Online Casinos in Deutschland

Das Bundesland Hessen warnte nun explizit die Online Casinos in Deutschland mit Sportwetten davor, die Zeit bis Mitte 2021 ohne Konzession auszusitzen. (Bildquelle: pixabay by rickey123)

Geht es nach dem Willen der Politik, soll bereits Anfang nächsten Jahres der nun mittlerweile dritte Glücksspieländerungsstaatsvertrag Inkrafttreten. Hiermit sollen die bislang geduldeten Sportwetten endlich in die Legalität überführt werden und hierzu bundesweite Konzessionen ausgeben werden. Allerdings dürfte sich das Interesse der meisten privaten Anbieter für eine Bewerbung extrem in Grenzen halten. Zu viel müssten die Betreiber für eine solche Lizenz aufgeben, was die tatsächliche Wirtschaftlichkeit infrage stellen könnte. Vor allem die Aufgabe des eigenen Angebots an Spielautomaten und Live Casino Spielen für den Erhalt wirkt nicht gerade als ein überzeugendes Argument. Aus diesem Grund warnt nun das Bundesland Hessen die Online Casinos in Deutschland in einem offenen Brief an die Branche, das neue Gesetz nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Die deutschen Sportwettenkonzessionen die niemand will und braucht

Anstatt den Zeitraum bis Mitte 2021, wenn zwingend ein neuer Glücksspielstaatsvertrag kommen muss, abzuwarten und die Zeit für dessen EU-konforme Ausgestaltung zu nutzen, behilft sich Deutschland lieber bis dahin einer regelrechten Krücke. Dieser ist der sogenannte dritte Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der die Sportwetten legalisieren soll. Dieser ist jedoch, wie so oft bereits in der Vergangenheit zu beobachten war, völlig unausgegoren und selbst die EU-Kommission zeigte sich extrem skeptisch. Die Hauptkritikpunkte sind hierbei vielfältig. Zum einen wird der kurze Zeitraum der Gültigkeit bemängelt. Diese läuft nämlich nur bis Mitte 2021, is der neue Glücksspielstaatsvertrag kommen soll. Für den Betreiber eines Online Casinos mit Sportwetten im Angebot ein unhaltbarer Zustand, da nicht einmal jetzt klar ist, wie es dann ab Mitte 2021 weitergeht. Womöglich ist dann alles wieder anders und die bislang getätigten Investitionen für die Sportwettenkonzession mit all ihren Forderungen war sprichwörtlich für die Katz. Für jeden Betreiber ist es ein enormes Risiko das eigene Online Casino in Deutschland für diese Lizenz aufzugeben, nur um ein Rumpfangebot an Sportwetten anbieten zu dürfen, welches die beliebtesten Wettmöglichkeiten gar nicht enthält. Denn um eine solche Konzession zu erhalten müssen Glücksspielkonzerne nicht nur die größten Umsatzbringer aufgeben, die Spielautomaten, sondern ebenso Live-Wetten sowie Einsätze auf Elfmeter oder Torschützen.

Zusätzlich, neben den Verboten von Live-Wetten und Ereignissen abseits der Halbzeit- und Endergebnisse, sieht die neue Sportwettenkonzession noch weitere ungeliebte Beschränkungen vor. So soll ebenfalls das maximale Limit für Kunden pro Monat bei 1.000 Euro liegen.

Hessen warnt alle Online Casinos in Deutschland mit Sportwetten

Kaum hatte Hessen, das Bundesland welches die Oberaufsicht über die Sportwetten besitzt, die Pläne und Kriterien für die Vergabe der Sportwettenkonzessionen veröffentlicht, hagelte es Kritik. Denn welches Glücksspielunternehmen soll ein Interesse an der Aufgabe der eigenen Online Casinos in Deutschland haben, wenn im Gegenzug bis auf ein kleines Rumpfangebot an Sportwetten nichts als Alternative rausspringt. Bereits im August machte die GVC Holdings als noch größter Online Casino Betreiber der Welt in seinem Quartalsbericht klar, dass der Konzern wenig von der neuen Konzession hält. Zwischen den Zeilen ließ sich dabei interpretieren, dass die GVC Holdings das Aussitzen der anderthalb Jahre bis zum kommenden Glücksspielstaatsvertrag wohl als die beste Lösung für eine Überbrückung ansieht. Genau dieses Aussitzen will jedoch Hessen unbedingt als oberste Aufsicht in dem Bereich verhindern und warnte alle Online Casinos in Deutschland mit Sportwetten vor dieser Idee. Jeder Betreiber, der zu Beginn nächsten Jahres in der Bundesrepublik dann noch Sportwetten anbietet, ohne eine Konzession zu halten oder beantragt zu haben, soll gnadenlos verfolgt werden. Zu den angedachten Maßnahmen gehören Ermittlungen, Strafverfahren sowie Verfügungen von gleich mehreren Stellen. Zum einen sind dies die Staatsanwaltschaften, die Medienaufsichten sowie zum anderen ebenso die Finanzaufsicht und zu guter Letzt das niedersächsische Innenministerium. Alle gemeinsam sollen dann gegen den als illegal eingestuften Anbieter von Sportwetten vorgehen, der sich weigert, seine Online Casinos in Deutschland abzuschalten und eine Konzession zu beantragen.

