Netzsperren Schweizer Online Casinos

Geradezu desaströs gestaltet sich der Start der Schweizer Online Casinos seit Juli. Selbst die Netzsperren der Eidgenössischen Spielbankenkommission versagen. (Bild von Xpics auf Pixabay)

Eigentlich sollte mit dem neuen Glücksspielgesetz, welches Anfang des Jahres in Kraft trat, ein neues Zeitalter für die Schweizer Online Casinos anbrechen. Nur noch die Spielbanken im Land würden Spielautomaten und Live Casino Spiele an die Bürger des Landes anbieten dürfen und ausländische Anbieter könnten mit Netzsperren einfach und konsequent aus dem Markt gekegelt werden. So zumindest sah es der Plan vor, den die Schweizer Casinos wegen neuer lukrativer Einnahmequellen mit Monopolstellung begrüßten. Die Realität allerdings sieht wenig berauschend aus und dies gleich auf mehreren Feldern. Das Angebot an Schweizer Online Casinos ist wohlwollend ausgedrückt überschaubar und selbst die kritisierten Netzsperren versagen bislang auf ganzer Linie.

Die unendlich langsamen Mühlen der Eidgenössischen Spielbankenkommission in der Schweiz

Schon zu Beginn der Diskussion um die geplante Einführung von Netzsperren, um den Schweizer Casinos eine Monopolstellung bei den Online Casinos zu sichern, gab es Warnungen vor diesen. Zum einen sahen hierin viele den Beginn einer Zensur und andere wiederum wiesen daraufhin, dass selbst bei geringem technischen Verständnis ein Kunde eines Online Casinos diese mit wenigen Schritten umgehen könne. Wovor jedoch niemand warnte, war die Möglichkeit, dass die Eidgenössische Spielbankenkommission als Aufsichtsbehörde mit den zahlreichen Aufgaben aus dem neuen Glücksspielgesetz völlig überfordert sein könnte. Jetzt, nach mehreren Monaten, lässt sich feststellen, dass der so gepriesene Start der Schweizer Online Casinos in eine neue Ära mehr als nur holprig erfolgte. Gleich mehrere Problemfelder treten hierbei bislang offen zutage. Die zuvor so promoteten Netzsperren versagen bislang kläglich. Zum einen befinden sich gerade einmal rund ein 10 ausländische Anbieter auf den Sperrlisten der Eidgenössischen Spielbankenkommission und Comlot wieder, die Rang und Namen haben. Drunter beispielsweise das Sunmaker Casino, bet365, bet-at-home oder Unibet. Vom Rest jedoch dürften selbst die eingefleischtesten Fachleute wohl noch nie etwas gehört haben. Aufgrund dieser recht dürftigen Sperrlisten, können somit weiterhin unzählige Online Casinos und Anbieter von Sportwetten ihr Angebot unter die Schweizer bringen.

Die kaum voranschreitende Auflistung aller zu sperrenden Online Casinos zeigt deutlich, dass die Eidgenössische Spielbankenkommission ewig benötigt, um jetzt nach Schweizer Recht illegale Glücksspielbetreiber überhaupt zu identifizieren. Die Mühlen arbeiten so langsam, dass es in dem Tempo wohl noch gut einige Jahre benötigen würde, bevor überhaupt alle Online Casinos in der Schweiz erfasst wurden, ohne dabei neue Anbieter mit einzurechnen. Zusätzlich zu diesem gravierenden Problem gesellen sich noch andere Schwierigkeiten. So haben bislang beispielsweise nicht alle Internetprovider auch tatsächlich die Sperrliste umgesetzt. Fast ein Drittel der aufgelisteten Webseiten sind immer noch uneingeschränkt in der Schweiz aufrufbar. Als Gründe hierfür wird angegeben, dass womöglich Internetprovider versäumt haben, die Listen für Netzsperren auf alle ihren Servern zu installieren. Ebenso können große Firmen selbst entscheiden, ob sie gewisse Seiten in ihrem Unternehmen sperren oder nicht. Dadurch kann es möglich sein, dass Kunden in ausländischen Online Casinos während der Arbeit ungestört spielen können. Des Weiteren wurde noch das Problem mit den sogenannten „Weißen Listen“ identifiziert. Hierauf stehen alle großen Internetseiten mit enormen Besucherzahlen wie Facebook oder Google. Diese auf dieser „Weißen Liste“ befindlichen Seiten sind von einer Netzsperre ausgenommen, um dem Vorwurf der Zensur zu umgehen. Dumm ist hierbei nur, dass aufgrund der Aufrufzahlen hierauf auch einige der größten Online Casinos stehen und somit ebenfalls weiterhin verfügbar sind.

