
Die Evolution UK-Lizenzprüfung ist endlich abgeschlossen. Seit Dezember 2024 kämpft der Entwickler für eine Einigung mit der britischen Glücksspielbehörde. (Bildquelle: Alexander Grey auf Unsplash)
Evolution Gaming dürfte nun endlich aufatmen, denn die UK-Lizenzprüfung ist seit Juli 2026 abgeschlossen und endet mit einer Einigung, die eine Strafzahlung von 4,75 Millionen Pfund beinhaltet. Grund für die Evolution UK-Lizenzprüfung waren Spiele, die über zwei Betreiber auf sechs Websites ohne britische Glücksspiellizenz erreichbar waren.
Die Prüfung durch die Gambling Commission hat mehr als 1,5 Jahre in Anspruch genommen. Im Dezember 2024 leitete die britische Glücksspielbehörde ein Verfahren gegen die Lizenz von Evolution Malta Holding Limited ein. Grund dafür war der angebliche Verstoß gegen Section 116 des Gambling Act 2005. Für Evolution hätte die Prüfung allerdings deutlich schlechter ausgehen können. Die Behörde hätte zusätzliche Auflagen verhängen oder die Lizenz vorübergehend aussetzen können. Selbst ein vollständiger Entzug der britischen Lizenz war möglich.
Dazu kam es jedoch nicht. Evolution darf seine Spiele weiterhin an zugelassene Online Casino Betreiber liefern. Die Zahlung von 4,75 Millionen Pfund bezeichnet das Unternehmen als regulatorischen Vergleich. Wie sich die Summe genau zusammensetzt, ist aktuell nicht bekannt.
Evolution UK-Lizenzprüfung: Zwei Betreiber umgingen vorhandene Sperren
Nach Angaben von Evolution hatten die beiden Betreiber gegen die vereinbarten Lieferbedingungen verstoßen. Sie sollen vorhandene Sperren aktiv umgangen haben. Dadurch waren die Spiele auch auf Websites erreichbar, die keine britische Glücksspiellizenz besaßen. Nachdem Evolution den Vorgang entdeckt hatte, beendete das Unternehmen die Geschäftsbeziehungen zu den beiden Betreibern. Um welche Unternehmen es sich handelt, wurde bisher nicht bekannt gegeben. Auch die Namen der sechs Websites sind aktuell nicht bekannt.
Welche Spiele dort angeboten wurden und wie lange Spieler aus Großbritannien darauf zugreifen konnten, geht aus der Mitteilung ebenfalls nicht hervor. Zur Evolution Group gehören neben Evolution auch NetEnt, Red Tiger, Ezugi, Big Time Gaming und Nolimit City. Ob Titel einer oder mehrerer dieser Marken betroffen waren, ist aktuell nicht bekannt. Weitere nicht lizenzierte Zugriffe sollen während der Untersuchung nicht gefunden worden sein.
Nach Ansicht von Evolution handelte es sich daher nicht um ein größeres Problem auf dem britischen Glücksspielmarkt. Diese Einschätzung stammt bisher allerdings nur vom Unternehmen selbst. Eine ausführliche Stellungnahme der Gambling Commission mit weiteren Einzelheiten liegt noch nicht vor. Im Zuge der Evolution UK-Lizenzprüfung hat der Entwickler seine technischen Kontrollen verstärkt. Dazu gehören sogenannte Ring-Fencing-Maßnahmen. Mit diesen Sperren sollen einzelne Glücksspielmärkte technisch voneinander getrennt werden.
Die Casino Software von Evolution soll in Großbritannien dadurch nur noch über Betreiber mit einer gültigen Lizenz erreichbar sein. Ganz verhindern lassen sich Umgehungsversuche laut Evolution allerdings nicht. Betreiber oder Zwischenhändler könnten weiterhin versuchen, vorhandene Einschränkungen zu umgehen. Aber nicht nur die Betreiber der Websites werden von der Gambling Commission in die Pflicht genommen, sondern auch die Unternehmen hinter den Spielen. Diese müssen kontrollieren, über welche Plattformen und Dienstleister ihre Inhalte angeboten werden.
Gerade im Online Glücksspiel können mehrere Unternehmen zwischen dem Entwickler und dem eigentlichen Online Casino stehen. Für die britische Behörde bleibt der Lizenzinhaber trotzdem dafür verantwortlich, wo die eigenen Spiele am Ende verfügbar sind.

Martin Carlesund, CEO von Evolution, sagte: „Wir bei Evolution wollen stets korrekt handeln, und es ist inakzeptabel, dass sechs nicht lizenzierte Websites Inhalte von Evolution auf dem regulierten britischen Markt angeboten haben. Wir dulden keinen Traffic von nicht lizenzierten Anbietern und werden in solchen Fällen umgehend handeln. Wir begrüßen den Abschluss der Überprüfung und konzentrieren uns weiterhin darauf, unsere weltweit führenden Spiele an lizenzierte Anbieter in Großbritannien zu liefern.“ (Bildquelle: Evolution)
Evolution ändert seine Strategie in Großbritannien nicht
Evolution-Chef Martin Carlesund äußerte sich nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen zu dem Vergleich. Die bisherige Strategie in Großbritannien soll sich durch die Evolution UK-Lizenzprüfung nicht ändern. Weitere Anpassungen am britischen Geschäft seien aktuell ebenfalls nicht geplant.
Ganz ohne Veränderungen blieb Evolution während der Untersuchung allerdings nicht. Das Unternehmen hatte seine technischen Kontrollen bereits vor dem Abschluss des Vergleichs verstärkt. Damit möchte der Anbieter verhindern, dass Geschäftspartner die Spiele auf nicht erlaubten Seiten anbieten. Aber nicht nur die Lizenzprüfung beschäftigte Carlesund bei der Vorstellung der Quartalszahlen, sondern auch die höheren Glücksspielsteuern in Europa. In Großbritannien stieg die Remote Gaming Duty zum 1. April 2026 von 21 auf 40 Prozent.
Nach Ansicht des Evolution-Chefs können hohe Abgaben den regulierten Markt schwächen. Online Casinos könnten dadurch weniger attraktive Angebote bereitstellen. Das könnte wiederum dazu führen, dass sich mehr Spieler für nicht lizenzierte Plattformen entscheiden. Hinzu kommt die Entwicklung der Umsätze. Im zweiten Quartal 2026 sank der Nettoumsatz von Evolution im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf 517,8 Millionen Euro. Das EBITDA ging von 345,3 Millionen Euro auf 341 Millionen Euro zurück. Der Gewinn stieg dagegen leicht auf 251,4 Millionen Euro.
Mit dem Vergleich endet die Evolution UK-Lizenzprüfung ohne Lizenzentzug oder Rückzug aus dem britischen Markt. Offen bleiben weiterhin die Namen der beiden Betreiber, die sechs betroffenen Websites und die genaue Zusammensetzung der Zahlung.





























