Leeds betroffen. Aber auch Mitarbeitende in Porto und Cluj-Napoca könnten betroffen sein. Aktuell spricht man in den Medien von 1.400 Arbeitsplätzen, die betroffen sind. Ganz eindeutig ist diese Zahl noch nicht, denn Flutter Entertainment hat sich zur genauen Anzahl noch nicht geäußert.

Flutter Stellenstreichung: 1.400 Arbeitsplätze fallen wegen höherer Steuern weg

Warum müssen so viele Menschen um ihren Arbeitsplatz bangen, wenn es dem Glücksspiel doch angeblich gut geht. Immerhin verzeichnen zahlreiche Unternehmen steigende Umsätze. Im Fall Flutter Entertainment liegt der Grund angeblich im britischen Haushaltsplan von November 2025, denn damals wurde beschlossen, dass man Online Glücksspiel deutlich stärker besteuern will.

Wer damals noch an einen schlechten Scherz glaubte, der wurde im April 2026 eines Besseren belehrt. Denn die Steuern auf bestimmte Online Casino Umsätze steigen auf 40 Prozent. Damit ist die Steuererhöhung auf Spiele in Online Casinos aber noch nicht beendet. Denn auch die Steuern auf die meisten Online Sportwetten steigen im April 2027 von 15 Prozent auf 25 Prozent.

Da Flutter Entertainment nicht nur Online Casino Angebote im Sortiment hat, sondern über Paddy Power auch Wetten anbietet, entstehen ab 2027 weitere Mehrkosten, die das Unternehmen vor allem durch Einsparungen abdecken möchte. Die Rede ist von einer Mehrbelastung von rund 540 Millionen US-Dollar für das kommende Jahr.

Wie genau möchte Futter diese Mehraufwendungen durch Einsparungen verringern? Das Unternehmen möchte unter anderem weniger für Betrieb, Werbung und Marketing ausgeben. Durch diesen Kurs rechnet man in 2027 mit Einsparungen in Höhe von 201 Millionen US-Dollar. Die Flutter Stellenstreichung ist ebenfalls ein Teil dieses Plans. Eine solche Umstrukturierung kostet natürlich auch Geld, welches der Konzern im vierten Quartal 2026 vermutlich ausgeben muss. Man rechnet mit Kosten von rund 90 Millionen US-Dollar.

Kevin Harrington, Geschäftsführer von Flutter UK & Ireland, sieht als Grund für diese drastischen Maßnahmen vor allem die Steuererhöhung. Nach seiner Ansicht haben die höheren Abgaben dem regulierten Glücksspiel in Großbritannien geschadet. Das Unternehmen warnt außerdem davor, dass diese aktuelle Situation, dass illegale Glücksspiel attraktiver macht.

Flutter Stellenstreichung betrifft 1.400 Arbeitsplätze im Unternehmen.

Kevin Harrington, Geschäftsführer von Flutter UK & Ireland, kommentierte: „Mein unmittelbarer Fokus liegt darauf, allen betroffenen Kollegen die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen und unsere Teams durch eine Zeit zu führen, die für alle Beteiligten schwierig und herausfordernd sein wird. Die im britischen Haushalt im vergangenen Jahr angekündigte deutliche Erhöhung der Wett- und Glücksspielabgaben hat das Wirtschaftsmodell der regulierten Wett- und Glücksspielbranche in Großbritannien grundlegend verändert und gleichzeitig dazu beigetragen, den unlizenzierten, unregulierten Markt anzukurbeln.“ (Bildquelle: Flutter Entertainment)

Schon 100 Paddy-Power-Filialen auf dem Prüfstand

Dass Flutter sparen will, zeigte sich schon vor der aktuellen Ankündigung. Bereits im September diesen Jahres hatte das Unternehmen damit begonnen 100 Paddy-Power-Wettbüros genauer zu prüfen. Paddy Power betreibt in Irland und Großbritannien insgesamt 506 Filialen. Sollte es wirklich dazu kommen, dass 100 dieser Wettbüros schließen, wäre das etwa jeder fünfte Standort betroffen. Aktuell wären dann dadurch 400 Arbeitsstellen betroffen. Unklar ist jedoch aktuell noch, ob diese 400 Stellen bereits zu den 1.400 Arbeitsplätzen zählen, die von der Flutter Stellenstreichung betroffen sind.

Die aktuelle Nachrichten um Flutter Entertainment haben jedoch an der Börse erst einmal nicht zu Verlusten geführt und auch der allgemeine Umsatz des Unternehmens scheint sich stabil zu halten. Nach dem Handel am 20. Oktober 2026 beendet die Flutter Aktie den Tag mit einem Plus von 2,09 Prozent bei 78,98 US-Dollar.

Wie es jetzt nach der Bekanntgabe der Flutter Stellenstreichung für Irland und Großbritannien weiter geht ist noch unklar. Aktuell äußert sich das Unternehmen nur zu den angedachten Sparmaßnahmen, um die Mehrkosten durch die Steuererhöhung zu decken. Ob am Ende wirklich die 100 Wettbüros geschlossen werden und weitere Mitarbeitende Ihren Job verlieren steht in den Sternen.