Dietmar Hoscher

Schmutzige Wäsche – Im Sommergespräch im ORF bezichtige Norbert Hofer indirekt Ex-CASAG-Vorstand Dietmar Hoscher hinter der anonymen Anzeige gegen Novomatic und FPÖ zu stecken. (Bild von Steve Buissinne auf Pixabay)

Seit geraumer Zeit spekuliert ganz Österreich darüber, wer hinter der anonymen Anzeige gegen Novomatic sowie gegen Politiker der FPÖ stecken könnte. Wer hätte Interesse daran gehabt, dass es zu umfassende Ermittlungen und Razzien in Zusammenhang mit der merkwürdig anmutenden Bestellung von FPÖ-Politiker Peter Sidlo in den Vorstand der CASAG gibt? Die einen vermuteten die tschechische Sazka Gruppe hinter der anonymen Anzeige, immerhin hat diese noch ein Hühnchen sowohl mit Novomatic als auch mit dem Staat Österreich zu rupfen. Andere wiederum glauben, dass der SPÖ-Politiker und Ex-CASAG-Vorstand Dietmar Hoscher dahinter stecken könnte. Einer, der dies mehr oder weniger durch die Blume andeutete, ist Norbert Hofer, der wohl zukünftige Parteichef der FPÖ. Gegen dessen Aussagen beim Sommergespräch im ORF setzt sich nun Dietmar Hoscher mit einer Anzeige zu wehr.

Was für Diemtar Hoscher als Schreiber der anonymen Anzeige gegen Novomatic und FPÖ sprechen könnte

Freimütig plauderte vor Kurzem der wohl zukünftige Chef der FPÖ, Norbert Hofer, im Sommergespräch im ORF über die eigene Partei sowie über die alles überstrahlende Causa, die momentan Österreich in Atem hält. Bei der Bestellung von FPÖ-Politker Peter Sidlo in den Vorstand der CASAG soll es Deal zwischen der Partei von Norbert Hofer und Novomatic gegeben haben. Für die Installierung von Peter Sidlo soll dem Hersteller der bekannten Novoline Spielautomaten angeblich eine Online Casino Lizenz sowie eine Casino-Konzession und eine Aufhebung des Verbots des „Kleinen Glücksspiels“ in Wien versprochen worden sein. Den Stein ins Rollen bei dieser Causa mit Razzien bei Novomatic und der FPÖ brachte bekanntlich eine anonyme Anzeige, die vor Kurzem sogar mit vollständigem Wortlaut ihren Weg in die Medien fand. Bereits vor einigen Tagen spekulierte das Nachrichtenmagazin OE24, dass womöglich der Ex-CASAG-Vorstand Dietmar Hoscher hinter dem Schreiben an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft stecken könnten. Die Menge an Insiderinformationen in der anonymen Anzeige über Novomatic Chef Harald Neumann und Johann F. Graf, dem Gründer und Besitzer des Spielautomatenherstellers, sowie gegen mehrere FPÖ-Politiker ließen eines vermuten. Der Schreiber der anonymen Anzeige müsste aus dem dem engsten Kreis der Casinos Austria AG stammen und Zugang zu vielen vertraulichen Dokumenten gehabt haben.

Nur ein kleiner Kreis an Personen hätte Zugang zu allen Informationen gehabt

Für die These des Nachrichtenmagazins OE24, dass Dietmar Hoscher womöglich hinter der Anzeige stecken könnte, wurden einige Indizien vorgebracht. Die negative Beurteilung über die fachliche Qualifikation von Peter Sidlo für den Vorstandsposten innerhalb der CASAG war nur einem extrem kleinen Kreis an Personen bekannt. Laut OE24 waren dies der ehemalige Vorstand aus Generaldirektor Alexander Labak, Vorstandsdirektor Bettina Glatz-Kremsner sowie Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher. Ebenfalls hatten hiervon Kenntnis Walter Rothensteiner, der die negative Beurteilung über Peter Sidlo dem Aufsichtsrat vorenthalten haben soll sowie Egon Zehnder, der externe Personalberater, der diese ausgestellt hatte. OE24 vermutet, dass die beiden zuletzt genannten Personen nicht wirklich in Frage kommen. Rothensteiner stand selbst im schlechten Licht in der anonymen Anzeige dar und Zehnder wiederum dürfte kaum Einblicke in die Vorgänge zwischen Novomatic und der FPÖ bekommen haben. Bettina Glatz-Kremsner wiederum wurde durch die Wahl des neuen Vorstands zum Generaldirektor der CASAG befördert und Alexander Labak trat auf eigenen Wunsch von seinem Posten zurück. Nach diesem Ausschlussprinzip, sofern die Herleitung des Nachrichtenmagazins stimmen würde, bleibe damit nur noch der Ex-CASAG-Vorstand Dietmar Hoscher übrig.

