Merkur Casinos in DeutschlandFür uns Spieler ist dies sicherlich keine erfreulicher Tag, denn das Unternehmen Gauselmann hat angekündigt, dass seine Merkur Spielautomaten nicht mehr in Deutschland angeboten werden dürfen. Genauer gesagt: als Deutscher darf man in Zukunft nicht mehr in den Merkur Casinos an den Spielautomaten des Unternehmens spielen. Dies ist die nun offizielle verkündete Position von Gauselmann, die durch den Pressesprecher Mario Hoffmeister noch einmal bestätigt wurde. Welche Auswirkungen dies für uns haben wird und welche weiteren Unternehmen vielleicht ähnliche Maßnahmen ergreifen könnten, dass zeigen wir in diesem Artikel auf.

Was wir bisher zur Causa Merkur Casinos und Gauselmann wissen

Alles fing mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts am 27.10.2017 an, denn die zuständigen Richter entschieden, dass die Online Glücksspiele in Deutschland nach nationalem Recht weiterhin verboten bleiben. Zwar gibt es immer noch das Problem mit der Dienstleistungsfreiheit nach EU-Gesetzen, doch so lange dieser Konflikt zwischen europäischem und deutschem Recht nicht gelöst ist, bleibt alles in diesem grauen Zustand. Gauselmann wiederum beliefert seit Jahren über seine Tochterfirma edict egaming seine eigenen Merkur Spielautomaten für die Online Casinos. Die betreffenden Slot wiederum werden hierfür über die auf der Isle of Man sitzenden Tochter Alliance Gaming Solutions für den internationalen Betrieb lizenziert. Dies war jahrelang kein Geheimnis, obwohl viele Medien dies als sensationelle Enthüllung aus den „Paradies Papers“ so darstellten. Zusätzlich wurde ebenfalls impliziert, dass sich Gauselman mit der Belieferung der Merkur Casinos mit eignen Spielen, der Unterstützung von „illegalen“ Online Casinos schuldig machen würde.

Der Vorwurf gegen Gauselmann war mehr als absurd. Denn nicht Gauselmann bricht hier das deutsche Glücksspielgesetz, sondern nur der Betreiber des Merkur Casinos. Niemand würde auf die Idee kommen, einen Hersteller von Bratpfannen dafür verantwortlich zu machen, wenn ein Käufer diese zweckentfremdet und zum schlagen eines anderen Menschen benutzt.

Auch wenn Gauselmann völlig legal gehandelt und nur seine Spielautomaten für Betreiber von Merkur Casinos lizenziert hat, schien der Shitstorm wohl zu viel für das Unternehmen. Ebenfalls dürfte der immer noch rechtlich nicht geklärte Sachverhalt über Legalität oder Illegalität der Online Casinos in Deutschland ein Faktor sein, den sich das Unternehmen nicht mehr aussetzen will. Was mehr als verständlich wird, wenn die Entwicklung des Glücksspiels in Deutschland in den letzten Jahren betrachtet wird. Rund 50 Prozent der Spielhallen sollen dichtmachen und Spielautomatenhersteller werden als das absolut „Böse“ hingestellt, die sich angeblich nur auf Kosten von Spielsüchtigen sich bereichern. Vor diesem Hintergrund ist die nun angekündigte Maßnahme, alle Merkur Spielautomaten für Deutsche in den Merkur online Casinos unzugänglich zu machen, mehr als verständlich. Allerdings kommen dadurch auf uns harte Zeiten zu, sofern für uns die Merkur Casinos bisher Anlaufstelle Nummer Eins waren.

In der Tagesschau erklärte der Pressesprecher von Gauselmann, Mario Hoffmeister, dass alle Betreiber von Merkur Casinos die Spielautomaten der Firma nicht mehr an deutsche Zocker anbieten dürfen. Sollten diese der Forderung von Gauselmann nicht nachkommen, droht das Unternehmen diesen Betreibern zu kündigen oder wenn technisch möglich, die Spiele selbst stillzulegen.

Reine Merkur Casinos stehen vor dem Aus!