Bekannte Betreiber von Online Casinos und Sportwetten auf den Sperrlisten in der Schweiz:

  • Sunmaker Casino
  • bet365
  • bet-at-home
  • Interwetten
  • XTiP
  • Cashpoint
  • Mybet
  • Unibet
  • Intertops

Das Angebot an Schweizer Online Casinos ist mehr als mau

Das zweite große Problem, neben dem bereits ausgeführten Schwierigkeiten mit den Netzsperren, betrifft ebenfalls die Eidgenössische Spielbankenkommission und auch hier ist das Schneckentempo der Auslöser. Gut ein Jahr lang hatte die Aufsichtsbehörde seit dem Referendum in 2018 Zeit den Starttermin Anfang Juli 2019 einzuhalten. Es sollten zu dem Zeitpunkt jede Menge Schweizer Online Casinos bereits im Internet verfügbar sein und gleichzeitig die Netzsperren alle ausländischen Konkurrenten fernhalten. Nicht nur bei Letzterem hat die Eidgenössische Spielbankenkommission bislang versagt, sondern auch auf der Seite des alternativen Angebots. Jetzt, stand Ende Oktober, haben bislang noch nicht einmal ein Handvoll Spielbanken eine Online Casino Lizenz in der Schweiz erhalten und unzählige Betreiber sind zum Warten auf unbestimmte Zeit verdonnert. Wenn auch hier sich nichts am quälenden Tempo ändert, dürfte hier ebenso die Lizenzierung der Schweizer Online Casinos nicht vor 2021 abgeschlossen sein. Ein weiteres Problem ist dabei ebenso die quälend lange Bewertung und Untersuchung eines jeden einzelnen Online Casinos Spiels, egal ob Spielautomat oder Live Casinos Game. Dies führt dazu, dass bislang das Angebot in fast jedem Schweizer Casinos rein aus Slots besteht und dies auch noch so ziemlich von den gleichen Entwicklern. Live Casino Spiele wie Live Roulette oder Live Blackjack gibt es sogar nicht ein einziges für die Bürger. Bei anderen Genre wie Bingo oder Scratchcards herrscht ebenfalls gähnende Leere in den Schweizer Online Casinos mit dem Hinweis vor, dass diese irgendwann einmal verfügbar sein sollen. Nun ja, sofern die Eidgenössische Spielbankenkommission überhaupt damit jemals in Zukunft fertig wird.

Diese Mixtur aus dem einerseits Versagen der Netzsperren und dem andererseits extrem schleppend verlaufenden Lizenzierung der Schweizer Online Casinos, Spielautomaten und Live Casino Spielen ist fatal. Denn wer soll von so einem mickrigen Angebot mit den immer gleichen Slots und dem Fehlen wichtiger Glücksspielgenre tatsächlich überzeugt werden. Kunden, die sich vielleicht wirklich zu einem Umstieg auf die Schweizer Online Casinos vor wenigen Monaten aufgerafft hatten, dürften sich wieder schnell unter Grausen verabschiedet haben. Zudem werden sie zusätzlich noch nicht einmal effektiv durch die Netzsperren davon abgehalten, doch wieder zu der bösen Konkurrenz aus dem Ausland zu gehen. Schließlich finden sie hier genau das Angebot an Spielautomaten und Live Casinos spielen vor, welches die Schweizer Casinos aufgrund der Eidgenössischen Spielbankenkommission gern offerieren würden, aber nicht können. Diese Fakten sprechen momentan von einer desaströsen Umsetzung des Geldspielgesetzes, bei der nicht ein einziges der Ziele erreicht wurde. Eine Kanalisation der Kunden von ausländischen Angeboten in die Schweizer Casinos findet so gerade einmal marginal statt. Die Dummen sind hierbei jedoch die Kunden in der Alpenrepublik selbst, die gern in seriösen Online Casinos spielen wollen. Ihnen wird das umfangreiche Angebot der Vergangenheit madig gemacht, nur um am Ende mit einem Portfolio konfrontiert zu werde, welches zumindest jetzt noch jeder Beschreibung spottet.

Die bislang verfügbaren Schweizer Online Casinos und ihre dazugehörigen Spielbanken:

  • Schweizer Online Casino der Grand Casino Baden AG
  • Schweizer Online Casino des Grand Casino Luzern
  • Schweizer Online Casino der Casino Zürich AG
  • Schweizer Online Casino des Casino Davos