
Wird sich der Online Glücksspielmarkt in Deutschland positiv entwickeln? Gaming in Germany Konferenz in Berlin fasst die Erkenntnisse zusammen.(Bildquelle: picjumbo_com auf Pixabay)
Am Montag, dem 16. Oktober 2023 versammelten sich rund 150 Teilnehmer aus aller Welt im Berliner Hotel Adlon Kempinski zur „Gaming in Germany“-Konferenz (GiG), um einen umfassenden Einblick in den deutschen Online-Glücksspielmarkt zu erhalten. Weit über 30 Experten der Glücksspielbranche beleuchteten die aktuelle Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei kamen auch die Bemühungen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) zur Sprache, wie wir bereits in der Vorankündigung zur Konferenz am 10. Oktober 2023 berichteten. Begrüßt wurden die zahlreichen Teilnehmer und Experten von GiG-Gründer Willem van Oort, der mit einer Abstimmung die Gemüter anheizte.
Gaming in Germany Konferenz – Einschätzung zum deutschen Glücksspielmarkt
Die Eröffnung der Gaming in Germany Konferenz wurde von GiG-Gründer Willem van Oort geleitet. Er rief direkt zu Beginn die Teilnehmer mittels einer Online-Abstimmung dazu auf, ihre persönliche Einschätzung zur langfristigen Entwicklung des deutschen Glücksspielmarktes abzugeben. Dabei kam es zu einer doch recht eindeutigen Abstimmung, die zeigte, dass 46 Prozent der Konferenzteilnehmer sich optimistisch fühlen. Eine unerwartete Wendung, wenn man sich die aktuelle Lage innerhalb des deutschen Glücksspielmarktes anschaut. Dieser hat nicht nur mit einem immer stärker werdenden Schwarzmarkt zu kämpfen, sondern sehr viele Anbieter sind mit den Abstandsregelungen besonders im terrestrischen Bereich überfordert.
Während der Abstimmung kamen 13 Prozent der Teilnehmer zu dem Entschluss die Entwicklung sogar, als äußerst positiv zu bewerten. Dem gegenüber stehen 33 Prozent der Kongressteilnehmer, die den Online Glücksspielmarkt eher mäßig betrachten und ganze 9 Prozent sehen das alles als nachteilig. Woran liegt diese geteilte Meinung? Es kann angenommen werden, dass vor allem die immer stärkere Präsenz illegaler Angebote zu einem solchen Ergebnis führten.
Wachsende Zahl an Anträgen für virtuelle Spielautomaten?
Seit Anfang dieses Jahres liegt die Regulierung in den Händen der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), die erst im Jahr 2021 gegründet wurde. Ihr Co-Vorstand Benjamin Schwanke stellte die Behörde vor und gab einen Ausblick der geplanten Schritte hinsichtlich der vielen Anträge für deutsche Online-Glücksspiellizenzen.
Zu dieser Situation bezog der Co-Vorstand klare Stellung und verdeutlichte einmal mehr, dass die Behörde nicht davor zurückschrecken wird, nicht erlaubnissfähige Anträge auch abzulehnen. Um dem illegalen Glücksspiel innerhalb Deutschlands weiterhin die Stirn zu bieten, wird der Anschluss des Safe-Server der GGL zur Pflicht.
Ist ein Umsatzrückgang zu bemerken?
Nach den Erläuterungen des Co-Vorstandes der GGL kamen auch einige Online Glücksspielanbieter zu Wort, um einen Einblick in den Markt zu geben. Darunter befand sich Pontus Lindwall, Geschäftsführer von Betsson AB, einem weltweit agierenden Anbieter für Online Casinos, Poker und Sportwetten. Zur allgemeinen Gesamteinschätzung des deutschen Online Glücksspielmarkts meldete sich Ed Birkin, Senior Analyst bei H2 Gambling Capital, zu Wort und erläuterte die hauseigene Studie. Diese gab wieder, dass bereits eine von insgesamt 800 illegalen Online-Glücksspielseiten ein Viertel des Web-Traffics der legalen Anbieter einnehme. Erschreckende Erkenntnisse die zahlreiche Anbieter legalen Glücksspiels in Angst versetzen dürften. Es wird immer deutlicher, dass der illegale Markt eingedämmt werden muss, um weiterhin eine sichere Spielumgebung für Nutzer und Nutzerinnen zu erhalten. Ob dafür die Einrichtung eines Safe-Server wirklich ausreichend ist, bleibt abzuwarten. Fakt ist jedoch, dass legale Unternehmen mit einer GGL-Lizenz Umsatzeinbußen befürchten, wenn sich der Markt der illegalen Angebote weiter verbreitet.

Diese „Gaming in Germany“-Konferenz bietet einen spannenden Einblick in den aufstrebenden deutschen Online-Glücksspielmarkt und verdeutlicht die Herausforderungen und Chancen, denen sich die Branche gegenübersieht. Die Regulierung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder sowie der verstärkte Kampf gegen illegale Angebote werden entscheidende Faktoren für die Zukunft des Marktes sein. (Bildquelle: FelixMittermeier auf Pixabay)
Co-Vorstand Benjamin Schwanke, GGL, sagt: „Trotz wiederholter Gesprächsversuche haben wir immer noch eine hohe Zahl nicht erlaubnisfähiger Anträge.“





