Anonyme Insider tippen auf Dietmar Hoscher

Laut der Beurteilung zweier anonymer Insider aus der Glücksspielszene in Wien, wie es OE24 mehr oder weniger ausdrückt, ist die Chance sehr hoch, dass Dietmar Hoscher die Anzeige gegen Novomatic und die FPÖ schrieb. Er würde über das entsprechende Insiderwissen verfügen und zudem wäre er als damaliger noch amtierender Vorstand in den gesamten Prozess zu Neuberufung des gesamten Vorstands der CASAG eingebunden gewesen. Außerdem war er einer der wenigen Personen, die Zugang zu der Beurteilung von Egon Zehnder über Peter Sidlo hatten und gilt zudem mit seiner enormen Vernetzung als Graue Eminenz in Sachen Glücksspiel in Österreich.  Hauptgrund für die anonyme Anzeige könnte die Ausbootung des langjährigen Vorstands Dietmar Hoscher sein, schließlich verlor dieser seinen Job an den FPÖ-Politiker Peter Sidlo. Neben den bereits benannten Indizien ging das Nachrichtenmagazin OE24 noch einen Schritt weiter. So soll ein bekannter Anwalt aus Wien, dessen Name nicht genannt wird, sogar wissen, dass Dietmar Hoscher hinter der anonymen Anzeige gegen Novomatic und die FPÖ steckt. Angeblich soll diese in Zusammenarbeit mit einer Anwaltskanzlei aus Wien entstanden sein, die der SPÖ nahestehen soll. Dietmar Hoscher war in der Vergangenheit sowohl National- wie auch Bundesrat für die SPÖ.

Ex-CASAG-Vorstand Dietmar Hoscher verklagt zukünftigen FPÖ-Chef Norbert Hofer

Ob der Artikel der Grund für die nun getroffenen Aussagen von FPÖ-Politiker Norbert Hofer ist, der wohl zukünftiger Chef der Partei werden wird, ist unklar. Allerdings erklärte er ebenfalls mehr oder weniger durch die Blume, dass Dietmar Hoscher hinter der anonymen Anzeige stecken würde. Beim Sommergespräch im ORF sprach er von einem ehemaligen Manager, der der SPÖ nahe stehen soll und nun wohl sehr enttäuscht wäre, seinen Posten verloren zu haben. Dies war zwar in gewissem Sinne recht schwammig formuliert, allerdings trifft dies in Zusammenhang mit der momentanen Causa nur auf Dietmar Hoscher zu. Genau wegen dieser Implikation, Hoscher würde hinter der anonymen Anzeige stehen und dadurch die Razzien gegen Novomatic und FPÖ ausgelöst haben, hat der Ex-CASAG-Vorstand nun Anzeige erstattet. Über seinen Anwalt Michael Pilz ließ er mitteilen, dass dies nicht der Wahrheit entspreche und dies einer Schädigung seines Rufes gleichkomme. Zugleich stellte er klar, dass er weiterhin bei der Casinos Austria AG angestellt ist und zwar als Berater, nur nicht mehr als Vorstandsdirektor. In Zusammenhang mit der Anzeige verlangt Dietmar Hoscher zudem vom FPÖ-Politiker Norbert Hofer, dass dieser seine Aussagen zurücknimmt und einen Widerruf seiner These im ORF öffentlich macht. Norbert Hofer selbst hat sich hierzu bislang noch nicht öffentlich geäußert.