Unibet verlässt Deutschland

Nach vielen Jahren verlässt die Kindred Group mit ihrer Marke Unibet Deutschland. Die langsame Vergabe der Lizenzen sind das große Problem. (Bildquelle: pixabay by geralt)

Seit gut einem Jahr warten die Glücksspielbetreiber in Deutschland nun schon auf ihre Lizenzen für das virtuelle Automatenspiel und ein schnelles Ende des Trauerspiels ist weiterhin nicht absehbar. Der Schwarzmarkt mit Online Casinos, die sich nicht an die Regeln aus dem neuen Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag halten, blüht auf Kosten der Anbieter, die sich dem neuen Regime unterworfen haben. Die Kindred Group mit ihrem bekannten Buchmacher Unibet hat deshalb nun endgültig die Reißleine gezogen und verlässt Deutschland bereits Ende dieses Monats.

Kindred Group verlässt mit Unibet Deutschland auf unbestimmte Zeit

Für die Kindred Group mit ihrer Hauptmarke Unibet waren die letzten zwei Jahre in Deutschland eine regelrechte Tortur, weshalb der Glücksspielanbieter nun angekündigt hat, das Land verlassen zu wollen. Bis einschließlich dem 30. Juni können Kunden noch auf ihre Spielerkonten zugreifen und möglicherweise noch vorhandene Gelder zur Auszahlung bringen. Die Nutzung von Sportwetten sowie von Spielautomaten durch deutsche Kunden ist allerdings bereits schon jetzt nicht mehr möglich genauso wie Einzahlungen. Kunden, die diesen Stichtag verpassen, müssen sich ab dem 1. Juli für die Auszahlung ihrer Gelder an den Kundensupport wenden, was deutlich komplizierter sein wird. All dies betrifft natürlich ebenso potenzielle Neukunden aus der Bundesrepublik, für die ab sofort keine Registrierung mehr verfügbar ist.

Als Hauptgrund für das Verlassen von Deutschland machte der Besitzer von Unibet die katastrophale Neuregulierung im Land verantwortlich. Bereits im Februar 2020 hatte sich die Kindred Group um eine Sportwettenkonzession beworben und wartet noch heute nach mehr als zwei Jahren auf die Erlaubnis. Wie der Online Casino Betreiber weiterhin mitteilte, erbrachte eine Anfrage bei den Regulierungsbehörden, dass bis heute noch nicht einmal entschieden wurde, ob die Kindred Group überhaupt eine Lizenz erhält oder nicht. Ein unhaltbarer Zustand, der sich ebenfalls bei der Lizenz für das virtuelle Automatenspiel fortsetzt. Auch hier wurde bislang keine Entscheidung getroffen. Für den Besitzer von Unibet ist dies nicht länger zu tolerieren, denn ohne Erlaubnis ist das Angebot an Glücksspielen des Betreibers noch immer nach nationalem Recht illegal. Dies führte zuletzt nicht nur dazu, dass Unibet keinen Casino Bonus anbieten darf, sondern zudem auch noch das Sponsoring beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach einstellen musste. Vor diesem Hintergrund ist das Verlassen Deutschlands durch die Kindred Group und ihrer Hauptmarke Unibet ein nachvollziehbarer Schritt.

Genau wie viele anderen Online Casino Betreiber hat sich die Kindred Group in der Bundesrepublik frühzeitig den neuen Regularien unterworfen, um Lizenzen für das virtuelle Automatenspiel und Sportwetten zu erhalten. Dies führte bislang zu einem massiven Kundenschwund und extrem eingebrochenen Einnahmen, die wiederum die Bundesrepublik zu einem immer uninteressanteren Glücksspielmarkt machen. Das Verlassen Deutschlands und die Beendigung des Bewerbungsprozesses für die Konzessionen ist deshalb für Unibet und die Kindred Group vor allem eine wirtschaftliche Entscheidung. Für die Bundesrepublik selbst hingegen könnte dies der Beginn einer großen Abwanderungswelle seriöser Anbieter darstellen, über die sich einmal mehr der Schwarzmarkt die Hände reiben dürfte.

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