Online-Casino-Aktien in Lauerstellung in KW 11-2019Die große Weltpolitik hat hin und wieder unmittelbaren Einfluss – auch auf vermeintlich kleine Rädchen. In der KW 11/2019 konnten wir gut beobachten, dass der Brexit für Casino-Anleger eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Nicht zu vernachlässigen ist auch, was mit den Casinos online passiert, die eine Gibraltar Lizenz besitzen, die dann wohl den europäischen Status verlieren wird. Nachdem bekannt wurde, dass der britische Austritt aus der EU um weitere Wochen verschoben wurde, bewegt sich auf dem Börsenparkett kaum jemand mehr. Zu groß ist die Angst, eine falsche Anlageentscheidung zu treffen. Die Lethargie spiegelt sich auch in unserer Watchlist: Alle Casino-Konzerne bewegten sich nur um plus/minus 2 %. Positiver Ausreißer: Paddy Power Betfair.

Unterhaltsames aus der Welt der Wetten

In dieser Woche konnte Paddy Power Betfair den eigenen Unternehmenswert um 5 % steigern und steht nun bei einem Kurs von 68,10 Euro. Der Konzern hinter den Marken Betfair, Sportsbet.com und FanDuel lieferte für den Kurssprung keinen besonderen Anlass. Vielmehr steigerte der Konzern mit zwei seiner Aktionen sowohl seine Bekanntheit als auch seine positive Außenwirkung. Bei beiden Marketinggags bildet der Brexit den zentralen Aufhänger.

Für alle, die genug von der Berichterstattung über den Brexit haben, hat Paddy Power einen Brexit-Bunker geschaffen. Der Aufenthalt wird im Rahmen eines Gewinnspiels verlost und befindet sich irgendwo auf dem Meer. Dank schlechtem Empfang können genervte Briten hier sicher sein, keine weiteren Nachrichten mehr zu bekommen.

Die hauseigene Wettplattform bietet für alle Politikinteressierten schon seit Längerem eine Option, auf den Brexit zu wetten. Nach aktuellen Erhebungen liegt die Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Austritts nur noch bei 5 % – nachdem sie anfangs bei mehr als 27 % war. Betfair nimmt noch immer Wetten auf den Brexit an – falls auch Sie einmal auf die Politik wetten möchten.

Insidergeschäft mit Konsequenzen

Vor Kurzem berichteten wir über die große Abstoßungsaktion der GVC-Führungsriege. Mehr als 20 Millionen britische Pfund war das Aktienpaket schwer, das der CEO und der Vorstand Lee Feldman auf den Markt schmissen. In der Folge taumelte die Aktie des Mutterkonzerns hinter Ladbrokes und bwin um bis zu 20 % ins Minus. Die Aktionäre reagierten säuerlich. Nun könnten erste personelle Konsequenzen folgen. Wie am Freitag bekannt wurde, wird vorzeitig nach einem Ersatz für Lee Feldman gesucht.

Zwar müsste er schon aufgrund der unternehmenseignen Regelungen noch vor der Hauptversammlung im nächsten Jahr den Hut nehmen. Die Ankündigung, diesen Prozess zu beschleunigen ist dennoch ein deutliches Signal an die Anleger.

Der Aktienkurs entspannte sich angesichts dieser Ankündigung sichtlich. Mit einem Minus von 1,6 % in dieser Woche performte das Papier besser als in den vergangenen Wochen.

Gute Nachrichten bei Betsson

Der schwedische Spielekonzern Betsson, bekannt von diversen hauseigenen Spielmarken wie NordicBet, Betsson und Betsafe, wartete in dieser Woche mit zwei guten Meldungen auf. Erstens, hat die Suche nach einem neuen CFO nach einem halben Jahr endlich einen erfolgreichen Abschluss gefunden. Martin Öhmann übernimmt den Posten zum 1. September 2019. Mit Öhmann holt sich Betsson einen erfahrenen CFO ins Haus – der Schwede war bereits seit 2016 CFO bei Upplands Motor. Er nimmt den Platz von Kareen Hilsen ein, die für eine Stelle als CEO zum Telekommunikationsanbieter Telanor wechselte.

Neben dieser Personalie verkündete Betsson eine neue Kooperation mit CompetitionLabs. Bei CompetitionLabs handelt es sich um einen britischen Anbieter für technische Lösungen rund um Real-Time-Spiele. Betsson hat dank dieses Knowhows die Chance, Echtzeit-Wettbewerbe und Wetten auf seinen Plattformen einzuführen.

Die Betsson-Aktie gehörte in dieser Woche dennoch nicht zu den Gewinnern. Sie gab um 2,2 % nach und steht nun bei 6,83 Euro.

Playtech PLC setzt das Aktienankaufprogramm fort und treibt den Kurs

Der schwedische B2B-Anbieter für Spielelösungen setzte in dieser Woche sein Aktienankaufprogramm fort. Im Rahmen seiner Hauptversammlung hatte das Management die Kapitalmaßnahme verkündet. Seitdem kauft die Gruppe in unregelmäßigen Abständen eigene Aktien von der Börse zurück. In dieser Woche meldete die Börsenaufsicht an jedem Tag einen Aktienrückkauf. Die Gesamtanzahl betrug etwa 955 zu einem durchschnittlichen Kurs von jeweils 4,20 Euro. Playtech setzte folglich etwas mehr als 4.000 Euro in dieser Woche für sein Programm ein.

Obwohl der Aktienrückkauf in einer eher geringen Summe stattfand, zeigte der Aktienkurs am Ende der Woche ins Plus. Das Papier gewann 1,70 % und steht nun bei 4,88 Euro. Bei dieser Entwicklung sind wahrscheinlich weitere Investoren auf den Zug aufgesprungen.

Die rote Laterne geht an…

Den Wochensieger Paddy Power stellten wir bereits im ersten Abschnitt vor. Mit welcher Aktie verloren Anleger in dieser Woche allerdings das meiste Geld? Es sind die Unternehmensanteile von Bet-at-Home. Die deutsche Wettplattform machte in dieser Woche ein Minus von 3,3 % und notiert somit bei 57,80 Euro. Zu Beginn unserer Beobachtung war Bet-at-Home ein Analystenliebling. Leider kommt das Papier aktuell nicht aus dem Tritt.

Am Donnerstag veröffentlichte der Konzern nun den Termin für die Präsentation der Bilanzzahlen: Am 28.03.2019 stellt das Management die Ergebnisse für das abgelaufene Jahr vor. Wir gehen davon aus, dass die Aktie auf Basis der neuen Informationen dann deutlich reagieren wird. Wenn es nach den Analysten geht, ist Bet-at-Home ein heißer Kandidat für den fliegenden Wechsel vom Tabellenletzten zum Tabellenersten. Wir sind gespannt und werden berichten.