Die zur Verfolgung angedachten Behörden und ihre Aufgaben:

  • das Bundesland Hessen besitzt die Oberhoheit im Bereich Sportwetten und ist für die Vergabe der Konzessionen verantwortlich, kontrolliert die Betreiber und kann Sanktionen aussprechen
  • die Finanzaufsicht wiederum kann die Zahlungsströme durchleuchten
  • die Medienaufsichten kontrollieren die Werbung und können Strafen gegen verbotene Glücksspielwerbung dann illegaler Anbieter aussprechen
  • das niedersächsische Innenministerium ist für Anordnungen an Zahlungsdienstleister zuständig und könnte diese auffordern, ihre Dienste für bestimmte Betreiber einzustellen, wie in der Vergangenheit bereits bei PayPal geschehen
  • die Staatsanwaltschaften können Strafverfahren gegen dann illegale Glücksspielkonzerne in Deutschland einleiten, die weiterhin Sportwetten in Deutschland ohne Konzession oder Antrag auf Erteilung dieser anbieten

Wohl eher werden die Sportwetten aufgegeben als die Online Casinos in Deutschland

Auch wenn Hessen nun mit markigen Worten den Online Casino in Deutschland mit Sportwetten mehr oder weniger droht, ist es jedoch mehr als fraglich, ob diese sich wirklich davon beeindrucken lassen. Denn in der Realität wird sich erst einmal zeigen müssen, ob die angedrohte Verfolgung überhaupt in der Form möglich ist. Es ist schon jetzt davon auszugehen, dass beim Inkrafttreten irgendeiner Ermittlung, Strafe oder eines Verbots, sofort von dem betroffenen Betreiber geklagt wird. Bevor hier dann durch alle Instanzen eine endgültige Entscheidung getroffen wurde, dürfte die anderthalb Jahr bis zum neuen Glücksspielstaatsvertrag wahrscheinlich schon vorbei sein. Ein weiteres Problem ist, dass dieser neuer dritte Glücksspieländerungsstaatsvertrag nur die Betreiber betrifft, die gleichzeitig zu ihren Online Casinos in Deutschland ebenso Sportwetten anbieten. Nur diese müssen wegen der neuen Konzession ihr Angebot an Spielautomaten und Live Casino Spielen aufgeben. Deshalb ist es im Zweifelsfall wohl eher so, dass sich die Anbieter eher für das Ende der Sportwetten entscheiden und dies hat einen vor allem wirtschaftlichen Grund. Zum einen hatte bereits die Forschungsstelle Glücksspiel festgestellt, die vor Kurzem für eine Legalisierung von Online Casinos in Deutschland eintrat, dass Sportwetten fast immer nur der Kundengewinnung dienen. Wirklich Geld verdienen die Glücksspielunternehmen nur mit Spielautomaten und Live Casino Spielen. Vor diesem Hintergrund würde es wenig Sinn ergeben, rund 70 Prozent der Einnahmen aufzugeben. Eher würden sich wohl die Betreiber für ein Aussetzen der Sportwetten entscheiden, umso vom neuen dritten Glücksspieländerungsstaatsvertrag nicht tangiert zu werden.

Es ist fast egal welcher Buchmacher mit Online Casinos in Deutschland betrachtet wird, bei fast jedem sind es die Spielautomaten und Live Casino Spiele, die den größten Umsatz und Gewinn generieren. Bislang übernahmen die Sportwetten vor allem die Funktion, neue Kunden auf die Seiten zu locken, da für diese Glücksspiele legal in gewissem Rahmen in der Bundesrepublik geworben werden darf. Dies ist der einzige wirklich Angriffspunkt gegen die Betreiber, denn mit einer Verweigerung der neuen Sportwettenkonzession müsste diese dann das Marketing beispielsweise bei Fußballvereinen einstellen. Aber auch hier könnten zahlreiche Gerichtsprozesse die Verfolgung bis Mitte 2021 verschleppen.