Online Casino Aktien - Der September verabschiedet sich regnerisch

Bet-at-home kollabiert, GVC Holdings hat Potential, Gaming Innovation Group reorganisiert und Playtech macht auf Schweiz…(Bild von Daria Obymaha auf Pixabay)

Heute ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Der September zeigte sich zu Beginn bei den Aktien der seriösen online Casinos überaus freundlich. Zum Ende hin ging ihm allerdings die Puste aus. Auf Monatssicht ergeben sich damit durchwachsene Ergebnisse auf unserer Watchlist. Mit dem September neigte sich auch das dritte Quartal zum Ende. Wie haben sich die interessantesten Online-Casino-Aktien in den letzten neun Monaten geschlagen? Dazu liefern wir, wie immer, die aktuellsten News aus der Welt der Echtgeld-Casinos.

Konstant unterirdisch – Bet-at-Home

Der einzige deutsche Wert in unserer Watchlist enttäuschte in diesem Monat. Der Konzern hinter der bekannten Plattform bet-at-home.com verlor im September in jeder Handelswoche an Wert. Gemeinsam mit dem Verlust in der KW 39/2019 in Höhe von 4,7 % ergibt sich eine Monatsperformance von -15 %. Im Hinblick auf das laufende Jahr wird das Ergebnis zwar etwas besser – ein Minus von 6 % ist dennoch ärgerlich. Das gilt besonders weil die Aktie im Sommer ihren Höchststand von 73,25 Euro erreichte. Aktuell ist das Papier nur noch 46,12 Euro wert. Das entspricht einem Kursverfall von beinahe 40 % innerhalb weniger Monate.

Tatsächlich war in der letzten Zeit wenig Gutes von Bet-at-Home zu hören. Da sind einerseits die europäischen Überlegungen, den Spielerschutz noch weiter auszubauen und Glücksspiel noch stärker zu reglementieren. Hinzu kommen heftige Steuernachzahlungen, die Druck auf die Bilanz ausüben . Gemeinsam machen sie den einstigen deutschen Musterschüler unattraktiv. Die Allzeit-Hoch-Marke bei 142 Euro rückt damit in weite Ferne.

GVC Holdings: ein lohnendes Wechselbad der Gefühle

Der britische Unterhaltungskonzern GVC Holdings (Marken unter anderem: Casino Club, Bwin, Ladbrokes Coral) ist nichts für schwache Investorennerven. Die Aktie schwankt stark – und reagiert geradezu hysterisch auf Nachrichten aus der Glücksspielbranche. Dennoch zeigt sie uns, dass eine Beimischung im Portfolio sich lohnen kann. Im September präsentierte sich die GVC-Aktie ungewohnt stabil. Es gab keine Woche, die negativ schloss. So konnten sich GVC-Anleger im abgelaufenen Monat über ein Plus von fast 25 % freuen. Auch das gesamte letzte Quartal verlief mit einer positiven Performance in Höhe von 17 % sehr gut.

Professionelle Investoren haben das Potenzial des Großkonzerns erkannt. Am Dienstag kaufte der Hedgefonds Blackrock weitere Positionen hinzu. Damit hält er nun 5 % an GVC.

Gaming Innovation Group: Der Newcomer macht Furore

Die Gaming Innovation Group ist neu auf unserer Watchlist. Erst seit Mitte Juli beobachten wir das Unternehmen hinter den bekannten Casino-Plattformen Guts, Thrills, Kaboo, Rizk Casino, Betspin.com und Superlenny. Im September zeigte sich die Aktie durchwachsen. Nach einigem Auf und Ab bleibt auf Monatssicht ein kleines Plus von 3 % übrig. In der KW 39 gab das Papier allerdings um 5 % nach.

Ein Grund für den Kursrutsch könnte die Meldung vom Montag sein. Die GIG verkündete, Investitionen in ihr eigenes Casino-Studio zu stoppen. Die vier bereits bestehenden Spieleumgebungen sollen jedoch erhalten bleiben und weiterhin geordert werden können. Die Umsätze aus dem Live-Casino-Geschäft waren vernachlässigbar gering. Mit dem Stopp soll einerseits der Schwerpunkt wieder auf die Entwicklung von Casinospielen für die eigenen Plattformen und andere Anbieter gesetzt werden. Andererseits spart die Investitionsbremse, sobald sie ihre volle Wirkung entfaltet, 250.000 Euro pro Monat ein. Das Studio war erste Ende 2017 in Betrieb genommen worden. Die dort beschäftigten Mitarbeiter werden bis zum Jahresende ausscheiden.

COO Richard Brown begründete die Entscheidung: “Die Schließung ist Teil einer aktuellen strategischen Initiative, die darauf abzielt, die Aufwendungen für den operativen Geschäftsbetrieb, die nicht in Verbindung zum Marketing stehen, zu reduzieren. Ich danke allen Mitarbeitern, die an der Entwicklung unserer eigenen Spiele beteiligt waren für ihren Beitrag und ihre Hingabe für das Unternehmen.”

Playtech: Aktienkäufe und die Schweiz

Playtech ist ein Spielelieferant für andere Glücksspielunternehmen. Im September fand das große Aktienrückkaufprogramm statt, dass die Schweden bereits im August angekündigt hatten. Auch in dieser Woche nahmen sie wieder eigene Unternehmensanteile ins Buch. Auf die Monatsperformance wirkte sich die Kapitalmaßnahme positiv aus – die Investoren wurden mit einem Plus von 17 % belohnt. Damit notiert Playtech nun bei 4,83 Euro. Trotz der guten Entwicklung im September ist dieser Stand nur einen Hauch vom Allzeit-Tief bei 4,08 Euro entfernt. Die aktuellen Meldungen machen allerdings Hoffnung auf weitere Kursgewinne – selbst nach dem Ende des Aktienankaufprogramms.

Playtech stärkt sein Standbein in der Schweiz. Wie am Donnerstag bekannt wurde, wollen das Casino Zürichsee und Playtech ihre Zusammenarbeit in Zukunft intensivieren. Die Schweden sollen ein Live-Casino für die Online-Plattform der Eidgenossen liefern. Ergänzt wird das Paket mit Jackpot-Spielen, die ebenfalls virtuell zum Einsatz kommen sollen. Damit ist Playtech der erste ausländische Anbieter in der Schweiz, der sowohl Casino- als auch Jackpot-Spiele liefert.

Marc Baumann, Chef der Swiss Casino Group, zeigte sich erfreut über die geglückten Verhandlungen: “Swiss Casinos hat sich erfolgreich als Marktführer für stationäre Casinos in der Schweiz etabliert. Die Wahl eines Partners für unser Online-Angebot war unsere oberste Priorität und wir sind froh mit Playtech zusammenzuarbeiten. Im Rahmen dieser Partnerschaften möchten wir die Erfolgsgeschichte der Swiss Casinos online weiterstricken. Das hervorragende Angebot, die hohe Kompetenz des Teams und die Flexibilität, sich an die geltenden gesetzlichen Vorgaben anzupassen, haben die Basis für eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt.”