Ottmar Hörl Löwen EntertainmentWer dieser Tage einen gemütlichen Spaziergang entlang des Rheins vollzieht und dabei in der Stadt Bingen vorbeikommt, dem dürften wohl die 300 Statuen im Vorgarten von Löwen Entertainment in Erstaunen versetzen. Zwischen Büschen und Sträuchern verstecken sich über 300 golden Löwen und laden mit ihrem funkelnden und glitzernden Äußeren in der Spätsommersonne zum Verweilen ein. Doch zu lange sollten wir Spieler und Kunstliebhaber, die wir hier zufällig den Weg nach Bingen und zum Firmensitz des Spielautomatenherstellers gefunden haben, nicht an einem Fleck ausharren. Denn neben den 300 goldenen Löwen stehen noch eine ganze Reihe roter Skulpturen mit Ferngläsern, die uns bei der Betrachtung dieser Invasion immer fest im Blick haben.

Aufgestellt wurden die 300 goldenen Löwen im Vorgarten von Löwen Entertainment vom bekannten Künstler Prof. Ottmar Hörl, der bereits in den letzten Jahren mit anderen Installationen bundesweit für Furore sorgte. Allerdings hatte die Geschäftsführung des Spielautomatenherstellers beim Thema Kunst zuerst etwas völlig anderes im Sinn. Schließlich sollte eigentlich nur die Chefetage mit einigen Kunstwerken ein wenig aufgehübscht werden. Zum Glück jedoch konnte die Beraterin Cornelia Saalfrank den Kontakt mit Ottmar Hörl herstellen und aus dem ehemals recht langweiligen Plan der Geschäftsleitung wurde so eine regelrechte Vernissage mit Namens „Playground“. Mit dieser Aufstellung im Vorgarten von Löwen Entertainment wurde zudem gekonnt ein Bogen zwischen Kunst und Spielautomaten geschlagen. Denn genau wie Kunst, müssen Spielautomaten uns Zocker ebenfalls emotional ansprechen, damit wir uns an ihnen rundum wohlfühlen. Zudem sind die gezeichneten Bilder auf den Walzen einiger Automatenspiele wahre Kleinode.

Die gesamte Installation „Playground“ ist noch bis zum 21. November diesen Jahres zu besichtigen, bis dann einige der 300 goldenen Löwen beim Löwen-Forum an Kunstliebhaber versteigert werden. Alle anderen Skulpturen, die nicht den Weg der Versteigerung gehen müssen, dürfen anschließend von den Mitarbeitern des Spielautomatenherstellers auf dem gesamten Werksgelände nach ihren eigenen Wünschen aufgestellt werden.

Mittlerweile trauert selbst der Geschäftsführer von Löwen Entertainment, Christian Arras, der verpassten Chance, die eigene Etage mit Kunstwerken auszustatten, nicht mehr nach. Denn gegenüber der Allgemeinen Zeitung sprach er über „Playground“ von einer außergewöhnlichen Veranstaltung. Seines Wissens nach, ist dies zudem die erste Vernissage, die seit der Gründung des Unternehmens auf deren Boden stattfindet.

Prof. Ottmar Hörl sorgte in der Vergangenheit mit Nazi-Zwergen für Kontroversen

Kunst und Satire dürfen bekanntlich alles. Und so sollen sie uns nicht nur Erfreuen, sondern ebenfalls zum Nachdenken anregen und uns Stellung beziehen lassen. Genau dies liegt den Arbeiten von Prof. Ottmar Hörl zu Grund und hat ihm 1999 die Professur an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg eingebracht. Mag die neue Installation „Playground“ auf dem Gelände von Löwen Entertainment trotz der 300 goldenen Raubkatzen noch recht zahm anmuten, so schuf der Künstler in der Vergangenheit durchaus Kontroverses. Denn während bei der Ausstellung 2008 im belgischen Gent die Aufstellung von 700 Nazi-Zwergen mit ausgestrecktem Arm als Persiflage ein positives Echo erfuhren, sah es in Nürnberg ganz anders aus. In der Nürnberger Galerie wurde einer dieser Zwerge ausgestellt und prompt fand sich jemand, der Ottmar Hörl und den Betreiber der Kunstausstellung anzeigte. Der Vorwurf lautete „Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen“. Da die Kunst jedoch alles darf, wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt, denn schließlich werden solche Symbole bei Theaterstücken oder im deutschen Film zuhauf verwendend. Richtig kontrovers wurde es jedoch ein Jahr später, als Prof. Ottmar Hörl anstatt 300 goldene Löwen, wie jetzt bei Löwen Entertainment, auf dem Straubiger Marktplatz gleich 1250 seiner Gartenzwerge mit Hitlergruß aufstellte. Von Provokation über Geltungssucht des Künstlers bis hinzu zum Vorwurf, er würde damit den Nationalsozialismus verharmlosen, reichte die Kritik. Doch Prof. Ottmar Hörl lies sich davon nicht beirren und stellte noch einmal klar, dass Kunst kontrovers sein muss, denn dann hat er seine Arbeit richtig gemacht. Zudem würden die Zwerge den Nationalsozialismus der Lächerlichkeit preisgeben, schließlich wären Gartenzwerge das genau Gegenteil des „Herrenmenschentums“.

Die nun aufgestellten 300 goldenen Löwen bei Löwen Entertainment sind an das Braunschweiger Wappen angelehnt. Denn der Ursprung von Löwen Entertainment und Löwen Play liegen im Unternehmen NSM-Löwen aus Braunschweig. Später jedoch trennten sich Löwen Entertainment und Löwen Play und wurden so zu zwei unabhängigen Firmen. Während erstgenanntes Unternehmen vor allem Spielautomaten für Spielhallen herstellt und sich im Besitz von Novomatic befindet, hat Löwen Play mit Lionline längst den Sprung in die Online Casinos vollzogen. So bietet eines der besten Online Casinos in Deutschland, das Lapalingo, nicht nur die Lionline Spielautomaten an, sondern zudem wird sogar die Gaming-Plattform vom Unternehmen bereitgestellt.