schwere Vorwürfe gegen Novomatic

Neue schwere Vorwürfe gegen Novomatic in Zusammenhang mit den letzten Razzien. Es soll um eine mögliche Bestechung von FPÖ-Politiker Hubert Fuchs gehen. (Bildquelle: pixabay by Tumisu)

Schon als die ersten Meldungen über eine erneute Razzia bei Novomatic durch den österreichischen Blätterwald geisterten, war schnell klar, dass es sich wieder um den Skandal in Zusammenhang mit der FPÖ gehen dürfte. Noch immer untersucht die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft, ob der Novoline Spielautomatenhersteller der Partei unerlaubt Gelder oder anderweitige Gefälligkeiten angeboten hat. Die WKStA ist davon überzeugt und vermutet zudem, dass hierfür auf politische Prozesse Einfluss genommen werden sollte, um an eine der begehrten Online Casino Lizenzen zu gelangen. Tatsächlich steht die erneute Razzia auch in diesem großen Zusammenhang. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft erklärte nun, dass sich neue belastbare Anhaltspunkte ergeben haben, die die Hausdurchsuchungen notwendig machten. Zugleich werden jetzt gegen zwei weitere Manager von Novomatic schwere Vorwürfe erhoben. Es geht um eine mögliche Bestechung des ehemaligen Finanzstaatssekretärs Hubert Fuchs aus der FPÖ. Ein Steuerberater aus Linz soll ebenfalls involviert sein und wird ebenso als neuer Beschuldigter geführt.

Schwere Vorwürfe gegen zwei Manager von Novomatic und einen Steuerberater aus Linz

Mit etwas zeitlichen Abstand hat nun die österreichischen Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft die Hintergründe zur neuerlichen Razzia beim Novoline Spielautomatenhersteller bekannt gegeben. Zugleich stellte die Behörde klar, dass neue schwere Vorwürfe gegen zwei weitere Manager von Novomatic auf dem Tisch liegen. Bislang war nur bekannt, dass gegen den ehemaligen CEO Harald Neumann sowie gegen Firmengründer und Besitzer Johann F. Graf ermittelt wird. Um wenn es sich jedoch genau bei den zwei neuen Manager innerhalb des Glücksspielkonzerns handeln soll, wurde vonseiten der Ermittlungsbehörde nicht veröffentlicht. Allerdings sprechen Anzeichen dafür, dass es sich bei einer Person womöglich um den Pressesprecher Bernahrd Krumpel handeln könnte. Hierfür spricht zum einen, dass die Razzia in der Rechts- sowie der Presseabteilung durchgeführt wurde und zum anderen dürften seine engen Verbindungen zu mehreren Beschuldigten eine immer größere Rolle spielen. Krumpel sowie die FPÖ-Politiker Markus Tschank, Peter Sidlo und Markus Braun kennen sich bereits seit Jahren und waren immer wieder in wechselnden Konstellationen in den gleichen Firmen tätig.

Nachdem über die letzten Monate immer wieder neue Fakten rund um den Skandal um Novomatic und FPÖ ans Licht kamen, die zwar als Indizien, aber nicht als Beweise betrachtet werden können, könnte sich dies jedoch nun ändern. Die WKStA erhebt nämlich jetzt schwere Vorwürfe gegen Novomatic. So soll bereits seit 2018 der Plan innerhalb des Glücksspielkonzerns bestanden haben, den damaligen Finanzstaatssekretär Huber Fuchs der FPÖ auf „unlautere“ Art und Weise zu beeinflussen. Ziel soll es gewesen sein, eine Online Casino Lizenz sowie Konzessionen für stationäre Spielbanken zu erhalten. Nach monatelangen Ermittlungen, vor allem nach Auswertung der beschlagnahmten Smartphones, verdichten sich diese Vermutungen immer stärker. Über einen Steuerberater aus Linz sollten Hubert Fuchs für die Realisierung des Plans Vorteile gewährt werden. Für die WKStA ist es dabei unerheblich, ob tatsächlich Geld geflossen ist oder nicht, da es sich laut der Behörde um eine verbotene Intervention handeln würde, die genauso strafbar wäre.

