Casumo Casino erntet Kritik

Die Google-Werbung wurde nun dem Casumo Casino in Großbritannien zum Verhängnis. Eine nicht bedachte Wortkombination war der Auslöser der Kritik der ASA. (Bild von Biljana Jovanovic auf Pixabay)

Online Casinos scheinen momentan das Pech mit der eigenen Glücksspielwerbung irgendwie magisch anzuziehen. Der neuste Fall betrifft das bekannte Casumo Casino. Dieses soll nach der Beurteilung der dortigen Advertising Standards Autorithy, abgekürzt ASA, mit seiner Werbung für einen Casino Bonus gegen die Regeln verstoßen haben. Allerdings bezieht sich die Kritik nicht an den Bedingungen zum Casino Bonus oder gegen diesen selbst, sondern darauf, dass die Google-Werbung bei einer bestimmten Kombination an Wörtern in der Suchanfrage erschien.

Für die ASA bedeutet das Wort „unsubscribe“ so viel wie Selbstausschluss

Wer täglich im Internet unterwegs ist, kennt nur zu gut, wie geschickt Google die eigenen Suchanfragen und deren Ergebnisse mit passgenauer Werbung garniert. Manchmal jedoch scheint es hierbei zu Fehlern zu kommen, die, wie im jetzigen Fall des Casumo Casinos, negative Konsequenzen nach sich ziehen können. Im Mai dieses Jahres hatte das betreffende Online Casino in Großbritannien Google-Werbung geschaltet, was zum typischen Marketing vieler virtueller Spielhallen gehört. Allerdings wurde einem Kunden die Google-Werbung über einen Casino Bonus angeboten, dem nach der Beurteilung der ASA dieser hätte gar nicht angezeigt werden dürfen.  Der ominöse Satz in der Suchmaske von Google lautete wie folgt: “how to unsubscribe from all gambling”. Übersetzt heißt dies soviel wie: „Wie kann ich mich vom gesamten Glücksspiel abmelden?“ Das Problem hierbei ist, dass unsubscribe vielerlei bedeuten kann, erst recht, wenn nicht klar ist, was der Verfasser denn nun explizit damit gemeint hat. Wollte er herausfinden, wie er sein Konto bei einem Online Casino wie Casumo stilllegt, keinerlei Glücksspielwerbung mehr erhält oder wie er sämtlichen Kontakt zum Glücksspiel im Allgemeinen vermeidet? Interpretationsspielraum ist hier sicherlich gegeben.

Für die ASA hingegen war der Fall klar, der Suchende hätte ja jemand sein können, der sich selbst vom Glücksspiel ausschließen wolle. Deshalb hätte das Casumo Casino bei seiner Google-Werbung darauf achten müssen, dass bei solche einer Wortkombination die eigene Offerte zum Casinos Bonus nicht geschaltet wird. Hierfür haben die Online Casinos beispielsweise eine lange Liste mit zahlreichen Wörtern und Kombinationen, die diese bei Google mitangeben, um eigentlich genau solch ein Problem auszuschließen. Den Satz “how to unsubscribe from all gambling” hatte jedoch beim Casumo Casino niemand auf der Rechnung. Abseits des Problems, dass Beweggründe bei gleichen Suchanfragen völlig unterschiedlich sein können, kommt hier noch ein zweiter Punkt hinzu. Theoretisch gibt es Millionen, wenn nicht sogar Milliarden an unterschiedlichen Wörtern, Wortkombinationen und Sätzen, die sich in diverse Richtungen interpretieren lassen. Hier auf Nummer sichergehen zu wollen, würde bedeuten, die Google-Werbung am besten komplett einzustellen.

Für das Casumo Casino ging der Fall bei der ASA recht glimpflich aus. Der Betreiber muss nur dafür Sorge tragen, dass in Zukunft solch ein Fall nicht noch einmal vorkommt und zudem seine Ausschlussliste an Wörter bei der Google-Werbung aktualisieren. Trotz Dessen zeigt die Geschichte, dass Interpretationsspielraum und die Fokussierung auf Eventualitäten bei der ASA, immer im Hinterkopf der Online Casinos wie Casumo bei der Google-Werbung präsent sein sollten.