
Der Betsson Gewinneinbruch im dritten Quartal 2026 beschäftigt das Unternehmen. Grund dafür sind steigende Kosten in den regulierten Märkten. (Bildquelle Betsson Group auf Facebook)
Eigentlich müsste Betsson mit den aktuellen Geschäftszahlen eigentlich zufrieden sein, immerhin erzielte das Unternehmen im dritten Quartal 2026 mit 326,5 Millionen Euro den höchsten Quartalsumsatz seiner Geschichte. Und auch die Zahlen der aktiven Spieler entwickelten sich nach den letzten Einschätzungen positiv. Dort konnte der Glücksspielkonzern einen Anstieg von 40 Prozent feststellen. Hört sich also für den Konzern erst einmal gut an. Wenn da nicht der operative Gewinn wäre, was aktuell für Kopfzerbrechen sorgt. Dieser fiel von 66,9 Millionen Euro auf 46,1 Millionen Euro. Damit hat Betsson einen Gewinneinbruch von 31 Prozent zu verzeichnen.
Kein Wunder also, dass beim Unternehmen momentan schlechte Stimmung herrscht. Dabei sieht der Blick auf das eigentliche Glücksspielgeschäft gar nicht so schlecht aus. Vor allem der Bereich Online Casino konnte zulegen und erzielte im Vergleich zum Vorjahr 14 Prozent mehr Umsatz im gleichen Zeitraum. Bei den Sportwetten sieht es wieder anders aus, denn da kam der Konzern auf ein Plus von gerade einmal einem Prozent.
Betsson Gewinneinbruch trotz wachsendem Online Casino Geschäft
Wie kann Betsson also Rekordumsätze in verschiedenen Bereichen erzielen und gleichzeitig weniger Gewinn machen? Ein Blick auf die veröffentlichen Zahlen sollte helfen, um genau das herauszufinden. Ein Punkt fällt direkt positiv ins Gewicht, denn der Konzern verdient in den regulierten Märkten mittlerweile deutlich mehr. Rund 78 Prozent des Umsatzes kommen aus Ländern mit festen Glücksspielregelungen.
Obwohl diese Entwicklung positiv ist, entstehen dadurch auch mehr Kosten, wodurch der Betsson Gewinneinbruch gut erklärt werden kann. Denn mit dem wachsenden Geschäft in den regulierten Märkten steigen gleichzeitig auch die Glücksspielsteuern und andere Abgaben. Im dritten Quartal 2026 waren das rund 28 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Am mangelnden Interesse der Spieler im Online Casino liegt der Betsson Gewinneinbruch also nicht. Denn es stammen mittlerweile e etwa 77 Prozent des gesamten Konzernumsatzes aus dem Casino-Geschäft.
Schlechter lief es beim B2B-Geschäft. Während Betsson mit den eigenen Glücksspielkunden ein Plus von 28 Prozent erzielte, gingen die B2B-Umsätze um 39 Prozent zurück. Vor allem ein größerer Kunde sorgte hier für weniger Einnahmen, da über ihn deutlich weniger Lizenzumsätze erzielt wurden. Bei Betsson treffen damit gerade mehrere Dinge aufeinander. Das Online Casino wächst und gleichzeitig kommt immer mehr Umsatz aus regulierten Märkten. Genau dort fallen aber auch höhere Steuern und Abgaben an. Der Betsson Gewinneinbruch hat also nicht nur einen einzigen Grund.

Der Oktober ist aber nicht nur vom Betsson Gewinneinbruch gezeichnet, denn das Unternehmen hat auch an seiner Expansion gearbeitet. Das Unternehmen konnte seine Flaggschiffmarke Betsson in Belgien unterbringen. (Bildquelle: Betsson AB)
Lateinamerika bringt Betsson 51,8 Prozent mehr Umsatz
Aber es gibt auch positive Entwicklungen für den Konzern, denn richtig gut lief es für Betsson im dritten Quartal in Lateinamerika. Dort kam der Konzern auf 116,1 Millionen Euro Umsatz, was einem Plus von.51,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
Vor allem Peru und Argentinien legten zu, aber auch in Kolumbien lief es für Betsson besser. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren viel Geld in seine Marken, Technik und Werbung vor Ort gesteckt. Beim Umsatz macht sich das inzwischen deutlich bemerkbar. Ganz ohne Nachteile ist dieses Wachstum allerdings nicht. Gerade in den regulierten Märkten Lateinamerikas muss Betsson mit einer anderen Kostenstruktur und höheren Steuerabgaben rechnen. Mehr Umsatz bedeutet deshalb auch dort nicht automatisch mehr Gewinn.
Und nicht nur in Lateinamerika lief es für Betsson recht gut, sondern auch in Westeuropa ging es nach oben. Besonders gut lief es in Italien, wo Betsson einen neuen Rekord erreichte. Der Umsatz stieg um knapp 14 Prozent auf 64,8 Millionen Euro. Seit August fließt außerdem das übernommene Geschäft von Rhino Entertainment in die Zahlen ein. Dadurch ist Betsson unter anderem auch in Kanada breiter aufgestellt.
Ganz schlecht sieht die Entwicklung trotz des Betsson Gewinneinbruchs also nicht aus. Gegenüber dem zweiten Quartal konnte der operative Gewinn bereits wieder um neun Prozent steigen. Entscheidend wird nun sein, ob Betsson das Wachstum in den regulierten Märkten künftig besser in Gewinn umwandeln kann. Denn neue Umsatzrekorde bringen dem Konzern am Ende nur dann wirklich etwas, wenn nach Steuern und steigenden Kosten auch mehr davon übrig bleibt.





























