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Der Ausstieg aus Entain CEE ist im ersten Schritt abgeschlossen. Mit dem Kaufpreis von 20 Prozent der Anteile möchte Entain seine Schuldenbilanz senken. (Bildquelle: Entain)

Entain startet den Ausstieg aus Entain CEE und verkauft zunächst 20 Prozent von Entain Holdings CEE an den bisherigen Joint Venture Partner EMMA Capital. Für diesen Anteil erhält der Glücksspielkonzern rund 425 Millionen Euro, wovon 395 Millionen Euro direkt beim Abschluss der Transaktion gezahlt werden. Eine weitere Zahlung ist Anfang 2027 vorgesehen und richtet sich nach der finanziellen Entwicklung des Geschäfts im Jahr 2026.

Mit diesem Schritt bereitet Entain den Rückzug aus Mittel- und Osteuropa vor. Zu Entain CEE gehören vor allem STS in Polen und SuperSport in Kroatien. Beide Geschäftsbereiche haben sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt, trotzdem möchte Entain den Wert dieser Beteiligung nutzen und die eigene Konzernstruktur etwas schlanker aufstellen.

Entain ist vielen Spielern vor allem durch bekannte Marken wie bwin und Ladbrokes ein Begriff. Auch im Bereich der Online Casinos ist der Konzern seit langer Zeit aktiv. Der aktuelle Verkauf betrifft diese Marken jedoch nicht direkt. Es geht vielmehr um den Anteil an Entain CEE und damit um das Geschäft in Polen und Kroatien.

Ausstieg aus Entain CEE startet mit 20 Prozent Verkauf

Beim ersten Schritt zum Ausstieg aus Entain CEE verkauft Entain eine Beteiligung von 20 Prozent an EMMA Capital. Nach dem Abschluss sinkt der Anteil von Entain an Entain CEE von 67,5 Prozent auf 47,5 Prozent. EMMA Capital erhöht seinen Anteil dagegen von 22,5 Prozent auf 42,5 Prozent.

Die Familie Juroszek bleibt mit 10 Prozent an Entain CEE beteiligt. Gleichzeitig sollen die Stimmrechte an EMMA Capital übertragen werden. Dadurch bekommt EMMA nach Abschluss der Transaktion die Kontrolle über das Joint Venture. Für Entain ist das ein deutlicher Schritt in Richtung vollständiger Rückzug.

Das Geld aus dem Verkauf soll vor allem zur Senkung der Schulden genutzt werden. Entain erwartet dadurch jährliche Zinsersparnisse von rund 20 Millionen Pfund. Für den Konzern ist dieser Punkt wichtig, denn Entain arbeitet schon länger daran, die Verschuldung zu reduzieren und finanziell wieder mehr Spielraum zu bekommen. Dabei erfolgt der Verkauf nicht aus einer schwachen Position heraus. Entain CEE erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Nettospielertrag von 522 Millionen Pfund. Das EBITDA lag bei 184 Millionen Pfund. Beide Werte lagen jeweils 7 Prozent über dem Vorjahr.

Stella David sieht den Ausstieg aus Entain CEE positiv.

Stella David, CEO von Entain, kommentierte: „Unsere erste Veräußerung ist ein entscheidender erster Schritt für den vollständigen Ausstieg von Entain CEE und unterstreicht unser kontinuierliches Bestreben, den Wert für unsere Aktionäre zu maximieren. Dadurch können wir den Wert unserer kroatischen und polnischen Geschäftsbereiche freisetzen und unsere konsequente Kapitalallokationsdisziplin unter Beweis stellen.“ (Bildquelle: Entain)

Entain prüft weitere Schritte beim Rückzug

Ganz abgeschlossen ist der Ausstieg aus Entain CEE mit dem ersten Verkauf noch nicht. Nach der Transaktion hält Entain weiterhin 47,5 Prozent an dem Geschäft. Das Unternehmen prüft jedoch bereits weitere Möglichkeiten, um auch diese restliche Beteiligung später zu verkaufen.

Stella David, CEO von Entain, bezeichnete den Verkauf als ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zum vollständigen Rückzug aus Entain CEE. Aus ihrer Sicht soll die Transaktion helfen, den Wert der Geschäftsbereiche in Kroatien und Polen besser zu nutzen. Nach dem Abschluss wird Entain CEE nicht mehr vollständig in den Konzernabschluss einbezogen. Entain wird dann nur noch den eigenen Anteil an Gewinnen und Dividenden erfassen, solange die restliche Beteiligung besteht.

Auch bei der Prognose für 2026 gibt es eine Anpassung. Das erwartete Online NGR Wachstum von 5 bis 7 Prozent bleibt bestehen. Die Online EBITDA Marge soll nach der Veräußerung jedoch bei 21 bis 22 Prozent liegen. Zuvor lag die Erwartung bei 23 bis 24 Prozent, als Entain CEE noch vollständig berücksichtigt wurde. Für bwin, Ladbrokes und die weiteren Online Casinos von Entain ändert sich durch diese Meldung zunächst nichts direkt.