Spielhallen – Chronologie des VerbrechensAls hätten es einige Spielhallen aktuell aufgrund des Glücksspielstaatsvertrages in Deutschland noch nicht schwer genug, wird manchen Spielhallen das Leben auch noch durch Überfälle und Einbrüche erschwert. In der letzten Woche gab es vom Montag bis Sonntag vielerorts solcher Vorfälle. Glücklicherweise bleibt aber nicht jede Straftat auf Spielotheken unaufgeklärt.

Unter der Woche gab es viele Raubüberfälle auf die Spielstätten

Schon am Montagmorgen fing die Woche voller Straftaten auf Spielotheken an. In Flensburg gab es einen versuchten Raubüberfall, bei dem der Täter gegen 5:04 Uhr morgens über eine Hintertür in die Spielhalle gelangt war. Diese Tür ist eigentlich geschlossen, war aber zum Tatzeitpunkt aufgrund von Reinigungsarbeiten geöffnet. In der Spielhalle bedrohte der Täter zwei Spielhallenangestellte mit einem Messer. Der Mann forderte von den beiden Frauen die Herausgabe des Bargeldes. Geistesgegenwärtig und blitzschnell konnten die Frauen jedoch in den geschützten Kassenbereich fliehen und sich in Sicherheit bringen. Der Täter brach daraufhin sein Vorhaben ab und verschwand wieder durch die Hintertür, ohne Beute natürlich. Von der Polizei konnte der Täter bisher leider noch nicht gefasst werden. (Focus.de)

In Seesen wurde eine Spielhalle am Dienstagabend zum Opfer eines Überfalls. Gegen 23:47 Uhr betrat ein unbekannter Mann, der mit einer Teufelsmaske maskiert war, die Spielhalle. Er ging sofort auf die Angestellte zu und bedrohte diese mit einer schwarzen Pistole. Von der Spielhallenangestellten forderte der Täter die Herausgabe des Bargeldes und das Verstauen des Geldes in einer Tüte. Die 51-jährige Frau kam dieser Forderung auch nach, sodass sie bei dem Überfall lediglich einen Schrecken erlitt und nicht weiter verletzt wurde. Der Täter konnte mit seiner Beute von mehreren Hundert Euro fliehen. Von der Polizei ist er leider noch nicht geschnappt worden.

In der Grafschaft Bentheim im Emsland kam es ebenfalls am Dienstagabend vergangener Woche zu einem Raubüberfall auf eine Spielothek. Gegen 22:35 Uhr betrat ein unbekannter Mann die Spielothek und bedrohte dort sofort die 51-jährige Angestellte. Er forderte von der Frau das Bargeld aus der Kasse, was diese ihm auch gab. Die mehreren Hundert Euro an Beute verstaute der Täter dann in einer mitgebrachten Mehrwegtasche. Anschließend flüchtete der Mann aus der Spielothek. Der Angestellten ist zum Glück nichts passiert. Allerdings fehlt vom Täter immer noch jede Spur.

In Hamburg-Billstedt wurde ein Spielcasino in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zum Opfer eines Überfalls. Als der 35-jährige Angestellte gerade dabei war, das Spielcasino zu schließen, klopfte es wohl an der Tür. Daraufhin öffnete er die Tür erneut und wurde sofort von dem maskierten Täter mit einer Waffe bedroht. Der unbekannte Täter drängte den Angestellten in das Spielcasino zurück und zwei weitere maskierte Täter kamen ebenfalls in das Spielcasino. Diese beiden Räuber entnahmen das Geld aus der Kasse, 150 Euro. Bevor sie mit dieser Beute aus dem Spielcasino flüchteten, schlug einer der Täter dem 35-jährigen Mann noch auf den Kopf. Der Angestellte wurde daher leicht verletzt. Von den Tätern fehlt leider bisher noch jede Spur. (Welt.de)

