Kindred Group Relax Gaming

Für bis zu 193 Millionen Euro übernimmt der Online Casino Betreiber Kindred Group den aufstrebenden Spielautomatenhersteller Relax Gaming. (Bildquelle: relax-gaming.com)

Die Kindred Group, bekannt für seine Buchmacher Unibet und 32Red sowie einige weitere Online Casinos, übernimmt den Spielautomatenhersteller Relax Gaming und will hierfür kräftig Geld in die Hand nehmen. Gleichzeitig machte der Glücksspielkonzern deutlich, dass diese Übernahme Teil einer größeren Strategie in den nächsten Jahren sein wird. Zum einen will die Kindred Group verstärkt Kontrolle über den gesamten Vertriebsweg von Glücksspielen übernehmen und zum anderen durch exklusive Spielautomaten und andere Genre von den Konkurrenten abheben.

Mehr Exklusivität für die Kindred Group durch Relax Gaming

Seit gut zwei Jahren tritt ein immer stärkerer Trend in der Glücksspielindustrie zutage, nämlich der Wille der Online Casino Betreiber und Buchmacher, sich wieder stärker von den Konkurrenten abzuheben. Nachdem mittlerweile viele Anbieter beim Angebot an Spielautomaten und Live Casino Spielen untereinander kaum noch große Unterschiede aufweisen, scheint Exklusivität die Zauberformel der nächsten Jahren zu lauten. Dies ist durchaus nachvollziehbar, schließlich können einzigartige Slots unter Umständen als Zugpferde für einen regelrechten Boom sorgen, der viele neue Kunden in die eigenen Hallen strömen lässt. Während bislang viele Betreiber in letzter Zeit auf die Zusammenarbeit mit etablierten Spielautomatenherstellern setzten, geht die Kindred Group mit der Übernahme von Relax Gaming gleich einen Schritt weiter. Anstatt einzelne Automatenspiele exklusiv für die eigenen Online Casinos in Auftrag zu geben, kauft sich der Besitzer von Unibet einfach gleich den ganzen Entwickler. Allerdings kommt die Übernahme nicht ganz so überraschend, denn die Kindred Group war bereits seit 2013 mit 33,4 Prozent an Relax Gaming beteiligt und übernimmt nun auch noch die restlichen 64,6 Prozent der Anteile. Sollten die Wettbewerbsbehörden in den verschiedenen Ländern der Übernahme zustimmen, werden in den nächsten Wochen die ersten 80 Millionen Euro an die ehemaligen Besitzer des Spielautomatenherstellers überwiesen. Erreicht zudem Relax Gaming in den nächsten zwei Jahren gewisse Umsatz- und Gewinnziele, fließen noch einmal bis zu 113 Millionen Euro an den Vorbesitzer. Selbst schätzt die Kindred Group den Wert von Relax Gaming auf mittlerweile rund 320 Millionen Euro.

Henrik Tjärnström, CEO der Kindred Group, sieht in der Eingliederung von Relax Gaming in den Glücksspielkonzern eine Win-Win-Situation für beide Unternehmen. Der Online Casino Betreiber erhält die Kontrolle über diverse Glücksspiele und kann diese in Zukunft nach eigenen Wünschen erstellen. Der Spielautomatenhersteller wiederum hat deutlich mehr finanzielle Schlagkraft für Expansionen im Rücken. Hierzu erklärte Henrik Tjärnström: „Durch diese Übernahme fügen wir ein schnell wachsendes und profitables B2B-Geschäft mit einem erstklassigen Produktportfolio hinzu, das uns eine größere Kontrolle über unser Casino-, Poker- und Bingo-Angebot verschafft. Dies versetzt die Kindred Group in eine deutlich bessere Position, um unsere langfristige Wachstumsstrategie zu erreichen, die den Fokus auf Produktdifferenzierung und Kundenerlebnis setzt.“

Spielautomaten, Poker und Bingo

In den letzten Jahren hat Relax Gaming eine ungeheure Entwicklung hingelegt. Zum einen produziert der Entwickler selbst äußerst hochwertige Spielautomaten für Online Casinos. Darunter beispielsweise Money Train 2, Ramses Revenge oder Epic Joker sowie den grandiosen Slot Let’s Get Ready To Rumble mit dem weltbekannten Boxansager Michael Buffer in der Hauptrolle. Zum anderen kann der Entwickler Abseits der Automatenspiele ebenso ein großes Portfolio an weiteren Games aus anderen Genre liefern, darunter RNG-Tischspiel, Bingo und Poker. Für letzteres Angebot hagelte es in den vergangenen Jahren zahlreiche Preise wie für das „Mobile Poker Product of the Year“ bei den EGR B2B Awards. Gleich zweimal wurde zudem Relax Gaming bei den Gaming International Awards als bester Poker-Lieferant ausgezeichnet, nämlich 2017 und 2020. Allein dies wären schon genug Gründe, um das Interesse der Kindred Group an Relax Gaming zu verstehen. Allerdings vertreibt der Entwickler nicht nur seine eigenen Glücksspiele, sondern ebenfalls über seine Aggregator-Plattform zahlreiche weitere Studios. Hier drücken sich neben Hochkarätern wie Big Time Gaming oder Quickspin vor allem weitere aufstrebende Spielautomatenhersteller aus der zweiten Reihe förmlich die Klinke in die Hand. Green Jade Games, Stakelogic, Push Gaming oder Wazdan, Betgames TV sowie Felt, der Spezialist für RNG-Tischspiele, sind hier nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Des Weiteren ist ebenso der Kundenstamm an Online Casinos nicht zu verachten, den Relax Gaming bislang mit seinen eigenen Produkten und denen seiner Partner beliefert. LeoVegas, SlotsMillion, SoftSwiss, Tipico, Interwetten, das Cherry Casino sowie Betsson und Casumo sind auch hier nur ein Bruchteil einer beeindruckenden Liste.

Wie die Kindred Group ebenfalls verlautete, soll Relax Gaming seine Unabhängigkeit in Sachen Firmenstrategie sowie sein gesamtes Management auch nach der Übernahme behalten. Zu dieser Zukunft äußerte sich Patrik Österåker, der Mitbegründer und Vorstandsvorsitzende von Relax Gaming. Er erklärte: „Der Beitritt zur Kindred Group ist ein natürlicher nächster Schritt in unserer langjährigen Zusammenarbeit mit Kindred in allen unseren Produktbereichen. Die verstärkte Präsenz von Kindred wird es Relax Gaming ermöglichen, weiter in die Expansion unseres B2B-Angebots auf der ganzen Welt zu investieren und diese zu beschleunigen. Wir werden die Reise von Relax Gaming als separates B2B-Unternehmen mit unverändertem Produktportfolio und unveränderter Gesamtstrategie fortsetzen, unseren Werten treu bleiben und das hart erarbeitete Vertrauen unserer Kunden respektieren. Unsere anhaltende Unabhängigkeit ist ein Schlüsselelement der Transaktion und ich freue mich, im Vorstand von Relax Gaming zu verbleiben.“