Online Casinos Brexit

Nach der UKGC hat nun auch die mga, die Glücksspielaufsichtsbehörde in Malta, einen Leitfaden über mögliche Probleme bei der Online Casino Lizenz herausgegeben. (Bild von Johannes Plenio auf Pixabay)

Noch immer herrscht keine Klarheit darüber, ob der harte Brexit nun Ende Oktober vollzogen wird oder nicht. Doch gerade diese Ungewissheit führt dazu, dass die beiden wichtigen Glücksspielbehörden, die UKGC in Großbritannien und sowie die mga in Malta, Dokumente für ihre Lizenznehmer erstellt haben. Während die britische Aufsichtsbehörde vor allem in ihrer Checkliste die Probleme rund um Datenschutz, Visa und Aufenthaltsgenehmigungen thematisierte, legt die mga ihren Fokus im neuen Leitfaden auf die Online Casino Lizenz. Hierin werden mögliche Probleme in diesem Bereich nach dem möglichen Brexit skizziert und erklärt, was auf die Online Casino zukommt.

Online Casino Betreiber aus Großbritannien sollten Tochterfirmen in einem EU-Land haben

Bislang war alles dank der EU-Mitgliedschaft von Großbritannien und Malta recht einfach geregelt. Online Casino Betreiber aus Großbritannien konnten beispielsweise ohne Probleme auch eine Lizenz aus Malta beantragen, um ihre Angebote an Spielautomaten oder Live Casino Games in allen Länder der Europäischen Union offerieren zu können. Damit ist jedoch nach einem Brexit Schluss, vor allem wenn dieser ohne Abkommen mit der EU erfolgt, wie sich dies der amtierende Premierminister Boris Johnson gerne wünscht. Sollte es tatsächlich zu diesem sogenannten No-Deal Brexit kommen, entstehen sofort einige Probleme bei der Regulierung von Online Casinos, die nun die mga in einem Leitfaden bekannt machte.

Eines davon betrifft die Lizenz aus Malta. Diese kann nämlich nur an Personen und Firmen vergeben werden, die ihren Sitz in einem Staat der Europäischen Union haben. Unternehmen mit Niederlassungen allein in Großbritannien und keinerlei Tochterfirmen innerhalb der EU haben deshalb nach einem harten Brexit ein Problem. Da das Vereinigte Königreich in dem Fall kein Teil des Staatenbundes mehr ist, muss die Lizenz aus Malta zwingend an eine Person oder ein Tochterunternehmen innerhalb eines EU-Landes überschrieben werden. Sollte der betreffenden Online Casino Betreiber aus Großbritannien bislang noch nicht über eine Niederlassung in der Europäischen Union verfügen, müsste dieser möglichst zeitnah eine gründen, um die Lizenz aus Malta übertragen zu können. Allerdings beträgt der Zeitraum für die Bearbeitung einer solchen Beantragung zur Übertragung circa 30 Tage, jedoch wurde bereits mit der EU eine Übergangsfrist von 12 Monaten ab Beginn des Brexits vereinbart.

Was Online Casino Betreiber unternehmen müssen, um in der EU weiterhin über eine Lizenz aus Maltas zu verfügen:

  • eine Tochterfirma in Malta oder einem anderen EU-Mitgliedsland gründen
  • die eigenen Online Casino Lizenz an eine Person oder ein Tochterunternehmen mit Sitz innerhalb der EU überschreiben
  • für das Umschreiben einer Online Casino Lizenz aus Malta besteht eine Übergangsfrist von 12 Monaten ab Brexit

Auch für Online Casino Betreiber aus Großbritannien in Malta gibt es neue Regeln

Neben dem ersten großen Themenkomplex rund um die Lizenzierung von Online Casino in Malta für den gesamten EU-Raum stellte die mga noch ein zweites Problemfeld im Leitfaden heraus. Dieses betrifft Glücksspielkonzerne die nach Malta oder von der Insel heraus Dienstleistungen im Bereich Glücksspiel anbieten. Dies können Online Casinos sein, die von dem Inselstaat heraus andere Märkte innerhalb der EU bedienen oder als britische Unternehmen zum Beispiel Spielhallen im Land betreiben. Bislang war hierfür aufgrund der Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit nur ein Antrag auf Anerkennung notwendig. Jedes Unternehmen aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union kann durch solch eine Anerkennung in einem anderen EU-Land rechtlich einwandfrei operieren. Allerdings erlischt dies im Fall von Großbritannien durch einen Brexit, sofern dieser nicht mit einem Abkommen geschieht, der solche Punkte regelt. Da es momentan eher nach einem No-Deal Brexit aussieht, skizzierte auch hier die mga Lösungen für das Problem.

Online Casino Betreiber und andere Glücksspielkonzerne können das Problem nur dann umgehen, wenn sie über eine Niederlassung oder eine Lizenz aus einem anderen EU-Mitgliedsstaat verfügen. Diese kann beispielsweise in Malta selbst, Schweden, Dänemark und anderen Staaten ausgestellt sein. Glücksspielunternehmen, die dies bislang nicht vorweisen können, da die Lizenzierung und der Sitz in Großbritannien ausreichte, müssen also eine Niederlassung innerhalb der EU gründen. Am einfachste wäre hier sicherlich die Schaffung einer Tochterfirma in Malta, die zudem ebenso die passende Online Casino Lizenz und ähnliche Regulierungsmöglichkeiten bereithält. Auch hierfür wurde eine Übergangsfrist von 12 Monaten ab Beginn des Brexits eingeräumt. Sollten jedoch Glücksspielfirmen nach diesem Jahr noch Spielautomaten, Live Casino Games oder andere Dienstleistungen anbieten, wäre dies eine Straftat. Dies betrifft im Bereich Glücksspiel Angebote von Großbritannien nach Malta sowie aus Malta heraus in die EU ohne entsprechende Anerkennung.

Zuletzt stellt der Leitfaden der mga noch heraus, in welchen Feldern keine Auswirkungen im Bereich Online Casino zu erwarten sind:

  • in Großbritannien geprüfte und lizenzierte Zufallsgeneratoren für Spielautomaten, RNG-Tischspiele und andere Genre
  • in Großbritannien ausgestellt Zertifikate für Online Casino Spiele
  • Genehmigungen sowie die Verwendung von Zahlungsdiensten aus Großbritannien wie MuchBetter

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