In Göttingen gab es in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ebenfalls einen versuchten Spielhallenüberfall, der für den Täter aber sofort in Handschellen endete. Gegen 0:10 Uhr betrat ein maskierter Täter die Spielhalle und bedrohte sofort den 27-jährigen Angestellten mit einem Messer. Während der Täter die Herausgabe des Bargeldes forderte, drückte der Angestellte heimlich den Alarmknopf und alarmierte damit die Polizei. So konnte der maskierte Täter, ein 25-jähriger Mann, von der Polizei direkt festgenommen werden. Im Zuge dieser Festnahme wird nun auch ermittelt, ob der 25-Jährige vielleicht sogar für weitere Spielhallenüberfälle in Göttingen verantwortlich ist. Ein Haftrichter ordnete übrigens schon Untersuchungshaft an, da bei dem Täter Fluchtgefahr besteht. Die nächste Zeit dürfte der 25-Jährige daher viel Zeit haben, um über seine Tat nachzudenken. (HNA.de)

In Wilhelmshaven wurde am Mittwochmorgen gegen 8:00 Uhr eine Spielothek überfallen. Ein unbekannter Täter betrat die Spielothek und forderte den Angestellten zunächst auf, die Spielothek abzuschließen. Danach forderte der Täter vom Angestellten das Bargeld aus der Kasse. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, soll der Täter den Angestellten mit einer Waffe bedroht haben. Als der unbekannte Mann das Geld bekam, steckte es in eine Tasche. Anschließend flüchtete der Täter über den Notausgang in unbekannte Richtung. Der Angestellte blieb zum Glück unverletzt. Der unbekannte Täter konnte jedoch bisher noch nicht festgenommen werden.

In Geldern gab es in der Nacht auf Donnerstag ein Überfall auf eine Spielhalle. Gegen 0:30 Uhr betraten zwei unbekannte Täter die Spielhalle und bedrohten dort eine Angestellte sofort mit einer schwarzen Pistole. Einer der Täter öffnete dann die Kasse und nahm das Bargeld daraus. Der andere Täter stand die ganze Zeit über Schmiere. Anschließend flüchteten beide Täter aus der Spielhalle. Die Angestellte blieb glücklicherweise unverletzt. Von den Tätern fehlt allerdings noch jede Spur.

In Zeven kam es am Donnerstagabend zu einem bewaffneten Überfall auf eine Spielhalle. Gegen 23:16 Uhr betrat ein maskierter und mit einem Messer bewaffneter Täter die Spielhalle und ging sofort auf den Kassenbereich zu. Drohend mit dem Messer forderte unbekannte Täter die Herausgabe des Geldes aus der Kasse und untermauerte diese Forderungen mit den Worten “Geld, Geld, Geld”. Als der 59-jährige Spielhallenangestellte dieser Forderung nachkam und der Täter das Geld bekam, flüchtete er sofort aus der Spielhalle. Von der Polizei konnte der unbekannte Mann bislang noch nicht geschnappt werden. Dem Spielhallenangestellten passierte zum Glück nichts. (Nord24.de)

Am Dienstagabend gegen 20:45 Uhr wurde zudem in Leipzig ein 56-jähriger Mann zum Opfer eines Überfalls, der gerade in der Spielhalle einen dreistelligen Gewinn erzielt hatte. Als er mit seinem Gewinn auf dem Weg nach Hause war, wurde er von einem Unbekannten verfolgt. Dies bemerkte der 56-Jährige auch. Der Unbekannte versuchte, das Portemonnaie aus der Hosentasche zu ziehen. Der glückliche Gewinner stellte daraufhin dem vermeintlichen Dieb zur Rede und musste sich auch gegen weitere Übergriffe des Mannes verteidigen. Schließlich stieß der inzwischen vom Dieb zum Räuber mutierte Täter den 56-Jährigen zu Boden und klaute auch noch das Handy des Mannes. Zwar versuchte der 56-jährige Mann noch den Täter zu verfolgen, jedoch verlor ihn irgendwann aus den Augen. Wirklich verletzt wurde der 56-jährige Mann nicht. Allerdings ist er nicht nur sein Spielhallengewinnen los, sondern auch noch sein Handy. Und vom Täter fehlt leider bisher jegliche Spur. (lvz.de)