Merkur CasinosDie nun getroffenen Entscheidung, sämtliche Betreiber der Merkur Casinos zu zwingen, alle Merkur Spielautomaten unzugänglich zu machen, hat ernste Konsequenzen. Vor allem sind hiervon die reinen Merkur Casinos besonders schwer betroffen und dürften wohl vor dem kompletten Aus stehen. Dabei handelt es sich hierbei hauptsächlich um zwei sehr beliebte Merkur Casinos, nämlich das Platin Casino und Stake 7, die ebenfalls in den „Paradies Papers“ namentlich auftauchten. Beide virtuelle Spielhallen waren von Anfang an für den deutschen Markt konzipiert und gehen einzig und allein mit der großen Bandbreite an Merkur Spielautomaten auf Kundenfang. Recht schnell wurden dabei beide Merkur Casinos zur ersten Adresse bei uns Spielern, wenn wir die beliebten Slots mit der Sonne aus den Spielhallen zocken wollten. Sollten diese beiden nun ihr gesamtes Angebot an Merkur Spielautomaten verlieren, geht ihnen nicht nur ihr gesamtes Konzept den Bach runter, sondern ebenfalls das Alleinstellungsmerkmal. Ebenfalls dürfte es kaum für das Platin Casino oder Stake 7 möglich sein, innerhalb kürzester Zeit adäquaten Ersatz für die Spiele von Gauselmann zu finden, was ja für viele der Hauptgrund für eine Anmeldung war. Somit ist nicht auszuschließen, dass sowohl das Platin Casino, als auch Stake 7 in nächster Zeit ihre Pforten schließen oder es mit anderen Herstellern mehr schlecht als recht weiterprobieren.

Ebenfalls mit in den Strudel könnte der Berliner Spielautomatenhersteller Bally Wulff geraten. Denn das Berliner Unternehmen lässt seine Spielautomaten über die edict egaming GmbH von Gauselmann in den Online Casinos vertreiben. Bisher ist nur bekannt, dass Gauselmann alle Merkur Casinos aufgefordert hat, die eigenen Slots für Deutsche zu entfernen. Allerdings ist es recht unwahrscheinlich, dass die Merkur Spielautomaten verschwinden werden und dafür jedoch die Bally Wulff Slots über edcit egaming erhalten bleiben dürfen.

Ebenfalls von der Entscheidung betroffen sind die Merkur Casinos, bei denen die Spielautomaten aus dem Hause Gauselmann nur einen Bruchteil des gesamten Angebots ausmachen. Allerdings besteht bei diesen eine gewisse Sondersituation, da fast alle ebenso mit einer Lizenz aus Schleswig-Holstein ausgestattet sind, anders als Stake 7 oder das Platin Casino, die diese nicht besitzen. Darunter fallen beispielsweise das Lapalingo, Sunmaker, Ladbrokes, das Cherry Casino, DrückGlück oder Stargames. Hier könnte es passieren, dass in Zukunft nur noch Spielern mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein der Zugang zu den Merkur Spielautomaten gewährt wird, was aber technisch fraglich zu realisieren sein dürfte. Denn in den meisten Fällen können nur richtige Beschränkungen an Hand der IP-Adresse realisiert werden und dann ebenfalls nur auf das gesamte Online Casino und das gesamte Land bezogen. In der letzten Konsequenz würde dies darauf hinauslaufen, dass die Betreiber an den Merkur Spielautomaten festhalten, aber nur noch das Zocken für Einwohner den nördlichsten Bundeslandes erlauben. Diese müssten dann per Dokument ihren Wohnsitz gegenüber dem entsprechenden Merkur Casino verifizieren. Oder sie gestatten allen den Zugang, verzichten dafür aber komplett auf Merkur und verlieren somit das zugkräftigste Pferd bei uns Deutschen. Wie auch immer der Weg dieser Betreiber in Zukunft aussehen wird, für  in Deutschland wird es zunehmend ungemütlicher.

Momentan sieht es wohl so aus, dass die Merkur Casinos, wenn sie nicht schließen, Länderbeschränkungen einführen werden. Damit dürfte es für uns deutsche Spieler bald kaum noch möglich sein in echten Merkur Casinos unterhalten zu werden. Ähnlich praktiziert dies schon seit längerem Novomatic mit den Novoline Casinos. Durch die Diskussion um Gauselmann, die Isle of Man und die Merkur Casinos ist ebenfalls Novomatic ins Licht der Aufmerksamkeit gerückt, die ihre Novoline Spielautomaten über Greentube in Malta lizenzieren lassen. Dies könnte dazu führen, dass die eben gerade eingetretene Lockerung bei Ländersperren für Deutsche, Österreicher und Schweizer in den Novoline Casinos wieder zurückgedreht wird.

Update: Inzwischen hat sich der Merkur Spielautomatenhersteller Gauselmann in einer Presseerklärung zu den Vorfällen geäußert. Darin wird bestätigt, dass alle Betreiber von Merkur Casinos aufgefordert wurden, in Zukunft die Spielautomaten von Gauselmann in Deutschland nicht mehr anzubieten. Ebenfalls widersprach das Unternehmen noch einmal ausdrücklich den Vorwürfen wegen Steuererleichterung eine Tochterfirma auf der Isle of Man zu besitzen. Vielmehr ist diese notwendig um überhaupt die eigenen Merkur Spielautomaten europaweit lizenzieren zu lassen. Zu guter Letzt plädierte Gauselman ebenfalls dafür, endlich den deutschen Glücksspielmarkt EU-konfom und rechtssicher zu gestalten, um europäisch nicht den Anschluss zu verlieren.

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