Ja, und offenbar war er selbst mit über 90 noch regelmäßig in der Firma. Das finde ich schon bemerkenswert. Andere wären da seit 25 Jahren im Ruhestand gewesen.Was ich bei den Nachrufen interessant finde ist, dass viele ehemalige Mitarbeiter ihn als direkten Menschen beschreiben. Er soll nicht lange um den heißen Brei geredet haben. Das passt zu seiner Unternehmergeneration.
Was mir vorher ehrlich gesagt gar nicht so bewusst war, ist, wie viel er in Espelkamp und der ganzen Region unterstützt hat. Wenn man nicht aus der Gegend kommt, verbindet man Gauselmann halt hauptsächlich mit Merkur und Spielhallen.
Genau das ist wahrscheinlich der Punkt. Für uns Spieler ist er der Mann hinter Merkur. Für viele Menschen dort war er aber wohl Arbeitgeber, Förderer und jemand, der die Region wirtschaftlich ziemlich verändert hat.
Trotzdem finde ich, dass man beides sehen kann. Unternehmerisch eine außergewöhnliche Geschichte, keine Frage. Gleichzeitig kann man natürlich kritisch darüber diskutieren, womit das Geld verdient wurde und welche Probleme Glücksspiel mit sich bringen kann. Das schmälert ja nicht automatisch die Lebensleistung.
Sehe ich genauso. Gerade bei einem Nachruf muss man jetzt aber auch nicht sofort die komplette Grundsatzdiskussion über Glücksspiel aufmachen. Dafür gibt es genügend andere Threads.
Mich überrascht eher, wie viele Leute schreiben, dass er sie persönlich geprägt hat. Das hört man bei einem Konzern mit 15000 Mitarbeitern über den Gründer auch nicht unbedingt jeden Tag.
Er scheint halt wirklich einer von diesen Unternehmern gewesen zu sein, bei denen die Firma extrem mit der Person verbunden war. Deshalb war der Schritt mit Michael Gauselmann und der Stiftung wahrscheinlich auch so wichtig. Irgendwann musste Merkur ohne Paul Gauselmann funktionieren können.
Das wird jetzt sowieso interessant. Operativ war der Generationswechsel ja längst vollzogen, aber so ein Gründer hat trotzdem noch eine ganz andere symbolische Bedeutung. Jetzt beginnt endgültig die Zeit nach Gauselmann.