Am Wochenende gab es mindestens drei Spielhallenüberfälle in Deutschland

Auch am Wochenende war es natürlich nicht gerade sehr ruhig in deutschen Spielhallen. Das lag aber nicht nur an den Besuchern. Denn mindestens drei Spielhallen wurden am Wochenende überfallen. In der Nacht von Freitag auf Samstag kam es gegen 4:00 Uhr morgens in Saarbrücken zu einem Überfall auf eine Spielhalle. Mit einem Fleischermesser bewaffnet bedrohte der Täter sofort die 42-jährige Angestellte und forderte von ihr die Herausgabe des Bargeldes. Die Frau übergab dem unbekannten Täter das Geld auch sofort. Rund 300 Euro konnte der unbekannte Mann so erbeuten. Zudem verlangte er von der 42-Jährigen auch noch, ihm ihren Rucksack zu geben. Auch dieser Forderung kam die Frau sofort nach. In dem Rucksack befanden sich neben persönlichen Dingen auch Geld sowie das Handy der Frau. Mit Geld und Rucksack flüchtete der Täter anschließend aus der Spielhalle. Die 42-Jährige erlitt durch den Überfall einen derartig schlimmen Schock, dass sie zunächst von einem Notfallseelsorger betreut werden musste und sich nun in Behandlung befindet. Angaben zum Täter konnte sie daher leider bisher noch nicht machen. Daher befindet sich der unbekannte Täter immer noch auf freiem Fuß.

In Berlin-Kreuzberg kam es am späten Samstagabend zu einem Überfall auf eine Spielhalle. Zwei unbekannte Männer betraten die Spielhalle und bedrohten dort direkt einen 47-jährigen Mitarbeiter mit einer Pistole. Die beiden Räuber forderten von dem Angestellten, sich auf dem Boden zu legen. Dieser Forderung kam der 47-Jährige auch nach. Als er auf dem Boden lag, fesselten die Täter den Angestellten an den Beinen. Danach entnahmen sie das Geld aus der Kasse. Anstatt damit zu flüchten, brachen sie allerdings auch noch mehrere Spielautomaten auf und entwendeten auch daraus das Bargeld. Erst dann flohen sie vom Tatort. Dem Angestellten ist glücklicherweise nichts passiert. Die beiden Täter sind allerdings immer noch nicht gefasst worden.

In Göppingen kam es am Sonntagabend gegen 23:15 Uhr zu einem Überfall auf eine Spielhalle. Ein Unbekannter mit einer Pistole bewaffneter Mann betrat die Spielhalle und begab sich sofort zum Kassenbereich. Einige Gäste bemerkten den bewaffneten Mann und flüchteten daraufhin in Panik aus der Spielhalle. Die Angestellte, die sich im Kassenbereich aufhielt, hatte allerdings nicht das Glück, fliehen zu können. Der Täter bedrohte die Frau mit der Waffe und forderte sie auf, ihm die Kasse zu öffnen. Dieser Aufforderung kam die Angestellte auch sofort nach. So griff der Täter in die Kasse und entnahm das Bargeld daraus. Anschließend flüchtete er aus der Spielhalle. Der Angestellten ist zum Glück nichts passiert. Die Polizei konnte den Täter jedoch immer noch nicht stellen.

Auch mindestens einen Spielhalleneinbruch gab es

Am frühen Montagmorgen wurde etwa gegen 4:00 Uhr morgens in Neuwied in eine Spielhalle eingebrochen. Über die Eingangstür, die gewaltsam aufgebrochen wurde, verschafften sich die Täter Zutritt zu den Räumlichkeiten der Spielhalle. Dort brachen sie mindestens fünf Spielautomaten auf und entwendeten das darin befindliche Bargeld. Anschließend flüchteten sie in unbekannte Richtung. Die Höhe der Beute ist bislang nicht bekannt. Auch die Höhe des Sachschadens wurde noch nicht bekannt gegeben. Von den Tätern fehlt noch jede Spur.

