
Parlamentarischer Abend in Düsseldorf: Forderungen nach einer Stärkung des legalen Glücksspielmarkts. (Bildquelle: Kvnga auf Unsplash )
Während des Parlamentarischen Abend des Deutschen Sportwettenverbands (DSWV) und des Deutschen Online Casinoverbands (DOCV) kommt es zu klaren Worten, was den legalen Glücksspielmarkt angeht. Dieser hat zunehmen mit illegaler Konkurrenz zu kämpfen, was einer Vermehrung der sogenannten Fungames verdeutlicht. Laut einem Rechtsgutachten von Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Kubiciel, der vom Fachverband Gastronomie-Aufstellunternehmer (FGA) und dem Bayerische Automaten-Verband (BAV) beauftragt wurde, steigt die Zahl der illegalen Fungames auf erschreckende 50.000 Stück. Es ist dringend Handlungsbedarf erforderlich, was sich auch beim Parlamentarischen Abend am 21. September 2023 in Düsseldorf anzeichnete. Während der Veranstaltung machte DOCV-Präsident Dr. Dirk Quermann deutlich wie weit die aktuellen Regulierungsansprüche und die Realität voneinander entfernt seien.
Glücksspielstaatsvertrag grundsätzlich die richtige Richtung
Der Parlamentarischen Abend des Deutschen Sportwettenverbands (DSWV) und des Deutschen Online Casinoverbands (DOCV) diente dazu, sich genauer über die aktuelle Lage des legalen Glücksspielmarkts zu informieren. Vertreter der Branchen waren anwesend, ebenso wie die Politik, die sich vermehrt in zwei Lager spaltet. DOCV-Präsident Dr. Dirk Quermann macht in seinem Vortrag deutlich, dass der Glücksspielstaatsvertrag 2021 grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung war, er jedoch nicht dazu führte, dass sich die Spieler nicht weiterhin dem illegalen Glücksspiel zuwenden, wie auch die anfangs starke Verbreitung der Fungames verdeutlicht.
In seinem Vortrag geht der DOCV-Präsident weiterhin darauf ein, dass es nach seiner Ansicht nach zwei gravierende Entwicklungen gebe. Zum einen sinken die Steuereinnahmen aus virtuellen Spielautomaten deutlich. Im Vergleich: Im Jahr 2021 lagen die steuerlichen Einnahmen pro Monat bei 40 Millionen Euro, während die aktuellen Einnahmen um die Hälfte gesunken seien. Diese Entwicklung spricht deutlich von einem ernst zu nehmenden Aktivitätsverlust des Online Casino Markts und daher für den legalen Glücksspielsektor. Es ist davon auszugehen. Dass immer mehr Spieler sich dem illegalen Markt zuwenden.
Zum anderen äußert sich Dr. Dirk Quermann seine Bedenken hinsichtlich einiger Regulierungsmaßnahmen und wünscht sich in diesem Zusammenhang Optimierungsmaßnahmen, die den legalen Glücksspielmarkt wieder attraktiver machen. Als Beispiel seiner Ausführungen führt er den Maximal-Spin-Einsatz von 1 Euro an, der seiner Ansicht nach zu scharf angesetzt ist.
Legaler Glücksspielmarkt – Politik darf aktiv werden
Auch in der Politik hat das Thema immer wieder Relevanz, auch wenn es bei den meisten Diskussionen um neue Verbote geht. Vizepräsidenten des nordrhein-westfälischen Landtags, Christof Rasche ist anderer Meinung als viele seiner Kollegen und Kolleginnen und sagt ganz deutlich, dass es keine neuen Verbote braucht, sondern Maßnahmen, die den legalen markt stärken.
Christof Rasche von der FDP sagt: „Es gibt Politiker, die wollen einen Schlussstrich unter das Thema Glücksspiel ziehen. Das geht aber nicht. Spielen und Wetten gibt es seit Jahrtausenden. Es ist nur die Frage, wie und wo die Menschen spielen.“
Es wird also zunehmend deutlicher, dass reine Verbote, wie das Werbeverbot, schon lange nicht mehr ausreichen, um den Spielerschutz zu optimieren. Vermutlich würden Spieler sogar dem illegalen Markt den Rücken zuwenden, wenn die Angebote der legalen Online Casinos und Spielhallen attraktiver dargestellt werden können, was unter anderem auch mit den Werbemitteln möglich sein.
DSWV-Präsident Mathias Dahms merkt an: „Dass Spieler in den Schwarzmarkt abwandern, bedeutet nicht nur weniger Steuereinnahmen, sondern viel weniger Spieler- und Jugendschutz. „Ich warne eindringlich davor, die Axt an den Glücksspielstaatsvertrag anzulegen.“

Mit zugegen waren während der Veranstaltung waren Christof Rasche von der FDP (rechts), DSWV-Präsident Mathias Dahms (Mitte) und DOCV-Präsident Dr. Dirk Quermann (links). Sie alle nahmen an den Vorträgen und Diskussionen teil. (Bildquelle: Games & Business)





























