Novomatic Glawischnig

Nach Harald Neumann steht wohl auch der Rückzug von Eva Glawischnig von ihrer Führungsposition beim Novoline Spielauotmatenhersteller Novomatic bevor. (Bild v.l.n.r.: Eva Glawischnig, Harald Neumann / novomatic.com)

Noch immer sind die Ermittlungen im Falle der Bestellung des FPÖ-Manns Peter Sidlo in den Vorstand der CASAG nicht abgeschlossen. Novomatic wird weiterhin vorgeworfen, über einen schmutzigen Deal mit der FPÖ Unterstützung für dieses Geschachere um Posten für die Gegenleistung einer Online Casino Lizenz geleistet zu haben. Obwohl familiäre Gründe für den überraschenden Rückzug vom langjährigen CEO Harald Neumann vor wenigen Tagen angegeben worden, spricht vieles dafür, dass es einen anderen Grund hierfür gibt. Der weiterhin schwelende Skandal könnte nämlich die wahre Ursache gewesen sein. Nun wurde zudem bekannt, dass mit Eva Glawischnig wohl der nächste namhafte Manager den eigenen Rückzug bei Novomatic vorbereitet.

Glawischnig befindet sich bei Novomatic in einer Bildungsauszeit – Rückkehr ungewiss

Bekanntlich heißt es in Notfällen, dass der Kapitän als letzter das sinkende Schiff verlässt. Bei Novomatic jedoch scheint es in stürmischen Zeiten hingegen genau andersherum zu verlaufen. Zuerst legte überraschend der Geschäftsführer Harald Neumann seine Funktion als CEO nieder und nun mehren sich die Anzeichen, dass auch noch Eva Glawischnig das Handtuch wirft. Die ehemalige Chefin der Grünen übernahm erst im März 2018 den Posten für Firmenverantwortung und Nachhaltigkeit, der ebenso den Spielschutz umfasst. Als ehemalige Verfechterin einer strengen Regulierung des Glücksspiels und einem Verbot von Spielautomaten in Österreich, schien sie prädestiniert dafür, dem Konzern ein sauberes Image zu verpassen. Nun allerdings könnte das Engagement von Eva Glawischnig bei Novomatic laut dem Magazin „Trend“ schon wieder vorbei sein. Wie der Novoline Spielautomatenhersteller der Zeitung mitteilte, befindet sich die Managerin noch bis Ende des Jahres in einer Bildungsauszeit. Ob sie dabei zu Beginn des nächsten Jahres wieder in ihre alte Position zurückkehrt, gilt als unwahrscheinlich, so will es zumindest „Trend“ aus Unternehmenskreisen erfahren haben. Glawischnig soll jedoch weiterhin ihren Aufsichtsratsposten bei der deutschen Tochter von Novomatic, der Löwen Entertainment Gruppe, behalten.

Der Wechsel von Eva Glawischnig zu Novomatic sorgte Angang 2018 für zahlreiche Kritik, vor allem von ihren ehemaligen Mitstreitern bei den Grünen. Seit Jahren ist für die Partei der Novoline Spielautomatenhersteller ein rotes Tuch. Glawischnig trat noch vor ihrem Wechsel für strenge Regulierungen im Bereich Glücksspiel und einem nationalen Verbot von Spielautomaten ein. Später lobte sie jedoch nach ihrer Anstellung beim Glücksspielkonzern dessen Maßnahmen in Sachen Spielschutz über den Klee.

Wollte CEO Harald Neumann nicht mehr den Sündenbock spielen?

Neben der Bestätigung, dass sich Eva Glawischnig bis Ende des Jahres in einer Bildungsauszeit befindet, wartete das Magazin „Trend“ noch mit weiteren Interna aus dem derzeitigen Innenleben von Novomatic aus. Diese Informationen könnten neues Licht auf die Hintergründe des überraschenden Rückzugs von CEO Harald Neumann werfen. Mit dem Aufkommen des Skandals rund um die Bestellung von Peter Sidlo soll sich das Verhältnis zwischen dem ehemaligen Geschäftsführer und dem Eigentümer Johann F. Graf zunehmend verschlechtert haben. Vor allem die öffentlich gewordenen und von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft als Beweise betrachteten Chatprotokolle waren dem Eigentümer Europas größten Glücksspielkonzern wohl ein Dorn im Auge. Harald Neumann wiederum selbst soll nach Insiderinformationen des Magazins zufolge langsam genug davon gehabt haben, als Sündenbock dazustehen. Obwohl Johann F. Graf, anders als Harald Neumann oder Eva Glawischnig, offiziell keinerlei Funktion innerhalb von Novomatic hat, wird jedoch keine wichtige Entscheidung ohne seine Zustimmung getroffen. Gleichzeitig ist er allerdings aufgrund seine besonderen Status ohne offizielle Funktion kaum haftbar, anders als Harald Neumann, gegen den wie auch gegen Johann F. Graf weiterhin ermittelt wird.

Gegen Harald Neumann wird durch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen seiner Unterstützung bei der Bestellung Peter Sidlos in den Vorstand der CASAG ermittelt. Ebenfalls wird untersucht, ob es einen schmutzigen Deal zischen FPÖ und Novomatic gab und ob er selbst darin involviert war. Johann F. Graf wiederum wird zur Last gelegt, dass dieser sich am Rande der größten Glücksspielmesse ICE London im vergangenen Jahr mit dem damaligen FPÖ-Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs traf. Hierbei soll der schmutzige Deal zwischen dem Glücksspielkonzern und der Partei festgezurrt worden sein, wovon die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ausgeht.