
Trotz Umsatzsteigerung verpasst es die Kindred Group den Gewinn nach Steuern im Vergleich zu Q1/2019 zu steigern. Die Coronakrise hinterließ dann doch mehr Auswirkungen, als das Unternehmen noch Anfang April zugeben wollte. (Bild: Kindred Wimbledon / kindredgroup.com)
Anfang April meldete sich die Kindred Group zu Wort zur Auswirkung von Covid-19 auf das laufende Geschäft. Zudem wurden Erwartungen preisgegeben bzgl. der Quartalszahlen zu Q1/2020. Wie wir berichteten hieß es, dass „lediglich temporäre Auswirkungen des Coronavirus“ auf das laufende Geschäft beim Unibet-Besitzer erwartet würden. Es wurde sich unbeeindruckt von der Coronakrise präsentiert und Umsatzzahlen von 247 bis 252 Millionen GBP prognostiziert. Am 24. April 2020 dann folgten die tatsächlichen Geschäftszahlen für das erste Quartal 2020 vom Besitzer bekannter Marken, wie z.B. Roxy Palace und 32Red Casino. Es konnte schnell gesehen werden, dass die Coronakrise am Ende dann wohl doch mehr Einfluss auf das Geschäft des Glücksspielunternehmens hatte, als CEO Henrik Tjärnström noch Anfang April zugeben wollte. Ein Blick auf die Aktie des Unternehmens offenbart zudem, dass die Anleger und Aktionäre scheinbar Vorsicht walten lassen.
Verlust nach Steuern trotz Umsatzsteigerung
Die tolle Aufmachung der Präsentation der Geschäftszahlen zu Q1/2020 kann nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass der vorliegende Interim-Report der Kindred Group nicht ganz so positiv ausfiel, wie die offizielle Meldung vom 02. April hätte vermuten lassen. Ja, der Umsatz wurde gesteigert. Während im 1. Quartal 2019 noch 224,4 Millionen GBP erzielt worden sind, konnten 2020 rund 11 Prozent mehr Umsatz erzielt werden. Das bedeutet satte 249,7 Millionen GBP. Auch beim EBITDA konnte zugelegt werden: 32,5 Millionen GBP Q1/2020 im Vergleich zu 30,6 Millionen GBP Q1/2019. Die erfreulichen Zahlen hören hier jedoch auf.
Der Gewinn nach Steuern brach drastisch ein. Hier konnte die Kindred Group im ersten Quartal dieses Jahres nur einen Gewinn von 1 Million GBP verkünden, während im selben Zeitraum 2019 noch 15,1 Millionen GBP in den Büchern standen. Grund dafür sollen interne Umstrukturierungen und Verluste bei Umwechselkursen von und zu GBP gewesen sein. Zudem hat die Coronakrise und deren Auswirkungen auf den Sportwettenbereich dann doch ein Loch in den Einnahmen hinterlassen. Der tägliche Umsatz bei Kindred soll zwischen 16. und 31. März 2020 bei 2,2 Millionen GBP gelegen haben, was rund 10 Prozent weniger wären, als der Durchschnitt des täglichen Umsatzes im ganzen Jahr 2019.
Kindred-Aktie unter Druck, Finanzsituation des Unternehmens jedoch solide
Nichtsdestotrotz zeigt sich die Kindred Group positiv. CEO Henrik Tjärnström betonte, dass das Unternehmen „als rein digitales Unternehmen“ bestens „vorbereitet“ wäre, um seine starke Position zu nutzen, „sobald die [Sportwetten-]Märkte wieder eröffnen“. Zu den Quartalszahlen selbst gab es den folgenden Kommentar:
„Wir haben ein starles erstes Quartal geliefert mit einem zweistelligen Umsatzwachstum in Prozent. […] Unser Fokus gilt jetzt der Optimisierung des Geschäfts, um die [besonderen] Herausforderungen durch Covid-19 zu bewältigen. Das bedeutet auf kurze Sicht, dass wir weiterhin unsere hochwertigen Services zur Verfügung stellen während wie unsere Mitarbeiter bestmöglichst schützen. […] Wir haben zudem entschieden das Portfolio unseres Unternehmens zu schmälern und werden deshalb einige kleinere Marken schließen.“
Insgesamt steht die Kindred Group also finanziell betrachtet solide da. Der Geschäftsbericht und die Kommentare des CEO allerdings, schienen an der Börse nicht allzu positiv anzukommen. Am 24. April, also am Tag der Veröffentlichung der Geschäftszahlen zu Q1/2020, eröffnete die Aktie des Glücksspielunternehmens bei 38.02, stieg an auf 43.60, nur um dann bei 38.67 den Tag abzuschließen. In den Tagen danach ging es auf 49.70 hoch, was natürlich erfreulich ist. Das Papier wird momentan jedoch bei 48.44 gehandelt, ein Minus von 0,76 Prozent. Diesem rasanten Anstieg in den letzten Tagen scheint aber die Luft allmählich auszugehen. Eine Bewegungsspanne von 48.19 – 49.49 ist nicht allzu viel und, wie wir wissen, neigen Börsenkurse mit abnehmender, täglicher Preisspanne zu explosiven Ausbrüchen in die eine oder andere Richtung.
Die Kindred-Aktie konnte das aktuelle Jahreshoch 2020 von Ende Februar bei 57.90 noch nicht toppen. Der gegenwärtige Preis der Aktie ist nicht mal in der näheren Umgebung. Zudem nimmt das Handelsvolumen und die Preisbewegungen des Papier stark ab. Das alles deutet auf eine Phase der Seitwärtsbewegung hin, mit nur wenig effektiven Änderungen am Preis der Aktie, ehe der Kurs abrutschen wird, aufgrund des fehlenden Momentums und der stärker werdenden Widerstände auf dem Weg nach oben. Es dürften wohl zunächst ~ 43.80 erreicht werden, bevor es – potenziell – auf bis zu ~ 37.60 runtergehen könnte.





