Zur Zeit verfolgt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zwei große Stränge im Komplex rund um Novomatic und die FPÖ. Im ersteren Fall geht es um mögliche illegale Zuwendungen des Glücksspielkonzerns an der Partei nahe stehende Vereine wie das Institut für Sicherheitspolitik von Markus Tschank. Im zweiten Strang wiederum geht es um die Bestellung von Peter Sidlo in den Vorstand der CASAG, der mithilfe von Novomatic auf den Vorstandsposten gehievt wurde.

So könnte es sich laut WKStA in Sachen Novomatic und FPÖ zugetragen haben

Die nun veröffentlichen schweren Vorwürfe gegen Novomatic waren die Grundlage für die vor einigen Tagen durchgeführten Razzien gegen den Spielautomatenhersteller sowie das Institut für Sicherheitspolitik. Ebenfalls, wie jetzt bekannt wurde, gab es zudem noch eine Hausdurchsuchung bei einem Steuerberater in Linz. Die WKStA geht davon aus, dass bereits frühzeitig in 2018 Novomatic das Thema neue Konzessionen für Spielbanken und einer Online Casinos Lizenz in Österreich weit oben auf die Tagesordnung setzten. Ein nicht näher benannter Steuerberater in Linz, gegen den nun ebenfalls ermittelt wird, sollte Gelder oder andere Vorteile an den damaligen Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs weiterleiten. Ziel war es dabei, die Politik im Sinne des Glücksspielkonzerns zu beeinflussen. Der Steuerberater soll aufgrund seiner Bekanntschaft mit Hubert Fuchs ausgewählt worden sein und arbeitete zudem längere Zeit für Novomatic.

Die erste Kontaktaufnahme mit Hubert Fuchs soll laut WKStA generalstabsmäßig vorbereitet gewesen sein. Dessen Vorliebe für das Mittagessen in guter Atmosphäre wurde nach der Unterredung mit Vertretern von Novomatic gezielt eingesetzt. Zusätzlich sollte der bislang anonyme Steuerberater währenddessen Einfluss auf Fuchs ausüben. Weiterhin geht die WKStA davon aus, dass der Steuerberater dem damaligen FPÖ-Politiker Gelder für seinen Einsatz für den Spielautomatenhersteller angeboten hat. Als Gegenleistung für seine Einflussnahme erhielt der Steuerberater eine Summe in Höhe von rund 280.000 Euro, von dem ein Teil an Hubert Fuchs weitergeleitet werden sollte. Novomatic allerdings bestreitet die schweren Vorwürfe gegen den Konzern und behauptet, dass kein einziger Cent an den ehemaligen Finanzstaatssekretär floss. Ebenso würden den Zahlungen an den Steuerberater Gegenleistungen gegenüberstehen. Trotz des Dementis belastet jedoch noch ein weiterer Fakt das Unternehmen. Angeblich soll vonseiten des Konzerns sogar einen Aufsichtsratsposten für den Steuerberater und Verbindungsmann innerhalb von Novomatic im Raum gestanden haben. Die Auswertung der Chatprotokolle zeigt jedoch, dass der damalige CEO Harald Neumann wenig begeistert von solch einer möglichen Gegenleistung war. Laut dem Standard hielt er die Besetzung eines Aufsichtsratspostens, beispielsweise bei der Tochter Admiral, mit dem Steuerberater als zu firmennah. Gerade diese wenig zweideutige Aussage des ehemaligen Chefs kann darauf hindeuten, dass an den schweren Vorwürfen gegen Novomatic wohl doch noch viel mehr dran zu sein scheint, als bislang angenommen.

Wie die WKStA mitteilte, wird nun gegen mindestens drei weitere Personen ermittelt, die allerdings nicht näher benannt wurden, da die ganze Causa als Verschlusssache geführt wird. Aufseiten Novomatic sind nach dem ehemaligen CEO Harald Neuman und Firmengründer Johann F. Graf zwei weitere ranghohe Manager des Konzerns hingekommen. Bei einem von den zwei anonymen Personen könnte es sich jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit um Bernhard Krumpel handeln, den Pressesprecher von Novomatic. Des Weiteren gehört nun auch der bislang anonyme Steuerberater aus Linz zum Kreis der Verdächtigen.