Nicht jeder Überfall bleibt ungesühnt

Seit vergangener Woche müssen sich vor dem Landgericht Baden-Baden zwei 29-jährige Männer wegen schwerer räuberischer Erpressung verantworten, denen vorgeworfen wird, im Februar eine Spielhalle in Rastatt überfallen zu haben. Im Februar sollen sie die besagte Spielhalle gemeinsam ausgeraubt haben. Einer der beiden Angeklagten soll beim Überfall Schmiere gestanden haben, während der andere Angeklagte die Spielhallenangestellte mit einem Messer bedrohte und so 1.400 Euro erbeuten konnte. Anschließend flüchteten beide Täter vom Tatort, konnten jedoch noch am gleichen Tag festgenommen werden. Der Angeklagte, der in der Spielhalle zuschlug, hat die Tat auch bereits gestanden und zudem den Mitangeklagten als Komplizen schwer belastet. Dieser Angeklagte streitet jedoch jeden Tatvorwurf ab. An weiteren Verhandlungstagen soll nun geklärt werden, inwieweit der Komplize an der Tat beteiligt war. Im Falle einer Verurteilung dürfte es empfindliche Strafen geben. (bo.de)

Vor dem Amtsgericht Friedberg wurden vergangene Woche ein 33-jähriger Mann sowie ein 35-jähriger Mann zu Haftstrafen von eineinhalb Jahren sowie zwei Jahren verurteilt, in einem Fall zur Bewährung ausgesetzt. Den beiden Männern wurde vorgeworfen, als Mitglieder einer Bande mehrere Spielautomaten manipuliert zu haben, umso kräftig Kasse machen zu können. Im August 2016 sollen die beiden Angeklagten dabei in zwei Spielhallen in Friedberg zugeschlagen haben und rund 7.500 Euro an Beute gemacht haben. Wegen bandenmäßigen sowie gewerbsmäßigen Computerbetrugs wurden die beiden Angeklagten vergangene Woche endlich verurteilt. Die Strafen fielen wahrscheinlich so gering aus, weil beide Männer geständig waren. (ffh.de)

Vor dem Amtsgericht Kulmbach muss ich seit vergangener Woche ein 46-jähriger Kulmbacher verantworten, dem vorgeworfen wird, als Angestellter einer Spielothek einem Gaunertrio geholfen zu haben, Geld aus Automaten zu stehlen. Das Trio soll insgesamt etwa 3.000 Euro erbeutet haben und einen Sachschaden von 2.000 Euro an die Spielautomaten hinterlassen haben. Wegen eines besonders schweren Diebstahls und Sachbeschädigung muss sich der Kulmbacher nun vor dem Amtsgericht verantworten. Auf einer Videoaufnahme soll demnach zu sehen sein, wie die Täter zuschlagen und der Angeklagte bewusst wegschaut. Für den Staatsanwalt ist das ein klares Indiz, dass der 46-jährige Angeklagte mit dem Trio gemeinsame Sache gemacht hat. Von dem Gaunertrio selbst fehlt allerdings noch jede Spur. Im weiteren Verhandlungsverlauf wird sich also zeigen müssen, ob der Angeklagte von den Automatenmanipulationen gewusst hat und diese auch gebilligt hat. Sollte das Gericht zu diesem Schluss kommen, dann dürfte der Angeklagte sicherlich auch mit einer empfindlichen Strafe rechnen müssen. Seinen Job in der Spielhalle ist er zudem sicherlich auch schon los oder wird diesen auf jeden Fall verlieren, falls es zu einer Verurteilung kommt. Solche Angestellte braucht schließlich keine Spielhalle. Hinderlich für eine genaue Aufklärung dieses Falls dürfte jedoch die Tatsache sein, dass von dem Trio immer noch jede Spur fehlt und die Ermittlungsbehörden trotz intensiver Ermittlungen keinerlei Hinweise auf diese drei Täter haben. Für das Gericht dürfte es daher am Ende eine sehr schwere Entscheidung werden, ob der Angeklagte wirklich den drei Tätern geholfen hat. Sollte die Staatsanwaltschaft ihren Job aber sehr gut machen, wird sie sicherlich in der Lage sein, dem 46-jährigen Angestellten die Tat nachzuweisen beziehungsweise die Tatbeteiligung.