Kindred Group Insiderhandel

Bei der Kindred Group braut sich ein möglicher Skandal um Insiderhandel zusammen und nun verlässt auch noch der Unibet-Gründer das Schiff! (Bildquelle: Pixabay by iAmMrRob)

Kurz vor Weihnachten muss die Kindred Group, der Besitzer von Unibet, gleich zwei Nachrichten verkraften, die den Online Casinos Betreiber und Buchmacher in den nächsten Wochen wohl ordentlich durcheinanderbringen werden. Zum einen braut sich womöglich eine handfester Skandal um Insiderhandel über der Kindred Group zusammen, der das bisherige Vorstandsmitglied Stefan Lundborg betrifft. Gegen ihn leitete die schwedische Wirtschaftskriminalitätsbehörde SECA Ermittlungen ein. Zum anderen kündigte der Gründer von Unibet und amtierende Vorstandsvorsitzende Anders Ström an, zu Beginn nächsten Jahres sich nicht erneut zur Wiederwahl stellen zu wollen. Ebenfalls will er komplett aus dem Vorstand zurücktreten.

Bei der Kindred Group werden Erinnerungen an den vermuteten Insiderhandel von Cherry AB wach

Mit der neusten Pressemeldung der Kindred Group, dem Betreiber der beiden Online Casinos Unibet und 32Red, werden schlagartig Erinnerungen an den Skandal um einen möglichen Insiderhandel bei Cherry AB wach. 2018 wurde dem damaligen CEO des Online Casino Betreibers, Anders Holgren, vorgeworfen, mit seinen Aussagen den Aktienkurs des Unternehmens manipuliert zu haben, um von günstigen Preisen bei einem eigenen Kauf der Wertpapiere zu profitieren. Obwohl Holmgren später freigesprochen wurde, waren seine Tage als CEO bei Cherry AB gezählt. Im Falle des möglichen Insiderhandels bei der Kindred Group betrifft es zwar nicht den Geschäftsführer, dafür jedoch mit Stefan Lundborg ein Mitglied des Board of Directors. Lundborg ist zudem Investor beim Online Casino Betreiber und sitzt in Schweden in vielen unterschiedlichen Verwaltungsräten und Vorständen von zahlreichen Konzernen. Was genau dem Geschäftsmann vorgeworfen wird, darüber machte die schwedische Wirtschaftskriminalitätsbehörde SECA laut der Kindred Group bislang keine näheren Angaben, außer dass es um Insiderhandel geht. Im Zuge der Ermittlungen trat Stefan Lundborg sofort mit Bekanntwerden der Untersuchung von seinem Posten bei Online Casino Betreiber zurück. In der Vergangenheit zeigte bereits der Fall um den CEO von Cherry AB, dass Ermittlungen noch lange nicht bedeuten müssen, dass der Verdächtige auch tatsächlich schuldig ist. Allerdings führte andererseits allein die Untersuchungen der SECA damals für Aders Holmgrn zum Ende seiner Karriere als Top-Manager in der Glücksspielbranche.

Posten von Stefan Lundborg:

  • Januar 2000 bis heute Vorstandsvorsitzender von Mastervice
  • 2010 bis heute Vorstandsvorsitzender von Note design Studio
  • Mai 2017 bis heute Mitglied im Board of Directors bei G5 Entertainment AB
  • Juni 2020 bis heute Vorstandsvorsitzender von Safir Communications
  • April 2010 bis Dezember 2020 Mitglied im Board of Directors bei der Kindred Group

Gründer von Unibet Anders Ström zieht sich zurück ins Private

Neben dem möglichen Insiderhandel bei der Kindred Group durch Stefan Lundborg, gab es fast zeitgleich eine weitere Nachricht für den Glücksspielkonzern zu verkraften. Nach mehr als 23 Jahren hat sich Anders Ström, der Gründer von Unibet und damit zugleich Vater der Kindred Group, dazu entschlossen, ein sich in der Vergangenheit gegebenes Versprechen einzulösen. Dieses lautet, mit 50 Lebensjahren den Ruhestand zu genießen, das wirtschaftliche Haifischbecken zu verlassen und Familie, Freizeit und Freunde zum Lebensmittelpunkt zu erheben. Am 4. Dezember war es endlich für Anders Ström soweit und er gab passend zum Geburtstag seinen Entschluss bekannt, zur nächsten Hauptversammlung nicht mehr bei der Wahl des Vorstandsvorsitzenden zur Verfügung zu stehen. Noch ist nicht bekannt, wer Anders Ström auf den wichtigen Posten folgen soll, der dann nur noch als reiner Investor über seine Aktien im Konzern involviert sein wird.

Fest steht allerdings schon jetzt, dass die Fußstapfen, die es auszufüllen gilt, gewaltig sind. Schließlich ist Anders Ström einer der Pioniere der modernen Glücksspielindustrie und gründete Unibet bereits 1997, damals noch als Wettanbieter über das Telefon. Nur zwei Jahr später gab es bereits die erste Plattform im Internet in Englisch und Schwedisch und im Jahr 2000 verschaffte sich Unibet als einer der ersten Firmen eine Lizenz aus Malta. Später folgten mehrere Übernahmen diverser Online Casinos wie 32Red, die eine Umfirmierung von Unibet zur Kindred Group notwendig machten. Heute ist aus dem kleinen Wettanbieter ein weltweit agierender Glücksspielkonzern geworden, der mit rund 1.600 Mitarbeitern mehr als 30 Millionen Kunden bedient und im Jahr fast 1 Milliarden Euro Umsatz generiert. Zweifellos wäre die Kindred Group wohl ohne Anders Ström nicht das, was Sie heute darstellt, nämlich das größte Online-Glücksspielunternehmen an der schwedischen Börse.

Selbstverständlich ließ es sich Anders Ström abseits des möglichen Skandals um den Insiderhandel nicht nehmen, noch einmal auf sein Versprechen zurückzukommen. Hierzu erklärte er: „Vor einigen Jahren habe ich mir selbst versprochen, mich vor meinem 50. Geburtstag von den Positionen in den Unternehmen, in die ich investiert bin, zu lösen. Ich nahm mir vor, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen und die Investitionen nur noch zu verwalten. Darüber hinaus gibt es auch vernachlässigte Freunde und Freizeitbeschäftigungen, denen ich mehr Aufmerksamkeit schenken möchte.“ Rückblickend führte er weiter aus: „Kindred hat in den 23 Jahren, die seit der Gründung der bekanntesten Marke Unibet vergangen sind, eine fantastische Reise unternommen und sich zu einem großartigen Unternehmen entwickelt. Mit der richtigen Strategien und dem richtigen Fokus haben wir heute fast 30 Millionen Kunden, 1.600 Mitarbeitern und hervorragende Wachstumschancen. Daher freue ich mich darauf, in Zukunft als Eigentümer und Investor an einem solchen Wertzuwachs weiter teilzunehmen.”